Klaus Jeske ist mit 79 Jahren noch Pilot

Erfahrungen mit dem Starfighter

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Klaus Jeske aus Rehden. Der 79-Jährige war früher Kampfjet-Pilot und flog auch zeitweise den Starfighter. In der Flieger-Kombi überlebte er einen Absturz in einem anderen Jet.

Rehden - Von Eberhard Jansen. Klaus Jeske aus Rehden bekommt immer noch strahlende Augen, wenn er an den Starfighter denkt: „Ein fantastisches Gerät.“ Der frühere Pilot der Luftwaffe flog solche Jets, die offiziell Lockheed F-104 heißen und deren zahlreiche Abstürze in den 60er und 70er Jahren 116 Piloten das Leben kosteten.

Durch den RTL-Film „Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern“, den der Privatsender am Donnerstagabend zeigte, wurde die Problematik dieses Flugzeugtyps wieder aktuell. Auch für Klaus Jeske.

Der Film sei realistisch gemacht, meint der 79-Jährige. Auch die Szene, in der ein Pilot am Fallschirm von seinem Schleudersitz erschlagen wird, sei keine Fantasie.

Klaus Jeske wollte schon immer fliegen und trat 1958 in die Bundeswehr ein. Er wurde bei der damaligen Flugzeugführerschule auf dem Fliegerhorst Diepholz auf einer Piaggio ausgebildet, weitere Flugausbildungen folgten, bis Klaus Jeske 1962 zum Jagdgeschwader 72 nach Pferdsfeld im Hunsrück kam. Dort bekam er 1965 das Angebot, an einem anderen Standort auf den Starfighter umzusteigen. Seine Frau Gisela habe sich zurückgehalten, berichtet Klaus Jeske, aber andere Angehörige versuchten, den jungen Piloten davon abzuhalten, denn von diesem Jet-Typ waren damals schon einige vom Himmel gefallen. Der Starfighter bekam den Namen „Witwenmacher.“ Doch Jeske wollte ihn fliegen, obwohl ihm die Risiken bewusst waren. Während der Ausbildung kamen ihm Zweifel: „In zwei Monaten durfte ich nur zehn Flüge absolvieren. Auf der F-86 hatte ich manchmal drei am Tag.“ Das war Jeske zu wenig, um Erfahrungen auf der wegen ihrer empfindlichen Aerodynamik und der Stummelflügel schwer zu beherrschenden F-104 zu sammeln. Er stieg aus der Ausbildung aus und flog weiter die F-86.

Jeske zeigt ein Foto der zehn Lehrgangsteilnehmer: „Zwei davon sind mit dem Starfighter abgestürzt“. Sie starben. Auch der Fluglehrer. Klaus Jeske überlebte später einen Absturz mit der F-86 im Landeanflug. Er konnte mit dem Schleudersitz aussteigen.

Der Starfighter sei als Jagdflugzeug konstruiert und von der Bundeswehr als Jagdbomber überfrachtet gewesen, sagt Jeske. Dennoch bricht er eine Lanze für diesen Flugzeugtyp: „Die Unfallrate war später normal – aber der Starfighter wurde eben viel geflogen.“ 916 Stück hatte die Bundeswehr.

Seine Karriere bei der Luftwaffe hat Klaus Jeske als Major mit 44 Jahren beendet. Im Zivilleben wurde er Außendienst-Ausbilder bei einer großen Versicherung in Hamburg.

Der Fliegerei ist er bis heute treu. Allerdings fliegt er nur noch Sportmaschinen. Gestern kam der 79-Jährige strahlend von der jährlichen Fliegerarzt-Untersuchung nach Hause: „Meine Lizenz ist um ein Jahr verlängert.“

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