Projekt „Brillen Weltweit“

Landfrauen-Kreisverband Diepholz sammelt 4 716 Brillen

Johannes Klein von „Brillen Weltweit“ holte die stattliche Brillensammlung der Landfrauen ab.
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Johannes Klein von „Brillen Weltweit“ holte die stattliche Brillensammlung der Landfrauen ab.

Hemsloh – 4716 Brillen stapeln sich in den Kartons – einige etwas älteren Jahrgangs, andere noch top-modern. Gesammelt haben sie die Landfrauenvereine Diepholz, Barnstorf und Sulingen für das ehrenamtliche Projekt „Brillen Weltweit“, das unter dem Motto „Brillen spenden – Sehen schenken“ seit den 1970er-Jahren Sehhilfen an Hilfsbedürftige verteilt.

„Dass es so erfolgreich wird, hätten wir nicht gedacht“, freut sich Landfrau Annette Schröder, auf deren Hof in Hemsloh sich Vertreterinnen aus allen beteiligten Orten trafen, um die Kartons an Johannes Klein, Koordinator von „Brillen Weltweit“, aus Koblenz zu übergeben. Die Landfrauen hatten die Sammelaktion im Juni angestoßen, weil sie das Projekt „total klasse finden“, wie Schröder sagt, und weil sie nach dem langen Lockdown wieder etwas tun wollten. Ihre Sammelboxen stellten sie an mehreren Orten im Südkreis auf. Die größte Resonanz habe es bei den Sammelstellen in den Apotheken gegeben, berichtet Schröder.

Laut „Brillen Weltweit“ sind 116 Millionen Menschen nur deshalb sehbehindert, weil ihnen eine Sehhilfe fehlt. 89 Prozent der Menschen mit Sehbehinderungen leben demnach in den ärmsten Ländern der Welt. „Mit einem Einkommen von einem Dollar pro Tag kann man sich keine Brille leisten“, heißt es auf der Homepage. Kinder könnten dank der kostenlosen Brillen dem Unterricht in der Schule folgen, Erwachsene könnten handwerkliche Tätigkeiten ausüben, zu denen sie ohne Brille nicht fähig wären, und so die Familie ernähren.

„Die Aktion ,Brillen Weltweit‘ wird ausschließlich ehrenamtlich begleitet“, betont Klein. Seit den 2000er-Jahren sammelt das Projekt nicht nur Brillen, sondern betreibt auch fünf Werkstätten, in denen etwa 80 Langzeitarbeitslose und sechs hauptamtliche Teamleiter beschäftigt sind. Die gespendeten Brillen werden dort gereinigt, aufgearbeitet, vermessen, registriert und in die „Dritte Welt“ versandt. Wie Johannes Klein betont, arbeitet das Projekt ausschließlich mit Partnern zusammen, die die Brillen vor Ort kostenlos weitergeben. In diesem Jahr sei man sehr stark in Kamerun engagiert.

„Wir verarbeiten pro Jahr etwa 1,2 Millionen Brillen“, berichtet Klein. Das entspreche nur drei Prozent des jährlichen Brillen-Neuverkaufs, deutet er an, dass in manchem Haushalt noch ungenutzte Brillen liegen müssten, die armen Menschen helfen können. Die Sammelaktion der Landfrauen ist zwar vorbei, Brillen können aber auch direkt an das Projekt in Koblenz geschickt werden. Einige Optiker unterstützen die Aktion ebenfalls als Sammelstelle.

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