Neues Konzept auf den Ulenhöfen

Neben Biolandwirtschaft: Ziele der Landschaftspflege nachhaltig erfüllen

Ortstermin mit (von links): Fabio Meier (Stiftung), Lina Offergeld (Schäferin), Wolfgang Johanning (Pächter), Cord Bockhop (Landrat), Thomas Schulze (Vorsitzender der Stiftung), Hartmut Bloch (Samtgemeindebürgermeister Rehden).
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Ortstermin mit (von links): Fabio Meier (Stiftung), Lina Offergeld (Schäferin), Wolfgang Johanning (Pächter), Cord Bockhop (Landrat), Thomas Schulze (Vorsitzender der Stiftung), Hartmut Bloch (Samtgemeindebürgermeister Rehden).

Hemsloh/Rehden – Die beiden Naturschutzhöfe der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung in Hemsloh und Rehden unterliegen seit kurzem einem neuen Konzept. Neben einem neuen Pächter stellte die Stiftung auch eine neue Meisterin vor, die für die Schafzucht auf den Ulenhöfen zuständig sein wird.

Neben der Förderung von Bildung und Qualifizierung sowie von Wissenschaft und Forschung engagiert sich die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung seit über 30 Jahren in der Landschaftspflege. Die konzeptionelle Neuausrichtung der Höfe geht die Stiftung mit dem neuen Pächter Wolfgang Johanning aus Rehden an. Der 55-Jährige führt in siebter Generation den familiären Milchviehbetrieb und stellt diesen zurzeit auf Biolandwirtschaft um, heißt es in der Mitteilung der Stiftung.

„Wir freuen uns, dass wir einen Pächter gefunden haben, der mit einem ökologischen Ansatz unsere Flächen nachhaltig bewirtschaftet“, sagt Dr. Thomas Schulze, Vorsitzender der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung. Es sei wichtig, auf diese Weise zu gewährleisten, dass die Moorvegetation kurz gehalten, der Nährstoffgehalt des Moores verringert und der Lebensraum von Vogelarten und Pflanzen gepflegt werde.

Schafe sollen auch künftig auf den Ulenhöfen dazu beitragen, das unter Naturschutz gestellte Rehdener Geestmoor im südlichen Landkreis Diepholz zu pflegen und zu erhalten. Die Tiere schaffen damit auch eine Voraussetzung dafür, das Hochmoor durch eine Wiedervernässung zu renaturieren. Die Aufgabe übernimmt in Hemsloh die weiterhin bestehende Herde Diepholzer Moorschnucken.

Pächter Johanning übernimmt zwei Schäfer und einen Auszubildenden der Ulenhöfe. Zuständig für die Schafzucht und -haltung wird Meisterin Lina Offergeld sein. Auf dem Hof in Rehden werde der Schwerpunkt auf der Weidetierhaltung gelegt.

„Mit dem neuen Konzept können wir drei wesentliche Punkte auf den Höfen erfüllen: Zum einen die Biolandwirtschaft in der Region voranbringen. Des weiteren Artenschutz in Form der Diepholzer Moorschnucke fortführen und drittens die Landschaftspflege im Rehdener Geestmoor mehr als zuvor betreiben“, so Schulze.

Johanning freut sich einen gemeinsamen Weg mit der Ulderup Stiftung gefunden zu haben. Dem nachhaltigen biologischen Wirtschaften habe sich der 55-Jährige schon lange verschrieben. „Das ist für die Region ein großer Schritt nach vorne. Ich habe eine Perspektive für die Zukunft bekommen, da mein Sohn hat gerade seine Ausbildung zum Landwirt abgeschlossen und könnte meine Nachfolge antreten“, so der Pächter.

Der nächste Schritt bestehe in der Umstellung der Flächen auf eine biologische Bewirtschaftung. Dies geschehe bereits, sodass die Ulenhöfe etwa im Herbst 2021 Biomilch und Biofleisch erzeugen und die daraus produzierten Produkte vermarkten können.

„Der Erfolg der Ulenhöfe beruht auch auf der guten und engen zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Rehden und dem Landkreis Diepholz. Hierfür bedanke ich mich im namen der Stiftung bei Herrn Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch und Herrn Landrat Cord Bockhop“, ergänzte Vorsitzender Schulze.

Bloch fügte an: „ Wir freuen uns über die Kontinuität der Höfe, dass sie der Samtgemeinde auch weiterhin erhalten bleiben. Die Ulenhöfe haben sich in der Region bereits zu einem eigenständigen Markennamen entwickelt. Ich sehe bei der Vermarktung des Fleisches eine Nische, die man ergreifen sollte. Gerade jetzt, wo viel über die Massentierhaltung diskutiert wird. In dem neuen Konzept sehe ich eine sinnvolle Nutzung der Potenzialflächen und wünsche weiterhin viel Erfolg.“

Landrat Bockhop sagte: „Landschaft und Landwirtschaft haben im Landkreis Zukunft. Bei der Tierhaltung muss man sachlich herangehen und die Haltung abwägen. Wir leben in einer Natur- und Kulturlandschaft, die es zu pflegen gilt. Ich sehe das Konzept als einen mutigen aber auch gezielten Weg, mit dem auch die Rekultivierung des Moores voran getrieben werden kann. Es gilt Ideen auch wirtschaftlich zu entwickeln und umzusetzen, denn zur Landwirtschaft gehört eben auch das richtige Wirtschaften.“   edh

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