1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Rehden

Kindermusiker Heiner Rusche möchte einfach mal allen Danke sagen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Melanie Russ

Kommentare

Der Rehdener Kindermusiker Heiner Rusche ist dankbar für die Unterstützung, die er in der Corona-Pandemie erhalten hat und blickt optimistisch in die Zukunft, auch wenn seine geplanten Karnevalsauftritte abgesagt wurden.
Der Rehdener Kindermusiker Heiner Rusche ist dankbar für die Unterstützung, die er in der Corona-Pandemie erhalten hat und blickt optimistisch in die Zukunft, auch wenn seine geplanten Karnevalsauftritte abgesagt wurden. © Heiner Rusche

Rehden – Geklagt und kritisiert wird in diesen Tagen viel und laut, wenn es um Corona-Beschränkungen, Impfpflicht und Ähnliches geht. Der Rehdener Kindermusiker Heiner Rusche möchte in diese Klagen nicht einstimmen. Ganz im Gegenteil: Er möchte einfach mal allen Danke sagen, die ihn in der Corona-Zeit unterstützt haben, nicht immer nur über das sprechen, was nicht läuft, sondern auch mal das Positive hervorheben.

Heiner Rusche ist als Komponist, Arrangeur und Musiker seit fast 25 Jahren im Kinderbereich der Kultur- und Veranstaltungsbranche hauptberuflich tätig. Vor zwei Jahren sei auch sein Leben von der Corona-Pandemie buchstäblich überrollt worden. „Das hat Angst und anfangs sogar Existenzangst gemacht. Die Auftragslage ist bis heute alles andere als erfreulich. Es drohte auch bei mir, finanziell eng zu werden“, berichtet er. Doch für ihn kam es dann ganz anders. „Unser Land, unsere Gesellschaft, unser Staat haben sich mir gegenüber sehr fürsorglich verhalten. Ich bin stolz, in diesem Land zu leben“, so Rusche. Darum sei es für ihn jetzt Zeit, „Danke an alle“ zu sagen.

Gleich zu Anfang beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 sei die Gema mit Vorauszahlungen eingesprungen, um die erste Durststrecke zu überwinden. „Danach folgten für mich als Soloselbstständigen diverse Hilfen wie Novemberhilfe, Dezemberhilfe und Neustarthilfe“, berichtet der Musiker. Es war bisweilen zu hören, dass die Antragstellung kompliziert ist und das Geld lange auf sich warten lässt.

Heiner Rusche hat andere Erfahrungen gemacht. Er habe im November 2020 einen Online-Antrag ausgefüllt, auf „Senden“ geklickt und schon wenige Sekunden später eine Mail mit einem automatischen Bewilligungsbescheid in seinem E-Mail-Fach gehabt. Ein paar Tage später sei die Unterstützung auf seinem Konto eingegangen. Auch bei den folgenden Hilfen hatte er nach eigener Aussage keine Probleme. „Ich kann mich nicht beklagen.“

Bis heute werde er vom Steuerzahler finanziell unterstützt. „Im Rahmen des Programms ,Niedersachsen dreht auf‘ wurden zudem einige meiner Konzerte im vergangenen Jahr vom Land Niedersachsen bezahlt, wie beispielsweise mein Konzert zum Diepholzer Grafensonntag.“

„Ich habe ganz viele Konzerte gespielt“, berichtet Heiner Rusche. Sie seien zwar immer anders und manchmal kompliziert zu organisieren gewesen. „Es hat viel Kreativität von uns Künstlern gefordert.“ Aber es sei vieles möglich gewesen. Bis Weihnachten konnte der Rehdener Winterkonzerte geben. Die Konzerte in den Kindergärten fanden zum Teil draußen statt. Darüber hinaus hat der Rehdener in den vergangenen Monaten zwei neue Online-Alben veröffentlicht: „Meine besten 30 Kinder Winterlieder“ und „24 Party-Hits für den Kinderkarneval, Fastnacht, Fasching oder einfach nur so“.

Aktuell gibt es eine kleine Flaute. „Im Kinderkarneval bin ich normalerweise drei bis vier Wochen gut unterwegs“, sagt Rusche. Die gebuchten Veranstaltungen seien inzwischen fast alle abgesagt. Für die Zeit ab April/Mai laufen aber aktuell Buchungen ein. Darum blickt er – zumindest, was die Zeit bis zum nächsten Winter betrifft – recht zuversichtlich in die Zukunft.

Und warum möchte Heiner Rusche gerade jetzt Danke sagen? „Zum einen aus Dankbarkeit für die vielen Hilfen. Zum anderen aber auch, um mich von ,querdenkenden‘ Leserbriefen zu distanzieren“, erklärt der Musiker. „Als Teil der Kultur- und Veranstaltungsbranche empfinde ich es nicht als respektvoll, in derartigen Leserbriefen bemitleidet und missbraucht zu werden. Wir Künstler sind kreativ genug, um über diese schwere Zeit zu kommen. Es gibt viel Hilfe. Unterstützung von Querdenkern brauchen wir nicht.“

Von Melanie Russ

Auch interessant

Kommentare