Michael Essler neuer zweiter Vorsitzender

Jahreshauptversammlung des Rehdener Ortsvereins des Blauen Kreuzes

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Der neue Vorstand des Blauen Kreuzes Rehden (v.l.): Ottilie und Heinz Fieseler, Michael Essler, Anne Scheland, Hermann Hoffmann und Schriftführerin Anita Hoffmann.

Rehden - Sie zeigen sich zwar in der Öffentlichkeit, sind bei vielen Veranstaltungen im Ort dabei, doch ihre wichtigste Arbeit leisten die Mitglieder des Rehdener Ortsvereins des Blauen Kreuzes im Verborgenen: die ehrenamtliche Hilfe für Suchtkranke. Umso herzlicher fiel der Dank von Rehdens Bürgermeister Wilhelm Grelle während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Gemeindehaus aus.

„Die meiste Arbeit passiert zu Hause in manchmal stundenlangen Gesprächen“, berichtet der Vorsitzende. Hilfe erhalten dabei nicht nur die Alkoholabhängigen selbst, sondern auch deren Angehörige. Die bleiben nach Hoffmanns Erfahrung oft auf der Strecke. Für sie werde viel zu wenig getan.

Alkoholabhängigkeit werde immer noch als Schande empfunden, bedauert Hoffmann. „Das ist eine Schamgrenze. Die Menschen erzählen lieber von einer Krebserkrankung als von einer Suchterkrankung.“ Dabei sei eine Abhängigkeit genau das: eine Krankheit, für die man sich nicht schämen müsse.

Die Aktivitäten, mit denen die Ortsgruppe auf ihre Arbeit aufmerksam machen und Betroffenen helfen möchte, sind vielfältig: regelmäßige Gruppenabende, Haus- und Krankenbesuche, Telefonberatungen, Gruppenvorstellungen in Kliniken, Gespräche mit Geschäftsleitungen in Betrieben, Suchtprävention und gesellige Veranstaltungen. Die konkreten Zahlen für das vergangene Jahr nannte Hoffmann in seinem Jahresbericht. Demnach nahmen insgesamt 576 Personen an den Gesprächsrunden an 49 Freitagen teil. Mitglieder der Ortsgruppe machten 32 Hausbesuche, 14 Krankenhausbesuche und zehn Besuche in Fachkrankenhäusern. Zwölf Personen erhielten erstmals eine Betreuung, sechs von ihnen nehmen nach wie vor regelmäßig an den Gesprächsabenden teil.

Der neue Vorstand des Blauen Kreuzes Rehden (v.l.): Ottilie und Heinz Fieseler, Michael Essler, Anne Scheland, Hermann Hoffmann und Schriftführerin Anita Hoffmann.

Zwölfmal stellte sich die Gruppe in Fachkliniken in Hüsede bei Bad Essen, in Neuenkirchen bei Damme in Twistringen und Bassum vor. Diese Besuche sollen zum einen die Patienten ermutigen, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen, zum anderen verdeutlichen, wie wichtig die ehrenamtliche Suchtkrankenhilfe „auf dem Weg in ein zufriedenes suchtmittelfreies Leben ist“, so Hoffmann. „Wir stellen immer wieder fest, dass viele sogenannte Wiederholungstäter dort sind.“ Die Frage, ob sie eine Gruppe besucht hätten, beantworteten sie meistens mit Nein.

„Auch 2017 haben wir leider wieder feststellen müssen, dass wir nicht jedem helfen können. Das ist vor allem dann nicht möglich, wenn der Betroffene seine Sucht nicht als Krankheit akzeptiert und nur auf Drängen anderer eine Entgiftung macht und die Selbsthilfegruppe besucht“, sagte Hoffmann in seinem Bericht. Die Mitarbeit eines Betroffenen sei aber unbedingt erforderlich, um dessen Krankheit zum Stillstand zu bringen. Wer sich darauf einlasse, der erlebe, wie viele positive Rückmeldungen er erfahre, wenn er offen und ehrlich mit seiner Suchterkrankung umgehe.

Neben den „alltäglichen“ Aufgaben nahmen Mitglieder der Ortsgruppe an Arbeitskreistagungen der Diakonie, Tagungen der Fachgruppe Sucht im Krankenhaus Bassum, Sitzungen des Landesverbandes und der AG-West teil. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz, etwa beim Grünkohlessen im Januar, beim Karfreitagsgottesdienst mit anschließendem Brunch, beim Minigolf-Turnier oder einer Tagesfahrt zur Emsflower in Emsbüren. Ähnliche Veranstaltungen sind auch in diesem Jahr wieder gefragt.

Bei der Organisation bekommt der Vorstand Unterstützung von einem neuen Gesicht. Michael Essler tritt als zweiter Vorsitzender die Nachfolge von Herfried Benge an. Kassenwart bleibt der erste Vorsitzende Hermann Hoffmann in Personalunion, Beisitzer sind Ottilie und Heinz Fieseler sowie Anne Scheland. Als neue Kassenprüfer wählten die Mitglieder Ralf Evers und Gerhard Sander. Ihre Vorgänger Peter Weiß und Günter Riesmeier hatten Hoffmann zuvor eine tadellose Kassenführung bescheinigt. - mer

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