Modern, zeitgemäß und funktionell

Neue Lebenshilfe-Wohnanlage bietet mit kleinen Gruppen mehr individuelle Förderung

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Steffen Fano, Leiter der Heilpädagogischen Wohngruppen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz, lud zu einem Rundgang durch die neue Anlage ein, in der in vier Wohngruppen 20 Kinder und Jugendliche leben können. 

Großes Möbelrücken und -schleppen dieser Tage in der Rehdener Bahnhofstraße 18. Denn das neu errichtete Gebäude der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz für die Heilpädagogischen Wohngruppen (HPWG) für Kinder und Jugendliche ist bezugsfertig. Zum 1. Juni soll der Umzug aus dem danebenliegenden Gebäude der ehemaligen Bahnhofsgaststätte komplett erfolgt sein.

Rehden - Mit Begeisterung haben die 14 Mädchen und Jungen, die hier derzeit leben, bereits einige persönliche Dinge in ihr neues Reich getragen. „Die Kinder freuen sich ebenso wie wir über die neuen Wohngruppen, die anders als bisher strukturiert sind“, erläutert Steffen Fano, Leiter der HPWG. Bisher habe es in dem alten Gebäude eine Wohngruppe für alle Heranwachsenden und dazu Etagenbäder gegeben. „Das war alles nicht mehr zeitgemäß.“ Der Neubau habe durch die Binnendifferenzierung eher den Charakter eines Mehrfamilienhauses mit kleinen WGs. 

Vier kleinere Wohneinheiten auf zwei Etagen bieten bis zu fünf Kindern je Wohngruppe Raum, sich wohlzufühlen und durch die insgesamt rund 25, zum Großteil pädagogisch geschulten Betreuer individuelle Förderung zu erhalten. Die Zimmer sind mit Bett, Kleiderschrank und Hocker vorausgestattet, besitzen dazu ein eigenes Bad. Alles Übrige können die Kinder und Jugendlichen nach ihren Wünschen ergänzen und gestalten“, erläutert Fano das neue Konzept, das auch veränderten Behinderungsbildern Rechnung trägt. Hinzu kommen je Wohneinheit, ein Gruppenraum mit Küche und gemütlichem Wohnbereich sowie ein Hauswirtschaftsraum. „Die WGs sind altershomogen zusammen gesetzt.“ Zu jeder Wohngruppe gehört zudem ein Betreuerzimmer in dem die Heranwachsenden 24-Stunden am Tag einen Ansprechpartner finden. 

„Bei uns leben Kinder und Jugendliche vom Grundschulalter an bis zur Volljährigkeit, die aufgrund ihrer geistigen Behinderung ein sehr hohes Maß an Betreuung, Begleitung und besonderer Förderung brauchen, damit sie sich auf der Basis der Voraussetzungen, die sie mitbringen, weiterentwickeln können“, erläutert Fano. Das fange im Schulischen an und höre bei den Dingen des alltäglichen Lebens wie Spielen, Einkaufen, Arztbesuch, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder Kinobesuch auf. „Wir wollen durch die Gemeinschaft die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben fördern“, stellt Fano heraus. 

An den Wohnplatz sei auch der Besuch der Paul-Moor-Schulen gekoppelt. Beide staatlich anerkannten Tagesbildungsstätten der Lebenshilfe sind Bestandteil des niedersächsischen Schulwesens und Lernorte für Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Ein solches Angebot finde man in der Region sehr selten, machte Fano aufmerksam. Daher reiche das Einzugsgebiet von Cloppenburg bis Nienburg über den Landkreis Diepholz hinaus.

Die Heilpädagogischen Wohngruppen seien 2007 mit fünf Plätzen in Sulingen gestartet. Angesichts des steigenden Bedarfs erwarb die Lebenshilfe 2009 die ehemalige Rehdener Gaststätte. 2010 wurde das Gebäude nach Renovierungsarbeiten bezogen. Als Übergangslösung wurden zudem in Diepholz vier Plätze eingerichtet. „Die Jugendlichen ziehen nun mit in den Rehdener Neubau.“ Von den 20 Zimmern seien somit 14 belegt. Die Kosten für den Neubau, dessen Errichtung im Mai 2018 begann, belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Wie die nun leer stehende Gaststätte zukünftig genutzt werde, stehe noch nicht fest.  art

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