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Paul-Moor-Schule ist Begleiter auf dem Weg zur Selbstständigkeit

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Von: Melanie Russ

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Annika Hohn, Leiterin der Paul-Moor-Schule für berufliche Bildung (2.v.r.), ihre Kollegen und Torsten Freyer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz (r.), freuen sich, dass die Schule gut angelaufen ist.
Annika Hohn, Leiterin der Paul-Moor-Schule für berufliche Bildung (2.v.r.), ihre Kollegen und Torsten Freyer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz (r.), freuen sich, dass die Schule gut angelaufen ist. © Melanie Russ

Die Paul-Moor-Schule für berufliche Bildung der Lebenshilfe in Rehden ist erfolgreich gestartet.

Rehden – Schule soll aufs (Berufs-)Leben vorbereiten, jungen Menschen Wissen vermitteln und ihnen Raum geben, eigene Stärken zu erkennen und zu entwickeln. Das ist in der Paul-Moor-Schule für berufliche Bildung der Lebenshilfe in Rehden nicht anders als in anderen Schulen. Nur die Rahmenbedingungen unterscheiden sich etwas. Hier besuchen Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen unterschiedlichster Schwere die zehnte bis zwölfte Klasse. „Nach dem ersten Schulhalbjahr hat sich alles wunderbar eingespielt“, freut sich Annika Hohn, Leiterin der staatlich anerkannten Bildungseinrichtung.

Der Verein Lebenshilfe Grafschaft Diepholz hatte das Gebäude an der Bahnhofstraße 2010 gekauft und zunächst zu einer heilpädagogische Wohngruppe umgebaut. Im vergangenen Jahr wurde es umfangreich renoviert und die räumliche Gestaltung an das neue Schulkonzept angepasst. „Die Schule steht jetzt allen Schülern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf ,Geistige Entwicklung‘ offen“, erklärt Hohn.

Die Kunstwerke aus der Kreativwerkstatt schmücken die Wände der Paul-Moor-Schule.
Die Kunstwerke aus der Kreativwerkstatt schmücken die Wände der Paul-Moor-Schule. © Melanie Russ

„Für größere Räume mussten als erstes Wände weichen und Raumstrukturen verändert werden. Jetzt stehen vier neue Klassenräume mit einer jeweils eigenen Küche sowie den dazugehörigen Praxis- und Therapieräumen zur Verfügung. Zudem mussten die WC-Anlagen auf allen Etagen sowie in der Werkstatt saniert werden“, berichtet Torsten Freyer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Da bei einigen Schülerinnen und Schülern die geistige mit einer körperlichen Beeinträchtigung einhergeht, war dem Verein auch die Schaffung einer Barrierefreiheit sehr wichtig, die bisher fehlte. Insgesamt habe der Umbau rund 180 000 Euro gekostet, so Freyer.

Zum täglichen Unterricht gehören zum einen die Hauptfächer wie Deutsch und Mathe. Um die Schüler in allen Bereichen auf das spätere Leben vorzubereiten, werden laut Hohn aber beispielsweise auch politische Ereignisse gemeinsam verfolgt. Außerdem werden die Schüler an Internet und soziale Medien herangeführt, die in vielen Lebensbereichen nützliche Helfer sind, aber auch Gefahren bergen.

In der eigenen Holzwerkstatt fertigen die Schüler unter anderem Tische und Bänke.
In der eigenen Holzwerkstatt fertigen die Schüler unter anderem Tische und Bänke. © Melanie Russ

Darüber hinaus gibt es vier Praxisgruppen Holzwerkstatt, Hauswirtschaft, Kreativwerkstatt sowie Garten- und Betongruppe. Dort lernen die Schüler Fertigkeiten des alltäglichen Lebens. Und dort entstehen unter anderem auch Bilder, Fledermauskästen, Holzbänke und Kunstwerke aus Ton, die zum Teil auf Märkten in der Region verkauft werden.

Zweimal in der Woche wird für alle Schüler gekocht. Sie entscheiden dabei selbst, was auf den Tisch kommt und planen auch den Einkauf. So, wie sie laut Hohn bei allem dabei sind und mitentscheiden können, was sie betrifft – seien es Elterngespräche, Gespräche über die mögliche berufliche Zukunft oder Ähnliches.

„Unser Ziel ist die Heranführung an eine möglichst eigenständige Lebensführung mit einem individuell geeigneten Arbeitsplatz nach Beendigung der Schulzeit. Wir verstehen uns als Begleiter auf dem Weg in die Arbeitswelt“, erklärt Annika Hohn. Die Spannweite reicht von einem Job in einer Werkstatt für behinderte Menschen bis zum ersten Arbeitsmarkt. Die Paul-Moor-Schule arbeitet dabei auch eng mit der Arbeitsagentur zusammen, deren Mitarbeiter laut Hohn auch in die Schule kommen.

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