Steife Brise und waghalsige Manöver

Piloten zeigen bei Modellflugtagen des MFC Barver ihre Maschinen und ihr Können

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Fritz Renzelmann zeigte sein Modell eines Bristol Typ 171 Sycamore.

Ein Summen liegt in der Luft. Es klingt wie ein fliegendes Insekt, nur viel lauter. Der Verursacher des Geräusches, ein kleiner Modellhubschrauber, bewegt sich so schnell am Himmel, dass das Auge kaum hinterher kommt. Immer wieder scheint es, als hätte sein Pilot am Boden die Kontrolle verloren. Doch der ist völlig entspannt und fängt die kleine Maschine nach ihren halsbrecherischen Manövern mühelos wieder ein.

Barver - So einfach, wie es aussieht, ist das laut Ralf Röhr nicht. Es erfordere großes Können, einen Hubschrauber zu lenken, weil er anders als ein Flugzeug nicht eigenstabil sei und nicht durch die Luft gleite, erklärt der Pressesprecher des MFC Barver am Rande der Modellflugtage am vergangenen Wochenende.

Während der kleine Hubschrauber durch die Lüfte fegt, bleibt der Bristol Typ 171 Sycamore von Fritz Renzelmann aus Mellinghausen am Boden. Bei dem größeren Modell ist die Gefahr zu groß, dass es von einer Böen erfasst wird und außer Kontrolle gerät. Den Hubschrauber im Maßstab 1:9 hat Renzelmann vor etwa vier Jahren gebaut. Es ist die Replik eines Agrarhubschraubers, mit dem der Mellinghauser viele Erinnerungen verbindet. „Mit dem Original habe ich meine Jugend verbracht“, erzählt er.

Der Flieger sei von 1977 bis 1986 in Mellinghausen stationiert gewesen und habe bei Veranstaltungen in der Region Besucher auf Rundflüge mitgenommen. „Ein Schulfreund und ich haben an den Wochenenden immer geholfen. Wir haben die Leute zum Hubschrauber gebracht und ihn betankt. Das war eine schöne Zeit“, erinnert er sich mit einem Lächeln.

Laut Renzelmann ist der Hubschrauber inzwischen im Besitz von Red Bull. „Er ist der einzige Bristol Sycamore, der noch fliegt.“ Im vergangenen Sommer sei er sogar noch einmal auf eine große Reise gegagen: von Österreich nach London, wo das 100-jährige Jubiläum der Royal Air Force gefeiert worden sei. Dreimal musste er unterwegs aufgetankt werden, denn das alte Modell ist recht durstig und schluckt etwa 120 Liter pro Stunde, wie der Mellinghauser berichtet.

Einige Meter weiter steht der nächste Blickfang – ein silberner Starfighter mit Turbinenantrieb, 4,10 Meter lang und stolze 22 Kilogramm schwer. Auch er muss am Sonntag am Boden bleiben. „Die Schwierigkeit sind das Starten und Landen“, erklärt Friedhelm Graulich. Bei starken Böen sei die Gefahr einer Havarie zu groß.

Der Flieger weiß aber auch am Boden zu beeindrucken. Bei näherem Hinsehen erkennt man viele liebevolle Details, insbesondere im Cockpit mit seinen zahlreichen Armaturen, die ein kleiner Pilot genau im Blick hat. Auch die komplizierte Technik des Antriebs ist beeindruckend. Graulich ist in Barver keine Unbekannter. Viele Jahre war der Petershäger, der nach eigener Aussage seit etwa 20 Jahren Modellflugzeuge mit Turbinenantrieb baut und fliegt, Mitglied im MFC Barver. Inzwischen ist er zu seinem heimischen Modellflugverein gewechselt, kommt aber immer wieder gerne nach Barver.

Ein etwas kleineres Turbinen-Modell geht dann doch noch in die Luft, schießt senkrecht in den Himmel und zeigt wagemutige Flugmanöver, um dann im Tiefflug über die Wiese zu sausen. Noch wilder sind Flugmanöver des „Airwolf“, der schwarze Hubschrauber von MFC-Mitglied Marko Keltz. Natürlich ist bei den Modellflugtagen auch immer der vereinseigene Gummibärenbomber „Charly“ in der Luft und lässt für die Kinder Süßigkeiten auf die große Flugwiese regnen.

Trotz der etwas widrigen Umstände am Sonntagnachmittag zieht Ralf Röhr eine positive Bilanz. „Wir sind mit der Besucherzahl ingesamt sehr zufrieden.“ Am Samstag seien etwa 40 Piloten dabei gewesen, am Sonntag etwas weniger. Die meisten Modellflieger kommen aus einem Umkreis von etwa 70 Kilometern und sind gute Bekannte. „Wir besuchen uns jedes Jahr gegenseitig“, so Röhr. Auch viele Zuschauer seien gekommen. Die konnten sich, wenn es am Himmel gerade nichts zu sehen gab, am Büfett des Modellflugclubs mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen stärken.

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