Konstituierende Ratssitzung

Heino Mackenstedt neuer Rehdener Bürgermeister

Der neue Rat der Gemeinde Rehden mit dem neuen Bürgermeister Heino Mackenstedt an der Spitze hat seine Arbeit aufgenommen. Drei Ratsmitglieder sind ausgeschieden.
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Der neue Rat der Gemeinde Rehden mit dem neuen Bürgermeister Heino Mackenstedt an der Spitze hat seine Arbeit aufgenommen. Drei Ratsmitglieder sind ausgeschieden.

Rehden – 30 Jahre – „eine ewig lange Zeit“ – gestaltete Wilhelm Grelle die Geschicke der Gemeinde Rehden im Rat mit. 15 Jahre stand er als Bürgermeister an dessen Spitze. In der konstituierenden Sitzung des neuen Rates am Montagabend nahm er Abschied. Seine Nachfolge tritt Heino Mackenstedt an, der ebenfalls bereits über reichlich Ratserfahrung verfügt.

„Es ist eine große Ehre“, dankte Mackenstedt für das einstimmige Votum der Ratsmitglieder. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass das wie in der Vergangenheit auch künftig gut funktionieren werde. Neuer Gemeindedirektor ist Samtgemeindebürgermeister Magnus Kiene, dessen Stellvertreter ist Ralf Lammers.

Zum ersten stellvertretenden Bürgermeister wählten die Mitglieder Bernhard Lanz, zum zweiten stellvertretenden Bürgermeister Jörg Grote – jeweils bei drei Enthaltungen der SPD. Der Bürgermeister und seine beiden Stellvertreter sind qua Amt auch die drei stimmberechtigten Mitglieder des Verwaltungsausschusses. In der vergangenen Wahlperiode hatte die SPD ebenfalls einen stimmberechtigten Sitz in dem nicht öffentlich tagenden Gremium. Auch im neuen Rat hätte es bei einer Sitzverteilung nach dem bisherigen Hare-Niemeyer-Verfahren zu einem Sitz gereicht. Weil der Landtag im Oktober aber beschlossenen hat, bei der Ausschussbildung künftig das d’Hondtsche Verfahren anzuwenden, das kleine Fraktionen benachteiligt, geht die SPD leer aus.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Leonel Gaspar Dias beantragte daher, dass die Wählergemeinschaft auf einen stimmberechtigten Sitz verzichtet. „Das wäre eine faire Geste.“ Die Wählergemeinschaft folgte diesem Wunsch allerdings nicht. Er könne den Wunsch verstehen, „aber die Rechtsprechung ist eindeutig“, sagte der WGR-Fraktionsvorsitzende Bernhard Lanz mit Verweis auf die Entscheidung der SPD-geführten Regierungsfraktion im Landtag. „Wir wollen natürlich mit euch eine gute Zusammenarbeit führen“, betonte Lanz. „Ihr habt ja eine beratende Stimme im Verwaltungsausschuss. Ihr dürft nicht mit abstimmen, aber ihr seid immer dabei.“

Darüber hinaus bildete der Rat wie bisher einen Bau-, Wege-, Gewässer- und Umweltausschuss und einen Marktausschuss mit jeweils fünf Mitgliedern aus dem Rat. Im Marktausschuss sitzen darüber hinaus zwei Vertreter der Werbegemeinschaft „Wir“.

Gemeinderat Rehden

WGR-Fraktion: Heino Mackenstedt, Bernhard Lanz (Vorsitzender), Jörg Grote, Phillip Kenneweg, Armin Lührs, Tobias Winkelmann-Bünte, Jannik Schmöckel, Hans-Hermann Wegener, Bernd Ackermann, Claudia Meyer

SPD-Fraktion: Leonel Gaspar Dias (Vorsitzender), Edith Siebel, Rebecca Gundlach

Verwaltungsausschuss: WGR: Heino Mackenstedt (Vertreter: Phillip Kenneweg), Bernhard Lanz (Armin Lührs), Jörg Grote (Tobias Winkelmann-Bünte); SPD: Edith Siebel (Grundmandat ohne Stimmrecht, Leonel Gaspar Dias)

