1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Rehden

Rehden: Freud und Leid beim Glasfaserausbau

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Melanie Russ

Kommentare

Beim Glasfaserausbau in der Samtgemeinde Rehden läuft nicht alles glatt. Das sorgt bei Bürgern und Verwaltung für Verdruss.
Beim Glasfaserausbau in der Samtgemeinde Rehden läuft nicht alles glatt. Das sorgt bei Bürgern und Verwaltung für Verdruss. © imago images/Björn Hake

Schnelleres Internet, stabilere Leitungen, moderneres Leben: Die Versorgung der Haushalte im Landkreis Diepholz mit Glasfaseranschlüssen verspricht so einiges. Doch auf dem Weg dahin kommt es wegen der Bau- und Buddelmaßnahmen immer wieder zu Verdruss - so auch in der Samtgemeinde Rehden.

Rehden - Der Breitbandausbau im Landkreis Diepholz sorgt einerseits für Freude, weil dank des finanziellen Engagements des Landkreises und der Kommunen sowie des Unternehmens GVG Glasfaser endlich die meisten Menschen einen schnellen Zugang zum Internet bekommen. Ganz ohne Ärger geht das Mammutprojekt allerdings nicht vonstatten. Immer wieder gibt es Probleme, weil Gasleitungen beschädigt werden, beim Verlegen der Leerrohre nachgearbeitet werden muss oder der Rückbau nicht so sauber erfolgt, wie es sein sollte. Momentan gibt es diesbezüglich in der Samtgemeinde Rehden einigen Ärger.

Verwaltung behält sich Verfügung eines Baustopps vor

Laut Samtgemeindebürgermeister Magnus Kiene erreichten die Verwaltung in den vergangenen Wochen viele Hinweise aus der Bevölkerung, dass die Tiefbauarbeiten nicht ordnungsgemäß abgeschlossen worden seien. Die Verwaltung stehe in Kontakt mit den jeweiligen Baufirmen, so Kiene. An einigen Stellen sei mittlerweile nachgebessert worden, allerdings seien zwischenzeitlich auch weitere Mängel aufgetreten. Für den Fall, dass sich die Situation nicht bessert, behält sich die Verwaltung laut Kiene die Verfügung eines Baustopps vor.

In den unterversorgten „weißen Flecken“ lässt der Landkreis Diepholz das Glasfasernetz ausbauen, bei der Baustelle, bei der es momentan zu Problemen kommt, handelt es sich laut dem Unternehmen GVG Glasfaser um bereits besser versorgte „schwarze Flecken“, in denen GVG eigenwirtschaftlich ausbaut. Dort sei es zu Verzögerungen aufseiten des beauftragten Tiefbauunternehmens gekommen. „Unser Tiefbaupartner hat uns aber aktuell noch einmal versichert, dass die Baustelle(n) in Rehden sowie auch an anderen Orten im Landkreis zeitnah geräumt und Gehwege/Straßen wiederhergestellt werden, sobald die notwendigen Tiefbauarbeiten abgeschlossen wurden“, teilt das Unternehmen auf Nachfrage mit. Sollten im Zuge der Baumaßnahmen Schäden entstanden sein, hafte die Versicherung des Tiefbauunternehmens.

Für eventuelle Beeinträchtigungen und Unmut vor Ort infolge dieser Verzögerungen bitte man ausdrücklich um Entschuldigung. Trotz aller Widrigkeiten wie der Corona-Pandemie, Fachkräftemangel oder massiver Versorgungsengpässe mit Halbleitern und weiteren Netzelementen arbeite man mit Hochdruck daran, den Glasfaserausbau fertigzustellen.

Kritik auch an Arbeitssituation der Bauarbeiter

SPD-Ratsherr Manfred Koch hatte in einer Fachausschusssitzung außerdem die Arbeitssituation beim Glasfaserausbau kritisiert. Er habe beobachtet, dass die Bauarbeiter an sechs Tagen in der Woche bei jedem Wetter ohne entsprechende Schutzkleidung zehn bis zwölf Stunden pro Tag arbeiten müssten. „Das ist eine Sklaverei, wie ich es noch nicht erlebt habe. Wie man da mit den Menschen umgeht, finde ich nicht in Ordnung“, sagte Koch.

GVG Glasfaser erklärt dazu, dass ihr eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau mit unterschiedlichen Tiefbaupartnern erfolge. „Hierbei gilt: Die GVG Glasfaser legt hohen Wert auf die Einhaltung sämtlicher geltender Vorschriften, so selbstverständlich auch in puncto Arbeitsschutz und Arbeitszeiten. Auf die Einhaltung dieser Normen werden alle unsere Partner vor Baubeginn explizit hingewiesen, und die GVG Glasfaser führt regelmäßig – auch unangemeldete – Kontrollen der Baustellen durch“, so das Unternehmen.

Bei Bauprüfungen vor Ort habe man entsprechende Mängel beziehungsweise Verstöße bislang nicht feststellen können. „Gleichwohl haben wir die in Ihrer Anfrage dargestellten Beobachtungen der Anwohner in Rehden zum Anlass genommen, unmittelbar mit unserem Tiefbaupartner in Kontakt zu treten und diesen noch einmal mit Nachdruck auf die Einhaltung der geltenden Arbeitsschutzregelungen hinzuweisen.“ Daneben würden die Bauprüfer vor Ort künftig verstärkt die Einhaltung dieser Vorgaben prüfen.

Baufortschritt

Eine Übergabe der Baulose in den im Auftrag des Landkreises Diepholz ausgebauten „weißen Flecken“ in der Samtgemeinde Rehden soll für das Baulos 1 (Rehden, Barver, Hemsloh) Mitte April 2022 erfolgen und für das Baulos 16 (Wetschen, Dickel) Mitte Mai 2022.

Auch interessant

Kommentare