Über 3.200 Mitglieder

Rehdener Carsten Krehl: Konzept des Facebook-Trödeltrupps überzeugt

Carsten Krehl ist einer der Moderatoren der Facebook-Gruppe Trödeltrupp Landkreis Diepholz.
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Carsten Krehl ist einer der Moderatoren der Facebook-Gruppe Trödeltrupp Landkreis Diepholz.

Über 3.200 Mitglieder sind in der Facebook-Gruppe Trödeltrupp Landkreis Diepholz organisiert. Hinter dem Konzept stehen Carsten Krehl (Rehden), Pascal Gerdes (Varrel) und Thomas Michael Schirmer (Diepholz).

Rehden – „Klima und Umweltschutz fangen immer vor der Haustür an“, findet Carsten Krehl aus Rehden. Eine Idee zu mehr Nachhaltigkeit: „Dinge, die man nicht mehr braucht, kann man verschenken oder verkaufen, statt sie wegzuwerfen.“ Eben dieses Ziel verfolgt die im Dezember 2011 gegründete Facebook-Gruppe „Trödeltrupp Landkreis Diepholz“, ein Forum für Käufer und Verkäufer.

Carsten Krehl hat vor vier Jahren zusammen mit Pascal Gerdes (Varrel) und Thomas Michael Schirmer (Diepholz) die damalige Administratorin Vanessa Shy abgelöst und Verantwortung für die Gruppe übernommen: „Das Konzept hat uns überzeugt, denn es gibt nur Gewinner“, sagt Carsten Krehl: „Die Gruppe leistet einen Beitrag zur Müllvermeidung und damit zum Umweltschutz, außerdem sparen viele Leute Geld.“

Digitaler Secondhand-Marktplatz

Inzwischen zählt die geschlossene Gruppe 3241 Mitglieder, nach einer Werbekampagne in den sozialen Medien konnte sie allein in der letzten Woche mehr als 300 neue Mitstreiter gewinnen. Carsten Krehl: „Das zeigt mir, dass das Thema in der Gesellschaft angekommen ist.“ Das Gros der User ist im Alter zwischen 40 und 60, im Grunde genommen seien aber alle Alters- und Berufsgruppen auf dem digitalen Secondhand-Marktplatz unterwegs.

Ebenso vielfältig ist die Angebots-Palette: Zum Verkauf stehen CDs, Bücher, Kleidung, Möbel oder Autos – die ganze Bandbreite dessen, was Menschen üblicherweise gebraucht abzugeben haben. Die Administratoren registrieren monatlich rund 300 Angebote, zu wie vielen Verkaufsabschlüssen es kommt, ist unklar.

„Bewerbungen checken wir sorgfältig“

Manchmal finde man antike „Schätze“, die auf ihren zweiten Frühling warten, oder wahre „Schnäppchen“ aus Haushaltsauflösungen. Carsten Krehl hat selbst einiges auf diesem Weg erworben. Er ist gleich in mehreren Trödeltrupp-Facebook-Gruppen aktiv. „Wenn man etwas Spezielles sucht oder selbst etwas anbieten will, macht das Sinn.“

Als Administratoren investieren Carsten Krehl, Pascal Gerdes und Thomas Michael Schirmer einiges an Zeit in die Verwaltung der Facebook-Gruppe. Jeder ist etwa eine Stunde pro Woche im Dienst der guten Sache, bei großem Andrang von Neumitgliedern können es auch fünf sein. „Bewerbungen checken wir sorgfältig“, sagt Krehl. Zwischenzeitlich seien mehrere unseriöse Anbieter in der Gruppe aufgetaucht, daher habe man vor zwei Jahren die Abfrage von potenziellen Mitgliedern eingeführt. Der Betrieb laufe seitdem „nahezu problemfrei“. Für die Zukunft habe man überlegt, die Angebote noch übersichtlicher zu gestalten, aber angesichts der guten Resonanz könne man davon ausgehen, dass die User zufrieden sind.

Teil des Teams: Thomas Michael Schirmer.

Neben dem Umweltschutz und dem für Käufer und Verkäufer wirtschaftlichen Nutzen gebe es oft auch einen emotionalen Aspekt, sagt Carsten Krehl: „Manchmal hängt das Herz an Dingen, die zum Behalten zu viel und zum Wegwerfen zu schade sind – etwa aus einer Haushaltsauflösung. Wenn man damit einen anderen Menschen glücklich machen kann, ist das einfach schön.“

In der Regel werden Artikel zum Kauf angeboten, manches gehe aber auch für eine Tüte Gummibärchen über den Tisch. Krehl: „Kürzlich hatte jemand Kinderbekleidung an Leute abzugeben, die es nötig haben, mit dem Hinweis: ‚Bezahlt, was ihr könnt’.“ Der Umgang der Gruppen-User untereinander sei in der Regel sehr freundlich; Leute, die Steine „für geschenkt nehmen, wenn der Anbieter sie auflädt und bei ihnen vorbeibringt“, gebe es auch, aber sie seien die absolute Ausnahme.

Carsten Krehl und seine Mitstreiter hoffen, dass sie weitere Mitglieder für ihre Gruppe gewinnen können. Es wäre ein Mehrwert für die Community, denn mit der Mitgliederzahl steigt die Vielfalt des Angebots.

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