Rehdener Medizinerehepaar Schlüsche veranstaltet Impfaktion

Ein kleiner Pikser mit großer Wirkung

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Dr. Anne-Kristin und Dr. Andreas Schlüsche aus Rehden wünschen sich, dass die Bürger den Impfschutz nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich impfen lassen.

Rehden - Von Marcel Jendrusch. Es ist nur ein kleiner Pikser – der hat aber eine große Wirkung. Eine Impfung schützt vor Krankheiten, kann sogar Leben retten. Ärzte schlagen in den Medien jedoch regelmäßig Alarm: Die Deutschen sind impfmüde. Auch in der Samtgemeinde Rehden lässt die Zahl der Bürger, die sich impfen lassen, laut dem Medizinerehepaar Dr. Anne-Kristin und Dr. Andreas Schlüsche zu wünschen übrig. Das soll sich durch eine Impfaktion nun ändern.

„Genaue Zahlen, wie viele Menschen sich in Deutschland impfen lassen gibt es nicht“, sagt Andreas Schlüsche. Ein einheitliches System zur Erhebung von Impfdaten gebe es nicht, sämtliche Zahlen beruhten auf Teilstichproben und Querschnittsuntersuchungen des Robert-Koch-Instituts.

Dass es zu wenig sind machen Schlüsches an der persönlichen Erfahrung in ihrer Praxis und an den gestiegenen Krankheitszahlen fest. „Masern sind ein gutes Beispiel“, sagt der frühere Bundeswehrmediziner mit Verweis auf die Vielzahl der Neuerkrankungen im Frühjahr des Jahres vor allem im Berliner Raum. Die Zahlen sind in der Tat erschreckend. Laut dem „Epidemiologischen Bulletin Nr. 32“, herausgegeben vom Robert-Koch-Institut, gab es bis zur 29. Kalenderwoche, also Mitte Juli, bundesweit 2384 bestätigte Masernfälle. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur 195 gewesen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte die Bürger seinerzeit zum regelmäßigen Impfen aufgefordert.

Die geplante Impfaktion der Schlüsches resultiert auch aus diesem Appell. „Mit Masern haben wir in der Samtgemeinde zum Glück weniger zu tun“, sagt Andreas Schlüsche. „Wir hatten in diesem Jahr hier aber schon große Probleme mit den Windpocken.“ Zeit sei es bei vielen Bürgern sicherlich auch für eine neue Tetanus-Impfung. „Den Vogel abgeschossen hat einer meiner Patienten, der zuletzt 1970 gegen Tetanus immunisiert worden ist – und das, obwohl er in der Landwirtschaft tätig ist.“

„Damit ist wirklich nicht zu spaßen“, führt Anne-Kristin Schlüsche weiter aus. „Auf Bauernhöfen ist die Keimbelastung ziemlich hoch, vor allem wenn man mit Tierkot zu tun hat. Bei körperlicher Arbeit in der Landwirtschaft sind kleine Kratzer und Wunden kaum zu vermeiden – da ist man schnell infiziert“, zeigt die Medizinerin das Risiko auf. Des Weiteren empfiehlt sie den Bürgern auch die klassische Grippeschutzimpfung. „Grippe herrscht ja jedes Jahr, mal mehr, mal weniger ausgeprägt.“

Laut dem Rehdener Ärztepaar gibt es für die Impfmüdigkeit der Bürger drei Gründe. Hauptgrund sei schlicht und ergreifend die Vergesslichkeit. Das sei jedoch normal und deswegen müssen man die Leute immer daran erinnern.

„Viele Menschen fürchten sich aber auch vor den sogenannten Impfschäden, also körperlichen Beschwerden, die über die normalen Impfreaktionen wie Rötungen oder Schwellungen hinausgehen“, sagt Andreas Schlüsche. Weder ihm noch seiner Frau seien solche Fälle jedoch bekannt und als ehemalige Bundeswehrmediziner hätten beide schon unzählige Soldaten gegen die abenteuerlichsten Krankheiten geimpft.

Dritter Grund sei die Angst einiger naturheilkundlich und homöopathisch interessierten Eltern vor Wesensveränderungen ihrer Kinder. Angeblich würden die Impfstoffe den Nachwuchs aggressiv machen. Einen seriösen wissenschaftlichen Beweis dafür gebe es jedoch nicht.

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