Deutliche Worte von Joachim Netz in Rehden

„Krieg um Ackerboden“

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Referent Joachim Netz (3.v.r.) im Kreise der Einladenden: (v.l.) Vorsitzender Landwirtschaftlicher Verein Wolfgang Johanning, Landvolk-Geschäftsführer Dr. Jochen Thiering, Landvolk-Vorsitzender Theo Runge, stellvertretender Vorsitzender Landwirtschaftlicher Verein Udo Nuttelmann und Vereinsgeschäftsführer Stefan Wöbse. 

Rehden - Wie sehr das Thema interessiert beantwortet allein die Teilnehmerzahl: Gut 120 Interessierte kamen zum Vortrag „Mein Land, dein Land“ über das Grundstückverkehrsgesetz auf Einladung des Landvolkes und des Landwirtschaften Vereins Diepholz nach Rehden.

„Der Titel könnte auch lauten: Krieg um Ackerboden“, mit diesen drastischen Worten begann Referent Joachim Netz seinen Vortrag zum Grundstücksverkehrsgesetz. Netz, der als Lehrbeauftragter an der Universität Kassel wirkt und auf jahrelange Verwaltungserfahrung zurückblicken kann, ist Experte für das komplexe Thema. Er verstand es, die Zuhörer in die vielschichtige Materie einzuführen. Inhaltlich ging es um die Regelungen zum Kauf und Pacht von landwirtschaftlich genutzten Flächen. Grundsätzlich sollen diese davor bewahrt werden, für die Landwirtschaft verloren zu gehen.

Dass dies nicht so einfach ist, zeigte Joachim Netz an anschaulichen Beispielen. Vorkaufsrecht, Pachtpreise, Agrarstruktursicherungsgesetz waren die Schlagworte, denen die gut 120 Zuhörer in den Rehdener Ratsstuben konzentriert lauschten. Zu den Planungen der Landesregierung, das Grundstücksverkehrsrecht neu zu regeln und dabei eine faktische Kappung der Betriebsgröße mit einzubauen, fand Netz deutliche Worte: Dies sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

Lobende Worte hingegen fand der Referent für Regelungen zur Verwaltungsvereinfachung und mahnte an, gesetzliche Schlupflöcher zu schließen, durch die sich Nicht-Landwirte Ackerboden als Spekulationsobjekt aneignen könnten. Dies ginge letztlich zu Lasten der Bauern, die sich schon jetzt dem Problem sehr hoher Pachtpreise gegenüber sähen.

In derselben Intention mahnte Landvolk-Vorsitzender Theo Runge in seinen einleitenden Worten an, praktische Lösungen zu suchen und nicht ideologisch gewollte Betriebsgrößen zu bevorzugen. Das Landvolk Diepholz und der Landwirtschaftliche Verein Diepholz freuten sich über das sehr große Interesse an dem Vortrag, an dem sich eine angeregte Diskussion anschloss, in der konkrete Fälle vorgetragen wurden und Joachim Netz viele Fragen beantwortete. 

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