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BTR Logistik soll mehr Platz bekommen - Fachausschuss stimmt zu

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Von: Melanie Russ

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Mit Autos beladene Lkw stehen derzeit abends dicht an dicht auf dem Parkplatz der Waldsportstätten. Ein eigener Parkplatz für den Lieferverkehr von BTR Logistik soll eventuell bald Abhilfe schaffen.  - Foto: Russ
Mit Autos beladene Lkw stehen derzeit abends dicht an dicht auf dem Parkplatz der Waldsportstätten. Ein eigener Parkplatz für den Lieferverkehr von BTR Logistik soll eventuell bald Abhilfe schaffen. © Russ

Wetschen - Von Melanie Russ. Es ist noch gar nicht lange her, dass die Gemeinde Dickel im Bereich des ehemaligen Munitionsdepots ein etwa 30 Hektar großes Gebiet für das Unternehmen BTR Logistik neu überplant und dem Gewerbepark Heidmoor hinzugefügt hat. Entsprechend überrascht war Gemeindedirektor Hartmut Bloch nach eigener Aussage vom Wunsch des Unternehmens, weitere Flächen nutzen zu wollen – dieses Mal auf Wetscher Gemeindegebiet.

11,3 Hektar sollen direkt am bestehenden Betriebsgelände über den neuen Bebauungsplan „Gewerbepark Heidmoor IV“ nutzbar gemacht werden. Dem Aufstellungsbeschluss stimmte der Bau-, Wege-, Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend einmütig zu. Das Votum des Gemeinderats sollte bereits gestern Abend folgen.

Etwa sieben Hektar des zu überplanenden Bereichs sollen künftig als Stellplätze genutzt werden, die aus wasserdurchlässigen Materialien bestehen müssen. Etwa drei Hektar sind von Wald überwachsen. Der Rest wird als Gewerbegebiet und Verkehrswege ausgewiesen. Die Erschließung erfolgt wie gehabt über die Kreisstraße 41 (Dickeler Straße). 

Sie gebe die zusätzliche Belastung her, das Nadelöhr sei die Bundesstraße, erklärte Gemeindedirektor Bloch auf Nachfrage von Ursula Lipinski-Lange (SPD), ob man nicht die Lohauser Straße östlich des Unternehmens als zusätzliche Zuwegung nutzen könnte. Der Weg von dort zum Betriebsgelände sei nur drei Meter breit, gab Bloch zu bedenken. Er könne daher nur als Puffer, nicht aber als reguläre Zufahrt dienen.

Möglicherweise soll ein neuer Lkw-Parkplatz gebaut werden

Lipinski-Lange wies auch auf die zahlreichen Lkw hin, die regelmäßig auf dem Parkplatz der Waldsportstätten stehen. Das sei nicht optimal. Auch der Gemeinde gefällt dieser Zustand laut Bloch nicht. Es gebe Überlegungen, für den Lieferverkehr eine Wiese vor dem Betriebsgelände in einen Lkw-Parkplatz mit sanitären Anlagen zu verwandeln, sagte er.

Die maximale Gebäudehöhe ist im Bebauungsplan auf zwölf Meter festgesetzt, Schornsteine, Antennenträger und ähnliches dürfen bis zu 16 Meter hoch sein. Hinsichtlich des Immissionsschutzes besteht aus Sicht der Gemeinde kein weiterer Regelungsbedarf, da in der Nähe keine relevanten Nutzungen vorhanden seien. Das nächstgelegene Wohnhaus ist demnach mehr als 600 Meter entfernt, die Siedlungsbereiche Dickel und Dönsel mehr als einen Kilometer.

Bloch hob am Dienstag hervor, dass BTR Logistik mit etwa 150 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber vor Ort sei und die Gemeinde darum gut daran tue, dessen Standortsicherung zu unterstützen. Das Unternehmen drückt bei der Planung aufs Tempo, denn wie Bloch berichtete, haben neben VW weitere Automobilkonzerne Interesse an einer Nutzung des überregionalen Verteilzentrums gezeigt. Um sie nicht als potenzielle Kunden zu verlieren, sei eine schnelle Umsetzung der Planungen erforderlich.

Hindernisse für die Nutzung der Gewerbefläche gibt es kaum

Größere Hindernisse sieht der Gemeindedirektor diesbezüglich nicht, da der Samtgemeinderat den Bereich im Flächennutzungsplan bereits für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen hat. Bloch geht davon aus, dass es bei der in Kürze geplanten Beteiligung der Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange nur wenige Rückmeldungen geben wird. 

Dass es dort nach derzeitigem Kenntnisstand keine geschützten Tierarten gebe, auf die Rücksicht genommen werden müsse, erleichtere die Planungen. Der Landkreis Diepholz habe seine Zustimmung in Vorgesprächen bereits signalisiert. Bloch rechnet daher mit einem „schlanken Verfahren“, das in etwa eineinhalb Jahren abgeschlossen werden kann.

Die gesamten Planungskosten trägt das Unternehmen selbst. Eine entsprechende Vereinbarung wurde laut Bloch in einem städtebaulichen Vertrag getroffen. Die erforderlichen Kompensationsmaßnahmen werden über einen Vertrag zwischen BTR Logistik und dem Landkreis Diepholz geregelt.

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