Verein „Unser Bruch“ hofft auf Baubeginn für Bürgerradweg noch in diesem Jahr

Mündliche Zusagen stimmen optimistisch

Vorsitzender Friedhelm Wiegmann (vorne) informierte über den Stand der Dinge beim Bürgerradweg. Stellvertreter Benjamin Kappe stellte Mitgliederzahlen vor. Foto: Russ

Düversbruch - Von Melanie Russ. Alle Zeichen stehen auf Erfolg, doch mehr als einen vorsichtigen Optimismus erlauben sich Friedhelm Wiegmann, Vorsitzender des Vereins „Unser Bruch“, und seine Mitstreiter noch nicht. Zwar gebe es eine mündliche Zusage aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover, dass mit Landesmitteln für den Bau eines Bürgerradweges entlang der Burlager Straße/Düversbrucher Straße zu rechnen sei, berichtete Wiegmann bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Doch die schriftliche Bestätigung steht noch aus.

Gleiches gilt für die Unterschriften unter der Vereinbarung zwischen der Samtgemeinde Rehden und der Straßenbaubehörde in Nienburg, die die Details für den Bau regelt. Die Planungsentwürfe hatten der Verein und die Samtgemeinde Rehden im April dort eingereicht. Weil die Behörde aber einen etwa halben Meter größeren Abstand zu den Straßenbäumen forderte, musste noch einmal umgeplant werden. Die Samtgemeinde hat inzwischen für insgesamt 22000 Euro die erforderlichen Vermessungen und Untersuchungen durchführen lassen. In den nächsten Tagen soll es mit der Behörde die nächsten Gespräche zum Abschluss der Vereinbarung geben.

Das kann für den Vorstand gar nicht schnell genug gehen. Er wartet mit steigender Ungeduld darauf, dass er endlich die Flächen für den Radweg von den Anliegern kaufen kann. Spätestens im Sommer soll das erledigt sein, damit der Bau möglichst noch in diesem Jahr beginnt.

Grund für die Eile ist auch die Angst vor möglicher „Konkurrenz“. Denn das Land Niedersachsen hat ein neues Förderprogramm für Bürgerradwege mit einem Volumen von einer Million Euro aufgelegt, in dem das Projekt von „Unser Bruch“ laut Wiegmann an erster Stelle steht. Im Herbst ereilte den Verein die Nachricht, dass der Förderanteil – bislang 50 Prozent der rund 800 000 Euro Baukosten – vorbehaltlich der zur Verfügung stehenden Mittel auf bis zu 100 Prozent steigen könnte. Wenn die Brücher allerdings nicht schnell zu einem Abschluss kämen, könnten andere an ihnen vorbeiziehen und ihr Stück vom Kuchen kleiner werden, fürchtet Wiegmann.

Nach Einschätzung von Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch ist diese Sorge unbegründet. Denn die Vereine, die jetzt mit ähnlichen Projekten starteten, könnten den Vorsprung von „Unser Bruch“ nicht mehr einholen. Er bewertete die Chance, dass noch in diesem Jahr alles in trockene Tücher gebracht wird, als sehr gut.

Zwar wünscht sich Friedhelm Wiegmann auch von seiner Samtgemeindeverwaltung, dass sie ein bisschen mehr aufs Tempo drückt, doch ansonsten ist er voll des Lobes für sie und die Mitgliedsgemeinden Rehden, Wetschen und Hemsloh, die jeweils 100 000 Euro für den Radwegebau in ihre aktuellen Haushalte eingestellt haben. Er erinnerte daran, dass eigentlich das Land für den Bau zuständig sei. „Dass die Hauptlast tatsächlich bei der Samtgemeinde und den beteiligten Kommunen liegt, kommt dabei viel zu wenig zum Ausdruck“, betonte Wiegmann. Positiv hob er auch hervor, dass die Gemeinde Wagenfeld 10 000 Euro für die Anbindung an „In den Huntlosen“ bereitgestellt hat. Allerdings hofft der Verein, dass Wagenfeld hier noch nachbessert.

Weniger freundliche Worte richtete Wiegmann in Richtung Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“. „Letztendlich hat uns Lemförde schon im Stich gelassen. Denn unser erklärtes Ziel war ja, gemeinsam als Region mit der Samtgemeinde Rehden und Wagenfeld in Hannover für den Radweg zu werben. Auch das hat leider nicht funktioniert. Ungeachtet dessen sind wir davon überzeugt, dass dieses Radwegprojekt den Tourismus in der Dümmer Region weiter fördern wird.“

Trotzdem sei die Tür für Lemförde nicht zugeschlagen. Auch Bloch plädierte für einen weiteren Dialog. So habe es unter anderem mit den Bürgermeistern von Brockum und Hüde, Marco Lampe und Heiner Richmann, konstruktive Gespräche gegeben.

Ein bisschen nachbessern muss der Verein „Unser Bruch“ auch noch bei den Finanzen. Weil der Fahrradweg einen halben Meter breiter werden muss, als gedacht, müssen auch mehr Flächen gekauft werden. „Allein mit den Mitgliedsbeiträgen werden wir das nicht stemmen können“, sagte der zweite Vorsitzende Benjamin Kappe und ermutigte die 71 Versammlungsteilnehmer, für weitere Spenden zu werben.

Zum 31. Dezember hatte der Verein laut Schatzmeister Wilhelm Nordloh einen Kassenbestand von 48 646 Euro. Davon sind im vergangenen Jahr 21 500 Euro an Spenden eingegangen, die Mitgliederbeiträge beliefen sich auf 5540 Euro. Die Mitgliederzahl stieg im Jahresverlauf um 16 auf 266.

Im Terminkalender des Vereins haben die Märkte der Region bereits einen festen Platz. Dort wollen die Aktiven weiterhin für ihr Projekt werben. Der letzte Termin ist zwar noch nicht mit einem konkreten Datum versehen, aber trotzdem der wichtigste auf der Liste. Ende 2020: Erster Spatenstich.

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