Rehden verliert 0:2 

Björn Wnucks Abschied mit „Wut und Enttäuschung“

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Seine Einwechslung belebte Rehdens Angriff: Hugo Magouhi wird hier von Flensburgs Finn Wirlmann am Schuss gehindert. 

Flensburg - Von Cord Krüger. Auch das noch. Nachdem Jeff Gyasi gestern drei Minuten vor Schluss für ein Foul an Angelos Argyris die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, musste der Sechser des BSV Rehden auf dem Weg zum Duschen noch am Fan-Block des ETSV Weiche Flensburg vorbei.

„In Flensburg sagt man tschüüüß...“, trällerten ihm die Zuschauer entgegen – und feierten bereits den 2:0 (0:0)-Heimsieg über den Regionalliga-Drittletzten. Rehdens Interimstrainer Björn Wnuck blickte zerknirscht.

Es war ein verkorkster letzter Tag für ihn als Interimstrainer: Niederlage, Ampelkarte und dann noch die frühe Knöchelverletzung von Moses Lamidi, der nach 43 Minuten vom Platz musste. „Ich schwanke zwischen Wut und Enttäuschung“, gestand der Aushilfscoach: „Vor allem deshalb, weil die Jungs sich wieder nicht für ihren immensen Aufwand belohnt haben. Wir haben es vom Start weg gut gemacht“, lobte der 32-Jährige sein Team für den beherzten Auftritt beim Vierten.

Tatsächlich hatten die Gäste die erste Chance. Doch Ramiz Pasiov, diesmal anstelle des zuletzt glücklosen Hugo Magouhi einzige Spitze in der Startelf, köpfte knapp am Lattenkreuz vorbei (2.). Aber in der Folge taten sich die Schwarz-Weißen schwer, leisteten sich unnötige Ballverluste und konnten sich bei Torwart Milos Mandic bedanken, dass die Null lange stand. Erst rettete er gegen Argyris (9.), dann ebenfalls per Fußabwehr gegen Tim Wulff, anschließend flog er klasse bei einem satten Schuss von Rene Guder (25.). „Da hatten wir Probleme, den Zugriff zu bekommen“, urteilte Mandic: „Das war gegen diese variable Offensivreihe aber auch nicht einfach.“ Wnuck räumte ebenfalls ein, „dass wir zeitweise Schwierigkeiten hatten, richtig durchzudecken.“ Rehden überstand diese Phase – auch dank Yannik Nuxoll, der gestern überraschend ein grundsolides Startelf-Debüt gab. Weil Gazi Siala für den verletzten Viktor Pekrul auf die rechte Abwehrseite rückte, nahm der erst 19-Jährige Sialas Innenverteidiger-Part ein. „Yannik hat gezeigt, dass man sich hundertprozentig auf ihn verlassen und ihn jederzeit bringen kann“, lobte Mandic den Youngster, der Wulff fast komplett aus dem Spiel nahm – „immerhin einen der wohl zweikampfstärksten und ekligsten Stürmer der Liga“, staunte sein Schlussmann.

Nuxoll selbst sah das viel sachlicher. Nervös sei er nicht gewesen, „ich habe mich nur sehr gefreut, dabei zu sein. Flensburg war ein echt starker Gegner. Unter der Woche werden wir jetzt analysieren, warum wir verloren haben.“

An Mandic lag es nicht, denn der glänzte noch einmal gegen Guder (48.). An Wulff auch nicht, denn der köpfte nur drüber (58.). Und auch nicht allein an Magouhi, der nach seiner Einwechslung die beste Rehdener Gelegenheit vergab, als er am heraus geeilten ETSV-Keeper Florian Kirschke scheiterte (70.).

Nein, die Niederlage hatte hauptsächlich Rene Guder zu verantworten, der sich in Minute 78 zu leicht auf der rechten Seite durchsetzen konnte und Kevin Schulz zum 1:0 bediente. Zudem legte der Torjäger Argyris das 2:0 (84.) auf. „Wir dürfen nicht nur von der hohen Qualität in der Mannschaft reden. Irgendwann wird es da unten gefährlich“, warnte Wnuck.

Er selbst kann das aus beruflichen Gründen nicht mehr mit beeinflussen. Heute will der BSV den neuen Trainer präsentieren. Es sei fast alles geklärt, wie BSV-Vorsitzender Friedrich Schilling gestern verriet: „Wir müssen morgen nur sehen, dass wir seinen Co-Trainer vom bisherigen Verein frei bekommen.“

Torwart Mandic blieb in Erwartung der Nachricht gelassen und sprach lieber ein „Riesen-Riesen-Dankeschön“ an Björn Wnuck aus – „auch im Namen der Mannschaft: Wir hatten zwei gute Trainingswochen, er hat uns weitergebracht und bis ins Kleinste auf die Gegner eingestellt. Dass wir trotzdem verloren haben, liegt letztlich nur an uns.“

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