Nur auf dem Papier gut ausgestattet

Inklusive Betreuung an Grundschule leidet

Rehden - Auf dem Papier steht die Grundschule in Rehden in Sachen Unterrichtsversorgung gut da. Dank Lehrerabordnungen aus Eydelstedt liege sie bei hundert Prozent, berichtete Schulleiterin Annhild Pilgrim im Schulausschuss der Samtgemeinde.

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Der inklusive Bereich sei nur zu 35 Prozent abgedeckt. „Stunden, die uns eigentlich zustehen, fehlen. Wenn ich nicht so engagierte Kolleginnen hätte, sähe es schon bitter aus“, beklagt die Rektorin.

Insgesamt werden in der Grundschule Rehden mit ihren Außenstellen Wetschen (61 Schüler) und Barver (30 Schüler) derzeit 210 Mädchen und Jungen unterrichtet. 15 von ihnen haben einen erhöhten Förderbedarf. Hinzu kommt eine nicht unerhebliche Zahl an Kindern mit Migrationshintergrund. Acht Mädchen und Jungen haben laut Pilgrim ganz geringe Deutschkenntnisse, 20 könnten sich zwar verständigen, ihnen fehle aber noch viel Struktur in der deutschen Sprache. Auch sie bedürfen einer erhöhten Zuwendung.

Mit Blick auf das Schuljahr 2018/19 sehen sich Grundschule und Verwaltung einer weiteren Herausforderung gegenüber. Bei Kindern, die zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, sollen die Eltern künftig entscheiden können, ob sie den Schulstart um ein Jahr verschieben möchten. In Rehden haben für das kommende Schuljahr 8 von 34 potenziellen Erstklässlern die Wahl. Wie sie ausfällt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. „Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer zu kalkulieren“, sagte Pilgrim.

Bedarf an Kita-Plätzen steigt

Viel gerechnet werden muss wegen der neuen Beitragsfreiheit bei der frühkindlichen Bildung auch in den Kindertagesstätten. Hier sei eine Kalkulation ebenfalls schwierig, weil viele Eltern ihre Kinder vorsichtshalber für eine Kita anmeldeten, da dies kostenlos sei. Ob sie ihren Platz dann tatsächlich in Anspruch nähmen, sei nicht sicher, schilderte Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch das Problem. 

Weil aufgrund der wegfallenden Kosten aber wohl in jedem Fall mehr Kinder betreut werden müssen, sind nach Einschätzung Blochs zusätzliche Kapazitäten erforderlich. Der Standort in Hemsloh sei weitestgehend ausgereizt, gleiches gelte für Rehden. Die Verwaltung denkt in diesem Zusammenhang über ein Angebot im Gebäude der Grundschule Barver nach, die im Sommer schließen wird. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Eine klassische Kindertagesstätte muss es laut Bloch nicht sein.

mer

Rubriklistenbild: © dpa

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