Gruppentherapie

Beate Recker erklärt in Rehden 95 Frauen und zwei Männern: „Erfolg beginnt im Kopf“

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95 Frauen und zwei Männer kamen zum Seminar „Erfolg beginnt im Kopf“ von Beate Recker ins Rehdener Gemeindehaus.

Rehden - Von Simone Brauns-Bömermann. Beate Recker aus Rehden ist vor allem eins: Taff und bunt. Bunt, weil sie querdenkt und aufrecht ist. Taff, weil sie vermag, Negatives ins Positive zu verkehren und nach dem Motto von Astrid Lindgrens größtem Star Pippi Langstrumpf lebt: „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!“

Der Gemeindehaussaal in Rehden platzte mit 95 interessierten Frauen und zwei Männern aus allen Nähten. Jede(r) wollte wissen, was es mit dem „Erfolg beginnt im Kopf“-Argument von Recker auf sich hatte. Wenn am nächsten Morgen die Frauen verändert vor den Spiegeln im Bad standen, sollten sich die Männer nicht gewundert haben: Das lag an der kleinen angezettelten Revolution von „Erfolgs-Beschleunigerin“ Beate Recker.

Eingeladen war sie als Ortsvereinsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes in Rehden von den Frauen der eigenen Organisation: Heidrun Bloch und das Team vom DRK Rehden hatten die Werbetrommel gerührt.

Beate Recker ist ein Coach, wie aus dem Buche. Sie ist ein schriller Paradiesvogel, der mit beiden Beinen auf der Erde steht und mit „Sprüchen“ umgehen kann. Doch vor rund zweieinhalb Stunden Gruppentherapie in Sachen Selbstwert und dem Unterstreichen der eigenen Persönlichkeit, führt sie die wissenshungrigen Damen auf den Weg zu mehr Selbstliebe. Sie gibt ihnen Werkzeuge nach dem Vorbild von Pippi Lotta wie das „Reframing“, dem Verkehren einer bösen Aussage ins Positive („Ich habe keine Buckelnase, das ist ein italienisches Designermodell“) und fragt bei den Gästen Ziele ab: „Schreibt sie Euch auf, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.“

Mit „Nur wer für sich selbst gut sorgt, kann sich um andere kümmern“, appelliert sie, Selbstfürsorge nicht zu vernachlässigen.

„Wir schaffen es heute gemeinsam, Euren Freigeist ohne Ringelsocken und gepunktetes Pferd von der Leine zu lassen“, spielte sie auf Pipi Langstrumpf an.

Der Startschuss hieß hierzu: Mitmachen! „Macht Euch nicht klein, Daumen raus, Brust raus! Fangt an, Euch, wie Ihr seid, gut zu finden“, lautete ihr Appell. Dazu passten sehr gut die pinkfarbigen Clownsnasen für jede Besucherin. „Und Witze erzählen können, ist wichtig Mädels.“

Was so lustig klang, ist knallhartes Businesstraining, weiß die Rehdenerin Beate Recker als Trainerin und Dozentin. Am schlimmsten sei es, wenn Frauen in der Rechtfertigungsfalle säßen. Besser sei der Blick in die „Seelenkommode“, bitte mit Konzentration auf die bereits erzielten Erfolge.

Recker hatte das Ziel, die zweifelnden Damen – sie nannte sie, „Problembesitzerinnen“ – zum Denken „Mein wertvollster Schatz bin ich“ zu bringen. „Entledigt Euch des Neids, der deutschen Form der Anerkennung, und entwickelt Euch hin zur Fantasie, wie Einstein sie beschrieb: Fantasie ist wichtiger als alles Wissen.“

Wirklich selbstbewusst sei man erst, wenn ein großes Maß an Humor, Großherzigkeit und Empathie erreicht sei.

Tipps, wie man sich Energie-Killern entledigt, falsche Rücksichtnahme minimiert und wie Pippi Langstrumpf die Mitmenschen mag, weil sie anders sind, folgten an diesem Abend. „Entrümpeln Sie ruhig mal“, meinte Recker, die falschen Freunde und Berater nicht mehr ganz so ernst zu nehmen.

Der zweite Teil der Erfolgssuggestion widmete sich den Lebensvisionen und wie man sie erreicht. „Ich wollte auf der Aida Farb- und Stilberaterin sein, so lange ich denken kann.“ Recker bekam erst eine Absage, aber über Umwege, die sie als „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“ definiert, den Job. „Wie geil war das denn, als ich Frauen beraten durfte und die Delfine neben uns schwammen?“, erinnert sie sich an die Zeit.

Ihr Tipp war, Verhaltensmuster anderer nicht zu adaptieren, sondern lieber das eigene Wissen über sich selbst zu erhöhen. Zwischendurch lief der Film mit Pippi, Annika und Tommi und Recker kommentierte: „Pippi lässt sich nichts mies machen, sie probiert aus, sie hat keine Bremse im Kopf.“

Gemeinsam sprachen die Damen und zwei Herren die 13 goldenen Autosuggestionen von eins „Es ist möglich“ bis 13 „Ich bin sexy“. Die wichtigste ist laut Recker aber Nummer 12: „Es geht mir von Tag zu Tag und in jeder Hinsicht, immer besser und besser und besser.“ Mit der Fokussierung, dass man alles schaffen kann, wenn man es will, die Ziele verfolgt und die erwiesenen 180 000 negativen Suggestionen, die ein Mensch bis zum 18. Lebensjahr höre, zu vertreiben, trat Recker an. „Zeigt Euch und mischt Euch ein. Macht das Meisterstück aus Eurem Leben“, klang tief aus dem Innern des Herzens einer quirligen Frau, die ihrer Flugangst mit einem Tandemsprung aus 4000 Meter Höhe begegnet war. „Ängste bekämpft man durch, sich den Ängsten stellen, Ziele, die Ihr Euch setzt, sollten smart sein“. Smart steht für spezifisch, machbar, attraktiv, realistisch und terminiert.

Die rote Clownsnase war für den cholerischen Chef gedacht: „Kein Mensch muss sich anbrüllen lassen“, dem können sich die Teilnehmer mit dem Aufsetzen entziehen.

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