Bau-, Wege-, Gewässer- und Umweltausschuss: Jörg Grote (Vorsitzender), Hans-Hermann Wegener, Armin Lührs, Bernd Ackermann, Edith Siebel

Marktausschuss: Phillip Kenneweg (Vorsitzender), Claudia Meyer, Tobias Winkelmann-Bünte, Jannik Schmöckel, Leonel Gaspar Dias

Abschließend dankte Heino Mackenstedt den ausgeschiedenen Ratsmitgliedern Wilhelm Grelle, Bernd Tinnemeyer und Gerhard Sander, die alle drei nicht erneut kandidiert hatten. Tinnemeyer und Sander hatten fünf Jahre im Rat gesessen, Sander 1990/91 auch schon kurzzeitig als Nachrücker für den verstorbenen Fritz Koldewey.

Tinnemeyer hatte als Neuling direkt den Vorsitz des Marktausschusses übernommen. Bernd und Bernd (Hardemann aus der Verwaltung), das sei ein Dreamteam gewesen, sagte Mackenstedt. „Es war eine ganz, ganz angenehme Zusammenarbeit mit dir.“ Gerne hätte er sie fortgesetzt. Besonders lobte Mackenstedt die ruhige und sachliche Art Tinnemeyers, der sich nie gescheut habe, seine Meinung zu sagen.

Auch Gerhard Sander habe in den Fraktionssitzungen immer seinen Input gegeben. „Es tut auch mal gut, wenn man einen alten Hasen dabei hat“, so Mackenstedt. Auch mit ihm sei es eine angenehme Zusammenarbeit gewesen. Der Bürgermeister würdigte Sander auch als „Ehrenamtsprofi“, der sich in vielen Gremien für die Gemeinschaft einsetzt.

Die Würdigung von Wilhelm Grelle fiel naturgemäß etwas länger aus. Heino Mackenstedt bezeichnete ihn als Vollblutprofi der Kommunalpolitik, der die Gemeinde über eine ganze Generation mitgestaltet hat. Er habe die Entwicklung der Baugebiete und Gewerbegebiete mit vorangetrieben und sich auch immer für die Interessen der Landwirtschaft eingesetzt. Häufig habe er zwischen unterschiedlichen Interessen vermittelt und die Leute an einen Tisch gebracht.

Bürgermeister Wilhelm Grelle (2.v.r.) nimmt nach 15 Jahren im Amt Abschied. Nachfolger Heino Mackenstedt (l.), Edith Siebel und Bernhard Lanz dankten ihm für sein langjähriges Engagement.

Wilhelm Grelle vertrat die Gemeinde in den Vereinen und war in „mehreren hundert guten Stuben zu Gast“, um Glückwünsche zu hohen Geburtstagen oder Ehejubiläen zu überbringen. Und er sei immer für einen Spaß zu haben gewesen, habe immer eine Anekdote auf Lager gehabt“, so Mackenstedt. „Du hast in Rehden Spuren hinterlassen, auf die du stolz sein kannst“, sagte sein Nachfolger. „Wir haben darum den Antrag gestellt, dass du zum Ehrenbürgermeister ernannt wirst. Wer, wenn nicht du, hätte es verdient.“ Die Entscheidung darüber trifft der Verwaltungsausschuss.

Wilhelm Grelle blickte nur kurz auf die Anfänge seiner 30-jährigen Ratszeit zurück, in der vieles anders war als heute. „Wir waren mit fünf Wilhelms im Rat, in den Fraktionssitzungen wurde Plattdeutsch gesprochen.“ Den jetzigen Ratsmitgliedern gab er zum Umgang miteinander mit auf den Weg: „Streitet miteinander, aber haltet zusammen. Erhaltet euch eure Menschlichkeit, dann könnt ihr viel erreichen.“ Es gehe um das Wohl der Gemeinde, nicht um persönliche Befindlichkeiten. „Ihr werdet das schon meistern.“

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