Rehden baut ein Gesundheitszentrum/Rat lehnt Antrag von Dieter Koch ab

Zentrum attraktiver gestalten

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rehden - Im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Haushalts für das Jahr 2016 stellte Dieter Koch (Bürgerforum) den Antrag, die geplante eine Million Euro für die Errichtung eines Gesundheitszentrums in Rehden aus dem Plan zu streichen (wir berichteten am Sonnabend). Nachdem er ausführlich seine Gründe dargelegt hatte, erläuterte Gemeindedirektor Hartmut Bloch seine Sicht der Dinge.

Die Errichtung dieses Gesundheitszentrums sei eine weitreichende Planung und Investition. Bereits beim Bau des Ärztehauses sei die Idee eines zweiten Bauabschnitts ins Spiel gekommen. „Wir wollen den Bürgern im Bereich der Daseinsvorsorge eine weitere Möglichkeit bieten“, betonte Bloch. Im freiwilligen Bereich sei dies möglich, wenn es sich die Gemeinde finanziell leisten könne. Die Investition sei ein Risiko, räumte er ein, „aber wir arbeiten Stück für Stück ein Entwicklungskonzept ab“.

Was im Gesundheitszentrum angestrebt werde, gehe über die normale Physiotherapie hinaus, ein Sanitätshaus werde einziehen und eine Praxis für Osteopathie und weiteres, wenn es der Platz hergebe. Zudem werde die Parkplatzsituation in dem Bereich angepackt. „Vor dem Bau des Ärztehauses hatten wir einen Hausarzt, jetzt haben wir vier. Vorher hatten wir einen Zahnarzt, jetzt haben wir zwei“, verwies Bloch auf die Entwicklung.

Was die Gemeinde hier vorhabe, sei an anderer Stelle nicht möglich. Ziel sei es, mit dieser Investition das Zentrum attraktiver zu gestalten. Die Gemeinde finanziere den Baukörper, aber nicht die Geräte. „Wir weisen neue Baugebiete aus, dann müssen wir auch in dieser Richtung Angebote machen“, sagte Bloch. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es durchaus Chancen gebe, EU-Gelder für dieses Projekt zu erhalten.

„Warum holt man sich Physiotherapeuten von außerhalb und fragt nicht erst die einheimischen?“, wollte eine Zuhörerin wissen.

„Das Thema ist an uns herangetragen worden, auch von den Hausärzten, dadurch hat sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt“, antwortete Bloch.

„Wir sehen Chancen in diesem Gesundheitszentrum, keine Risiken“, meinte Heino Mackenstedt (Wählergemeinschaft). Er bescheinigte den örtlichen Physiotherapeutinnen gute Arbeit. „Sie profitieren auch von dem Seniorenzentrum“, meinte er. Durch die Vermietung der Räume würden auch Einnahmen an die Gemeinde fließen. Zudem sei das Ganze so attraktiv, „dass wir immer neue Leute finden, wenn mal einer ausscheidet“, gab er sich sicher. „Was hier entsteht, ist mehr als eine dritte Physiotherapie“, fügte er hinzu.

„Es ist legitim, auch mal nein zu sagen. Wir stimmen dem Antrag von Dieter Koch zu“, sagte Carsten Krehl für die SPD.

Wenn die Gemeinde nicht auf Risiko etwas vor-angebracht hätte, stünde sie heute anders da, meinte Reiner Schmidt (Wählergemeinschaft) und zählte dabei unter anderem das Ärztehaus und die Windkraft auf. „Wir haben richtig gehandelt“, betonte Schmidt. Das Gesundheitszentrum werde gebaut und vermietet und bringe Einnahmen. Durch den Zuzug neuer Einwohner steige auch der Bedarf auf dem Gebiet der Gesundheitsvorsorge. „Außerdem belebt Konkurrenz das Geschäft“, meinte er.

Kochs Antrag wurde mit sieben Nein-Stimmen, bei drei Ja-Stimmen abgelehnt.

hwb

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