Andrea Wöbse organisiert besonderes Drei-Gang-Menü

Licht aus – Sinne an: Dinner im Dunkeln in Wetschen

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Mit einem Nachtsichtgerät führte Organisatorin Andrea Wöbse die Dinner-Teilnehmer in den Saal.

Wetschen - „Ihr werdet Besteck rechts und links und eine Serviette in der Mitte ertasten. Zwei Gläser für Wein stehen rechts und die Getränke gießt Ihr selbst ein“, so klang die kurze Einführung von Andrea Wöbse zum Event „Dinner im Dunkeln“ im Gasthaus Recker in Wetschen, zu dem sich 40 Interessierte angemeldet hatten. Ertasten? Ja richtig. Denn das Menü von Koch Florian Germer und seinem Team umfasste für die Mutigen, die im Stockdunklen essen und trinken wollten, drei Gänge.

Was das war, was sie verspeisten, wurde erst nach dem Essen bei einer Präsentation aufgelöst, die mit Kerzenschein eingeleitet wurde, um die Gäste langsam wieder ans Licht zu gewöhnen.

Nach der Begrüßung und Einführung durch Andrea Wöbse im Gastraum, führte die Initiatorin zuerst die vier „Paten“ Petra, Michael, Christian und Tobias, alle sehbehindert oder erblindet, an die vier Tische im Saal, dann die Gäste tischweise in einer Art Polonaise mit Andrea Wöbse und Nachtsichtgerät voraus. Der Saal erhielt eigens eine Schleuse aus drei Vorhängen, die für perfekte Dunkelheit im Innern des Saales sorgten.

Die Servicekräfte Meike Müller und Nadine Bühnert hatten die anstrengende Aufgabe, den Service der Tellergerichte mit Nachtsichtgeräten zu gewährleisten. Die Gästeschar war sehr gemischt: Von Freunden, Verwandten bis zu Interessierten, wie die Welt von Blinden oder Sehbehinderten Personen real aussieht. Andrea Wöbse ist Sammlungsbeauftragte des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen für den Raum Diepholz. Sie ist bekannt für ihre einfallsreichen Aktionen, um Gelder zu generieren. Noch in Erinnerung das Konzert im Diepholzer Theater mit der blinden Sängerin Corinna May.

In Wetschen lief am Abend das Dinner alles sehr gut und die Gäste waren sehr zufrieden. Die Auflösung des Menürätsels hieß: Vorspeisenteller an frischen Salaten, Saltimbocca vom Schwein an mediterranem Gemüse und Rosmarinkartoffeln und als Nachspeise eine Mousse au chocolat mit Panna Cotta, handgefertigtem Cake an Heidelbeereis. Dass der Keks in Form eines Segels war, konnten die Findigen unter den Besuchern nur ertasten, denn Schwupps, dann war er auch schon verputzt. Ob das Saltimbocca, dass übersetzt aus dem Italienischen „Spring in den Mund“, dies wirklich tat, wissen nur die Gäste.

Jochen Bartling und Heike Gronau waren als Vertreter des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen zu dem Event nach Wetschen gereist und erläuterten den Besuchern die Hilfsmittel für die gehandicapte Gruppe von Menschen anhand von Demoartikeln.

sbb

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