40 neue Baugrundstücke

Gemeinde Rehden startet Planverfahren für Baugebiet „Mühlenweg II“ in Rehden ‒ einige Anwohner sind skeptisch

Im Baugebiet „Mühlenweg II“ sollen 40 Bauplätze entstehen.
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Im Baugebiet „Mühlenweg II“ sollen 40 Bauplätze entstehen.

Rehden – Der Aufschlag für die Ausweisung der nächsten etwa 40 Baugrundstücke in der Gemeinde Rehden ist gemacht. Der Bauausschuss brachte am Mittwoch die Planung für das Baugebiet „Mühlenweg II“ auf den Weg. 15 Zuhörer – im Wesentlichen aus der Nachbarschaft des geplanten Baugebiets – folgten der Sitzung und nutzten die Einwohnerfragestunde, um ihre Bedenken zu äußern.

Es sei mit Abstand die bessere Fläche, sagte Gemeindedirektor Hartmut Bloch eingangs mit Blick auf den weiter abseits des Ortszentrums gelegenen Bereich am Wetscher Torfweg, auf dem das Baugebiet zunächst ausgewiesen werden sollte. Der Rat hatte die Planungen zurückgestellt, nachdem Anwohner dagegen protestiert hatten und in dessen Folge zunächst eine andere Alternativfläche verfügbar schien und sich schließlich der Eigentümer des Areals am Mühlenweg zum Verkauf an die Gemeinde bereit erklärt hatte.

Der Gemeindedirektor erläuterte in der Sitzung die wesentlichen Eckdaten des Planentwurfs. Die Erschließung soll über die beiden Straßen Mühlenweg und Wähaus-Erling erfolgen. Eine längs durch das Baugebiet führende Straße ist verwinkelt geplant, um den Verkehr zu beruhigen. Von der vorhandenen Wohnbebauung im Osten wird der neue Bereich durch einen fünf Meter breiten Grünstreifen getrennt, den die Gemeinde anpflanzt. Zwei Fußwege sollen eine Verbindung schaffen.

Eingeschossige und zweigeschossige Bauweise möglich

In der ersten Grundstückszeile entlang des Grünstreifens ist nur eingeschossige Bauweise zugelassen. Dadurch soll verhindert werden, dass die Anwohner der vorhandenen Siedlung von heute modernen Stadtvillen „erdrückt“ werden. Gleiches gilt für die erste Gebäudereihe entlang des Mühlenwegs im Norden. In den übrigen Bereichen dürfen zweigeschossige Wohnhäuser erbaut werden. Pro Gebäude sind maximal zwei Wohnungen zulässig. Die Firsthöhe ist auf 10,50 Meter begrenzt. Die Größe der Grundstücke reicht von 620 bis 870 Quadratmetern. Im Südwesten des Baugebiets ist ein Regenrückhaltebecken geplant.

Bereits in der Sitzung des Bauausschusses deutete sich an, dass der Vorschlag der Verwaltung noch die ein oder andere Änderung erfahren könnte. Ein Punkt, der einigen Anwohnern Sorge bereitet und auch die Ausschussmitglieder beschäftigt, ist die zulässige Gebäudehöhe. Der Planentwurf sieht 10,50 Meter für alle Grundstücke vor, unabhängig von ihrer Geschossigkeit. Die Anwohner fürchten dadurch eine erdrückende Wirkung, zumal das Gelände in Richtung Norden eine merkliche Steigung aufweist. Die Firsthöhen der vorhandenen Bebauung seien niedriger, gab eine Zuhörerin zu bedenken.

Edith Siebel (SPD) plädierte dafür, die Höhe wie im Abschnitt vier des Baugebiets „Schulstraße“ auf zehn Meter zu begrenzen. Bernhard Lanz (WGR) ergänzte, dass man vielleicht für jede Parzelle eine fixe Höhe festlegen könnte, um die Steigung zu berücksichtigen.

„Bei zweigeschossiger Bauweise reden wir über maximal einen halben Meter“, stellte Bloch hinsichtlich möglicher Anpassungen klar. Bei geringerer Höhe komme man mit der Dachneigung nicht hin, und Flachdächer wolle man nicht. Er sicherte aber zu, prüfen zu lassen, ob im Bereich der eingeschossigen Häuser eine geringere Firsthöhe möglich wäre, wie von Zuhörern vorgeschlagen.

Wenig Anklang fand beim Gemeindedirektor der Vorschlag einer Anwohnerin, im gesamten Baugebiet nur eingeschossige Gebäude zuzulassen. „Zweigeschossigkeit ist das, was am Markt verlangt wird“, sagte er. Sogenannte Stadtvillen lägen im Trend, das müsse man aufnehmen.

Edith Siebel hätte gerne Steingärten auf den Grundstücken begrenzt. Die Fraktion der Wählergemeinschaft hatte das laut Lanz ebenfalls diskutiert, weil es in der Gemeinde einige Negativbeispiele gebe. „Wir wollen keine großen Flächen, aber ganz verbieten wollen wir es nicht“, so Lanz. Es sei schwierig, eine Regelung zu finden.

Junge Rehdener wünschen sich mehr Platz

Ein junger Rehdener, der gerne in dem Baugebiet bauen würde, regte an, auch größere Grundstücke anzubieten. „Ich komme vom Bauernhof. Ich bin Platz gewohnt.“ 1000 Quadratmeter wünscht er sich mindestens, gerne auch mehr. Und er sei kein Einzelfall. Allein in seinem Freundeskreis gebe drei, vier Leute mit ähnlichen Vorstellungen.

Der Gemeindedirektor erläuterte, dass die vorgeschlagenen Grundstücksgrenzen bei Bedarf etwas verschoben werden und grundsätzlich auch aus drei Grundstücken zwei gemacht werden könnten. Bloch machte aber auch deutlich, dass es im Interesse der Gemeinde liegt, möglichst vielen Bauinteressenten ein Angebot zu machen. Sprich: Je kleiner die Grundstücke, desto mehr passen in das Baugebiet.

Abschließend versicherte der Ausschussvorsitzende Lanz den skeptischen Anwohnern, dass die Ausschussmitglieder ihre Bedenken zur Kenntnis genommen haben und im weiteren Verfahren beachten werden.

Nach der Beratung im Fachausschuss soll in der kommenden Woche der Gemeinderat dem Beginn des Aufstellungsverfahrens für den Bebauungsplan „Mühlenweg II“ zustimmen. Anschließend erfolgt die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange, in der die Einwohner die Möglichkeit haben, Bedenken und Anregungen zu äußern. Läuft alles nach Plan, könnte die Erschließung des Baugebiets im Sommer nächsten Jahres nach der Ernte beginnen.

Ratssitzung

Die nächste öffentliche Sitzung des Rehdener Gemeinderates beginnt am Dienstag, 11. Mai, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Wegen der Corona-Pandemie müssen die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. Es steht daher nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für Zuhörer zur Verfügung. Interessierte müssen sich vorher unter Telefon 05446/2090 anmelden. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes ist erforderlich.

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