18-jähriger Wetscher fährt Bahnrennen

Bahnfahrer Kevin Lück wirbelt mächtig Staub auf

Der Wetscher Kevin Lück hat mit sechs Jahren seine Leidenschaft für schnelle Motorräder entdeckt. Mit ihm sind auch die Maschinen größer geworden.
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Der Wetscher Kevin Lück hat mit sechs Jahren seine Leidenschaft für schnelle Motorräder entdeckt. Mit ihm sind auch die Maschinen größer geworden.

Der 18-jährige Wetscher Kevin Lück fährt seit seinem sechsten Lebensjahr Bahnrennen und hat auch schon einige Titel gesammelt.

Wetschen – Mit Vollgas auf einem kleinen Kraftpaket durch Kurven driften und dabei mächtig Staub aufwirbeln – das ist die Welt von Kevin Lück. Seit seinem sechsten Lebenjahr fährt der 18-jährige Wetscher Bahnrennen. Immer an seiner Seite: sein Vater Stefan. „Der Adrenalinkick und das gegeneinander Fahren machen schon was her“, beschreibt er, was für ihn das Besondere an dem Sport ist.

Angefangen hat alles 2009 beim MSC Heidering, für den er neben dem AC Vechta (Speedway) und dem MSC Cloppenburg noch heute Rennen fährt. „Mein Vater hatte mich zum Ostertraining in Wagenfeld mitgenommen. Das fand ich so toll, dass ich auch fahren wollte“, erinnert sich Kevin Lück. Sein Vater erfüllte ihm den Wunsch, und so düste er schon bald mit einer kleinen PW50 durch das Rund des Heiderings. „Es hat nicht lange gedauert, da bin ich zu Papa gegangen und hab gesagt: Das ist mir zu langsam“, erzählt Kevin Lück. Also kam die nächstgrößere Maschine, eine 125 ccm.

Mit ihr gewann er 2014 die Norddeutsche Meisterschaft. Zu seinen weiteren Erfolgen zählen Siege bei mehreren ADAC-Cups und Teilnahmen an EM- und WM-Läufen. „Auf den Strecken zu fahren, auf denen auch die Weltelite fährt, war schon ein cooles Gefühl“, blickt der Wetscher zurück.

Den kleinen Maschinen ist der 18-Jährige längst entwachsen. Im vergangenen Jahr ist er auf die größte Klasse, 500 ccm, umgestiegen. Rennen konnte er mit seinen beiden Maschinen für Langbahn und Speedway wegen der Corona-Pandemie noch nicht bestreiten. „Aber ich habe viele Trainings gefahren“, berichtet er. Im Fokus steht dabei zum einen, die Maschinen noch besser beherrschen zu lernen, aber auch die körperliche Fitness. „Man muss vor allem starke Muskeln in den Armen haben, damit einem das Motorrad nicht wegfährt.“ Denn die leichten Maschinen haben um die 80 PS.

Bahnfahrer Kevin Lück in Action auf der Rennstrecke.

Und worauf kommt es bei Bahnrennen besonders an? „Man muss sich auf dem Motorrad viel bewegen können und man muss mit viel Gas durch die Kurven driften“, erklärt Kevin Lück. Ganz wichtig sei, beim Start gut wegzukommen. „Das ist das A und O.“ Denn wer beim gleichzeitigen Start mehrerer Fahrer zurückfällt, hat keine Chance. „Man braucht den Mut reinzuhalten“, so Kevin Lück. Das geht natürlich nicht immer unfallfrei aus. Er habe schon einige Stürze erlebt, „aber es ist noch nie etwas Schlimmes passiert“.

Sein Vater Stefan ist als Mechaniker von Anfang an immer dabei. „Dafür, dass er das alles mitmacht, bin ich sehr dankbar“, sagt der 18-Jährige. „Alleine könnte ich das alles nicht machen.“ Wenn nicht gerade Corona-Beschränkungen herrschen, sind Vater und Sohn von März bis Oktober an fast jedem Wochenende unterwegs. Freitags geht es los, am Sonntag wieder zurück. Kevin und Stefan Lück sind nicht nur in Deutschland am Start, sondern auch in Polen, Tschechien und den Niederlanden. „Wir sind an einem Wochenende mit zwei Veranstaltungen auch schon mal 2200 Kilometer gefahren.“ Am Montag nach Feierabend beginnt die Maschinenpflege. Die beiden Motorräder werden komplett auseinandergebaut und gereinigt. Vergeht einem da nicht auch mal die Lust? Stefan Lück schüttelt lächelnd den Kopf. „Man weiß ja, für wen man es macht.“

Das Hobby ist aber nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kostspielig. Rund 30 000 Euro fallen laut Stefan Lück pro Jahr für Sprit, Ausrüstung und ähnliches an. Ein Rennreifen koste allein schon 70 Euro. Und für vier Läufe gingen drei Reifen drauf. Geschlafen wird im Transporter, den sich die Beiden entsprechend eingerichtet haben. Hotelzimmer würden den Kostenrahmen sprengen. Ohne einen Sponsor, so Kevin Lück, wäre das alles nicht zu stemmen. Darum ist er froh, dass sein Arbeitgeber Gabau Straßen- und Tiefbau ihn unterstützt.

Der 18-Jährige könnte sich zwar vorstellen, irgendwann auch professionell Bahnrennen zu fahren, wenn sich die Möglichkeit ergibt, momentan gehe aber seine Ausbildung zum Straßenbauer vor. Denn er weiß: „Das ist ein schwerer steiniger Weg.“

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