Rehdener und Stuhrer Landwirt setzen auf Selbstvermarktung – rund um die Uhr

Schon zwei Milchtankstellen

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Wolfgang Johanning in Rehden hat bereits seit einem knappen Jahr Erfahrung mit der Einrichtung – und ist zufrieden mit der Resonanz.

Rehden/Stuhr - Von Anke Seidel. 29 Cent pro Liter – soviel zahlen die Molkereien den Landwirten zurzeit für das hochwertige Lebensmittel Milch. Ein Preis, der viermal niedriger ist als der für Benzin. „Das ist ein kostendeckender Preis!“, weiß der Landwirt Wolfgang Johanning. Er hat vor einem knappen Jahr die erste Milchtankstelle im Landkreis Diepholz eröffnet. Sie steht an der Straße Siebenhäuser in Rehden. Morgen kommt eine zweite hinzu: André Mahlstedt eröffnet sie an der Grünen Straße in Stuhr-Varrel.

André Mahlstedt eröffnet morgen an der Grünen Straße in Stuhr-Varrel die zweite Milchtankstelle im Landkreis Diepholz.

Rund um die Uhr können sich Bürger an diesen Tankstellen mit frischer Milch versorgen. Einen Euro pro Liter zahlen die Kunden für die Milch direkt vom Hof. Das Prinzip ist denkbar einfach: Geld in den Automaten werfen, Flasche in dass Ausgabefach stellen und Milch abzapfen. Sie ist auf 4,9 Grad gekühlt und die Temperatur jederzeit ablesbar. Behälter gibt es direkt vor Ort – und das Wechselgeld für die Milch automatisch zurück. Es ist Rohmilch, die an diesen Milchtankstellen zu haben ist. Will heißen: Sie ist nicht pasteurisiert, sondern so belassen, wie es sie früher auf Bauernhöfen gab.

120 Kühe stehen auf dem Hof von André Mahlstedt. Tagtäglich liefert er der Molkerei bis zu 3500 Liter Milch. Jetzt hofft er, wenigstens einen Teil davon direkt vermarkten zu können – über die neue Tankstelle. „Mit 40 Litern am Tag wäre ich zufrieden“, sagt der 27-jährige Varreler, der sich bewusst für den Beruf des Landwirts entschieden hat. „Für mich ist die Tankstelle ein kleiner Einstieg in die Direktvermarktung“, sagt André Mahlstedt.

Wolfgang Johanning in Rehden nennt seine Milchtankstelle „Keimzelle“ der Direktvermarktung. Obwohl in Stuhr-Varrel weitaus mehr Menschen leben als im ländlich geprägten Rehden, ist Johanning zufrieden mit der Auslastung seiner Einrichtung – gleichwohl in den kalten und dunklen Wintermonaten weniger Kunden gekommen sind.

Er fühlt sich bestätigt, Menschen das hochwertige Nahrungsmittel Milch direkt vom Hof anbieten zu können. Der 50-Jährige arbeitet an einem großen Projekt: Er hat die ehemalige Molkerei in Rehden erworben und will dort frische Milch – auch pasteurisiert – sowie Milchmischprodukte, Joghurt und andere Lebensmittel aus Milch herstellen. Nicht nur für die eigene Vermarktung, sondern auch für Hofläden. Einen Wunsch-Eröffnungstermin hat Johanning auch schon: „Wenn alles gut läuft, Anfang 2016!“

Dass Milchtankstellen im Trend liegen, weiß der Rehdener Landwirt aus Anfragen von Berufskollegen. Auch im Landkreis Nienburg entsteht zurzeit eine solche Selbstbedienungsanlage: Wilhelm Haarberg errichtet sie in Warpe.

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