35 Jahre altes Bauwerk in Hemsloh wird Anfang 2015 abgerissen / Bedauern

Müll, Lärm und Co. machen der Grillhütte den Garaus

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Noch steht sie, aber nicht mehr lange: Die Grillhütte in Hemsloh wird Anfang 2015 abgerissen.

Hemsloh - Lärm, Müll, Alkohol, Kokeleien, Fäkalien und Vandalismus prägten in den vergangenen Jahren immer häufiger das Bild an und in der Grillhütte in Hemsloh. Sachgerechte Nutzungen wurden seltener. Daher wird die Hütte nun vollständig abgerissen und zurückgebaut. Das beschloss einstimmig der Rat der Gemeinde Hemsloh.

Die Grillhütte ist laut Verwaltung seit geraumer Zeit Treffpunkt für diverse Grillfeste, bei denen häufig viel Alkohol konsumiert wird und der durch derartige Feiern entstehende Müll von den Nutzern nicht beseitigt wird. Vielmehr werde der angrenzende Wald als Mülleimer und mitunter auch als Toilette genutzt.

Dieses Müll- und Fäkalproblem sei auch durch eine verschärfte Aufsicht über das Gelände der Grillhütte nicht in den Griff zu bekommen. Zudem bestehe die Gefahr, dass durch mangelnde Sorgfalt der Nutzer über eine entsprechende Feuerstelle ein Brand entstehen könne, der sehr schnell auf den direkt benachbarten Wald und die nahe Wohnbebauung übergreifen könne.

„Die Hütte wird nicht dem Sinn entsprechend genutzt. Das bedeutet eine Belastung für diesen wunderschönen Ortsteil“, sagte Bürgermeister Friedrich Sandering.

Bis vor wenigen Jahren habe die Nutzung gut funktioniert. Die Hütte sei von Fahrradausflüglern, Schulklassen, Wanderern und als Anlaufpunkt bei Jagdprüfungen rege genutzt worden, erinnert sich Sandering. Das Bauwerk sei eine Bereicherung für den Ort gewesen.

Dann kamen die wilden Partys mit den genannten negativen Folgen. Die Einrichtung habe sich bei gewissen jugendlichen Gruppen zu einem Anlaufpunkt entwickelt. „Die Probleme überwiegen mittlerweile die Vorteile“, sagt der Bürgermeister.

Sandering bedauert, dass es soweit kommen musste, Schließlich sei die Grillhütte auch „ein kleines Kulturstück von Hemsloh“. Der Missbrauch ist für ihn auch ein Problem der Zeit. Die Menschen hätten heute weniger Selbstverantwortung als früher.

Die Entwicklung in Hemsloh ist für ihn ein Beispiel dafür, dass öffentliche Plätze und Einrichtungen, die kostenfrei genutzt werden können und nicht unter standiger Kontrolle stehen, vermehrt missbraucht würden. „Es funktioniert nicht“, konstatiert Sandering. Auch Gespräche mit den „Übeltätern“ brachten keinen Erfolg.

Zu den Problemen käme eine gewissen Baufälligkeit der Konstruktion hinzu, so dass die Gemeinde in naher Zukunft hätte investieren müssen.

Die Hütte wurde vor etwa 35 Jahren von der niedersächsischen Landesforstverwaltung aufgebaut. Initiator war Horst Siemers, seinerzeit Forstamtsleiter und Vorsitzender des Wander- und Verschönerungsvereins Samtgemeinde Rehden, dem Vorgänger des Heimatvereins. Ziel sei es gewesen, eine Anlaufstelle nach Wanderungen und eine Raststätte für die Öffentlichkeit zu errichten.

Vor einigen Jahren, als das Forstamt aufgegeben wurde, ging die Hütte von der Forstverwaltung in den Besitz der Gemeinde über. In einem Gestattungsvertrag wurden Einzelheiten zu Nutzung, Pflege, Instandhaltung und gegebenenfalls Beseitigung geregelt.

Die niedersächsichen Landesforsten, vertreten durch das Landesforstamt Nienburg, sind laut Verwaltung mit einer vorzeitigen Auflösung des Gestattungsvertrages aus dem Jahre 2008 einverstanden, sofern die Gemeinde Hemsloh den vollständigen Rückbau der Grillhütte übernimmt.

Heinrich Mackenstedt vom Heimatverein hat darum gebeten, dass die Schautafeln, die derzeit neben der Grillhütte aufgebaut sind, weiterhin stehenbleiben. Die sechs vorhandenen massiven Holzbänke werden an den Kindergarten in Hemsloh übergeben.

Der Abbau soll Anfang 2015 erfolgen. Mit den Arbeiten wurde die Hemsloher Firma Wiechert beauftragt. Die Kosten von rund 2800 Euro trägt die Gemeinde.

hkl

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