Vorbereitung für den Ernstfall

Mädchen und Frauen lernen in Wetschen Verteidigungstechniken

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Bianca Oehlmann (l.) mit einigen der Teilnehmerinnen des Selbstverteidigungskurses, den sie zusammen mit ihrem Polizeikollegen Matthias Bruns angeboten hatte.

Wetschen - Das Fazit der zwei Polizisten der Bundespolizei Bremen, Bianca Oehlmann und Matthias Bruns, nach dem Selbstverteidigungskurs für Frauen in Wetschen ist mehr als sehr gut. Diesen hatten Bianca Oehlmann und ihr Kollege angeboten und beide stießen auf ein positives Feedback von 16 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 14 und 52.

Vergangenen Donnerstag fand die letzte Trainingseinheit von vieren – je zwei Stunden in der Sport- und Pausenhalle der Grundschule in Wetschen – statt und die Teilnehmerinnen zeigten, wie beherzt sie an zwar gemimte, im realen Leben aber sehr ernste Situationen, herangehen. Sie legten den „schwarzen Mann“, sportlich gespielt in einem Schlagschutzanzug mit Helm und Visier abwechselnd von Bruns und Oehlmann, mit den von ihnen erlernten Griff- und Angriffsmethoden auf die Matte.

Konditionierung für den Fall, den niemand erleben möchte

Die nachgespielten Fälle zeigten Situationen, die keine Frau jemals erleben möchte. An den Haaren reißen, Würgen von vorne und hinten, Handgelenk festhalten, Niederschmeißen und Reitsitz, der eine Vergewaltigungsposition spiegelt – all dem waren die Teilnehmerinnen ausgesetzt. Doch sie waren durch das Training konditioniert: „Eure Mütter brauchen um euch keine Angst zu haben, ihr seid gut vorbereitet. Mein Okay habt ihr“, resümierte Oehlmann. Die Polizistin stammt selbst aus Wetschen und findet dieses Angebot sehr wichtig: „Darum haben mein Kollege und ich den eigentlich länger dauernden Kursus auf vier Abende klein gestrickt, Fortsetzung nicht ausgeschlossen.“ Beide Polizisten sind in der Aus- und Fortbildung zum Einsatztraining bei der Polizei und Gurtträger im Ju-Jutsu.

Nach dem simulierten Angriff bekommt Trainer Matthias Bruns die Folgen zu spüren.

Aus Erfahrung der Polizeibeamten mache es sehr viel Sinn, Präventionsarbeit in frühen Jahren zu leisten, Selbstbehauptung großzuschreiben und für den Ernstfall eines nicht auszuschließenden tätlichen Angriffes die Selbstverteidigung anwenden zu können. Die Teilnehmerinnen zeichneten unterschiedliche Attribute in der Verteidigungsstrategie aus: Die jüngste Teilnehmerin, 14 Jahre, überzeugte mit dem Abspulen der Griffe auf das entsprechende Stichwort, Wendigkeit und blitzschnellem Reagieren. Dann war sie raus aus der Gefahrenzone. „Umwerfen und Weglaufen mit lauter Stimme“, kann auch eine Strategie sein, ergänzte Oehlmann. Dazu war der Handballenstoß gegen die Stirn sinnig. Andere Teilnehmerinnen setzten auf „lieber ein Schlag mehr als zu wenig“ bis der Angreifer zu Boden ging und sie wegrennen konnten. Alle beherrschten sehr eindrucksvoll die gelernten Verteidigungsmethoden: Den Knie-Stoß, das Finger in die Augen stechen, den Ellenbogenstoß in Rücken oder Brustkorb oder den Genickdrehhebel.

Spaß bei ernstem Hintergrund

Spaß bei ernstem Hintergrund kennzeichnete die Gruppe, dessen Bewertung sehr positiv ausfiel: Die Motivation teilzunehmen, taten sie gerne kund. „Ich finde es in der heutigen Zeit sehr wichtig“, ein Fazit, „Man gewinnt Zutrauen zu seinen eigenen Kräften“, ein anderes. „Besonders gut finde ich, dass wir das Wissen von Menschen von der Basis, aus dem Polizeidienst, erfahren“, eine Dritte. Von Barnstorf über Drebber, Diepholz, Wetschen, Rehden bis nach Pr. Ströhen reichte der Herkunftsradius der Frauen. Blanke Angst beim Anblick des Messers, das Trainerin Bianca zum Schluss zog. „Einen Messer-Attacken-Täter zu entwaffnen, ist sogar für die Polizei fast unmöglich. Da bleiben wir immer auf Abstand.“ Der Angreifer mit einem Messer stäche fast immer von oben in den Schulter-, Rücken- oder Genickbereich oder wenn er bereits dicht vor dem Opfer steht, direkt in den Bauch. Das Gebot der Stunde sei dann: Laufen, laufen, laufen.

„Ein kleiner Helfer, den man eh in der Hand hält um zwei Uhr nach dem Discobesuch auf dem dunklen Parkplatz ist euer Autoschlüssel“, erläuterte Bianca. Eine kleine Waffe zum Schutz durch Stechen an verwundbare Stellen wie Auge, Hals, hinterm Ohr oder Richtung Hoden. Genauso gut seien Kugelschreiber oder Stift.

Geht es nach den Trainern, sollten Kurse dieser Art öfter angeboten werden, damit Frauen aus dem ganzen Landkreis Selbstverteidigungstechniken erlernen könnten.

sbb

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