Jubiläum bei den Zippricks

50 Jahre Bratwürstchen vom Holzkohlenrost in Rehden

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Mmmh, lecker Bratwurst. Seit 50 Jahren bietet die Familie Zipprick sie in Rehden an ihrem Stand an. Freunde, Verwandte, Bekannte und Kunden gratulierten zu diesem Jubiläum. Sehr zur Freude von Volker Zipprick (3.v.l.).

Rehden - Von Horst Benker. „Vor dem Hamburger Landgericht unterliegt der Springer-Konzern gegen die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Nach Meinung des Gerichts ist die von der „Zeit“ erhobene Behauptung zulässig, dass Springer-Zeitungen die Wahrheit verfälschen.“ „Ein Taifun mit Windgeschwindigkeiten bis zu 210 km/h verwüstet die Südwestküste Birmas und fordert über 1.000 Menschenleben.“ Dies waren – nachzulesen bei Chroniknet – Schlagzeilen vom Freitag, 10. Mai 1968.

Und was geschah in der heimischen Region? Irmgard und Werner Wöltje gaben sich in Rehden das Ja-Wort und feierten dieses Ereignis im Hotel Kahling. Nur wenige Meter entfernt auf dem Hotelgelände baute Helmut Zipprick aus Hüllhorst erstmals seinen Bratwurststand auf. „Wir waren überrascht, als die Kinder plötzlich mit Bratwürstchen in den Saal kamen“, erinnert sich Irmgard Wöltje lachend am Jubiläumstag. „Und die Hochzeitsgesellschaft hat in dem Moment geglaubt, dass es Bratwurst zu Essen gibt“, steuert Helmut Zipprick schmunzelnd bei.

Das ist jetzt 50 Jahre her und zu dem Ehrentag gratulierten Freunde, Verwandte, Stammgäste und viele Rehdener Volker Zipprick, Sohn von Helmut, der an dem Tag Dienst hatte, zu diesem Nullgeburtstag. „Ich habe damit gerechnet, denn sie haben auch schon vor 25 Jahren was gemacht“, schmunzelt er. Er hat sich Kugelschreiber fertigen lassen mit der Aufschrift „50 Jahre Bratwurststand Rehden – Danke für Ihre Treue“ und verschenkt diese an die Kundschaft.

Bratwurststand eine „Goldgrube“

„Als Fleischer habe ich damals nicht gerade viel Geld verdient, da habe ich mir überlegt, nebenbei Bratwürstchen zu verkaufen“, erzählt Helmut Zipprick, der seinerzeit bei seinem Bruder beschäftigt war. Durch seine Schwester, die mit der Tochter von Kahlings in Diepholz die Schule besuchte, entstand der Kontakt nach Rehden. Die Entscheidung, dort einen mobilen Bratwurststand aufzubauen, erwies sich als „Goldgrube“.

Zunächst legte Helmut Zipprick, damals 26 Jahre alt, jeweils freitags die Strecke über 55 Kilometer zurück. Die Geschäfte gingen gut, mit dem Donnerstag kam ein weiterer Tag hinzu. Inzwischen steht der Bratwurststand von Dienstag bis Freitag jeweils von 11.30 bis 20 Uhr auf dem Platz Ecke B 214/Wagenfelder Straße/Schulstraße. Ein schwarzes Klappschild mit orangefarbenem Rand weist darauf hin: Bratwurst vom Holzkohlenrost.

„Den ganzen Tag grillen ist harte Arbeit“

36 Jahre bis 2005 hat Helmut Zipprick seine Kundschaft bedient, sprang danach noch bis vor fünf Jahren als Urlaubsvertretung ein. „Das geht heute nicht mehr, nahezu den ganzen Tag grillen ist harte Arbeit“, sagt der 76-Jährige. Er erinnert sich noch gut an die Zeiten als der Bauboom in Rehden begann. „Da sprangen die Arbeiter aus ihren Bullis, um bei mir eine Wurst zu essen“, erzählt er. Und noch ein Ereignis ist ihm im Gedächtnis geblieben. „Es war an einem schönen Tag im Februar, ich hatte gute Geschäfte gemacht. Da stand plötzlich ein junger Bursche mit einer Pistole hinter mir und wollte die Tageseinnahmen rauben. Ich hatte gerade eine große Bürste in meiner Hand. Ich war so verärgert, dass ich ihm mit dieser an den Kopf geschlagen habe. Der ist danach gerannt so schnell er konnte.“ Es habe sich herausgestellt, dass es eine Schreckschusspistole gewesen war.

Inzwischen sind seine Söhne Peter und Volker auch schon rund 25 Jahre dabei. Peter dienstags und donnerstags, Volker mittwochs und freitags. „Dazwischen muss immer ein Tag Pause sein, sonst wird es zu anstrengend“, macht der Senior noch einmal deutlich.

Der Holzkohlegrill bleibt

Er ist davon überzeugt, dass dieser Wurststand von Hannover bis Holland bekannt ist. Viele Fernfahrer nutzen das Angebot, zu dem inzwischen neben der Bratwurst auch diverse Salate und Kaltgetränke gehören. Aber auch etliche Stammkunden nutzen den Stand, um abends auf die Schnelle für die Familie Würstchen mit nach Hause zu nehmen.

Eines werden die Zippricks auf alle Fälle beibehalten: den Holzkohlegrill. „Der gibt der Wurst erst den besonderen Geschmack. Darauf legen unsere Kunden besonderen Wert“, ist Helmut Zipprick stolz.

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