Für 100 Gramm Bratwurst 100 Gramm Fleisch

„Schwein und Musik“ auf dem Hof der Erlebnisimkerei in Hemsloh

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Daniel Hanking zeigt einem jungen Besucher das Bunte Bentheimer Schwein, wie es im Dreck wühlt.

Hemsloh - Von Horst Benker. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Dies dachten sich zahlreiche Besucher, die gestern Nachmittag bei herrlichstem Sonnenschein die Erlebnis-Imkerei Hanking in Hemsloh ansteuerten – zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto.

„Man muss gar nicht so weit fahren, um was zu sehen und zu erleben“, meinten Heinz Steinkamp und Angelika Runte aus Tonnenheide. Sie gönnten sich beide jeweils eine Bratwurst vom Bunten Bentheimer Schwein und anschließend leckeren Butterkuchen mit Honig und fair gehandelten Kaffee. So gestärkt, erfreuten sie sich an den Angeboten wie Saftpressen, Oldtimer-Treckern oder den Rindern und Schweinen auf den Streuobstwiesen und in ihren Pferchen.

Gerda Kolkhorst aus Tonnenheide interessierte sich insbesondere für die Herstellung des Butterkuchens. „Wir haben im kommenden Jahr einen Imkertag im Museumshof in Rahden. Da wollen wir auch so etwas anbieten“, verriet sie, während sie Fotos von Bäcker Thomas Oldevend und dessen Sohn Maxim „schoss“, wie diese die Platen mit dem Kuchen aus dem Steinbackofen holten – leicht braun von oben.

„Der Ofen hat jetzt eine Temperatur von 280 Grad“, erläuterte der Fachmann mit Blick auf sein Thermometer. „Der Platenkuchen braucht etwa zehn bis zwölf Minuten, bis er gar ist“, so Oldevend. Allein lassen kann er ihn in dieser Zeit aber nicht, er muss nachschauen und kontrollieren. „Sonst ist er ruckzuck schwarz“, schmunzelt der Bäckermeister.

Daniel Hanking hatte den Ofen gegen 4 Uhr vorgeheizt, die erste Partie wurde gegen 9 Uhr gebacken. Gegen 11 Uhr wurde noch mal nachgeheizt. „Wir verwenden Buchenholz“, erfuhren die Interessierten von Thomas Oldevend.

„Zapfwellen-Orchester“ sorgte für Musik

Der gestrige Tag stand bei Hankings unter dem Motto „Schwein und Musik“, Letzteres kreiert von Natascha Hanking. Erstmals bot die Familie Hanking Bratwurst vom Holzkohlegrill vom Bunten Bentheimer Schwein an, das sie selbst aufgezogen hatte.

„Mein Metzger sagt, für 100 Gramm Bratwurst brauche ich 100 Gramm Fleisch“, verriet Daniel Hanking. Und so schmeckte die Wurst, kross gebraten, fest im Biss, kein Wasser. Weitere Produkte vom Schwein: Leberwurst mit Honig, Sülze und Rotwurst. Käuflich erwerben konnten die Besucher auch zehn Sorten Honig, Honigbier vom Brauhaus in Wagenfeld sowie Cremes und andere Kosmetikprodukte aus Honig.

Für Musik sorgte das „Zapfwellen-Orchester“ aus Wolfsburg, das Daniel Hanking beim Tag der Niedersachsen kennengelernt hatte.

Bei der Honigproduktion hat Hanking inzwischen Unterstützung von Kollegen bundesweit. „Wir selbst haben noch 65 Völker in der näheren Umgebung. Aber das Gros kommt aus Potsdam und Berlin sowie dem dortigen Umland.“ Aus Gründen der Arbeitserleichterung habe er diesen Weg gewählt. „Für uns als kleiner Familienbetrieb war die Betreuung der Völker soweit entfernt nicht mehr umsetzbar“, betonte Hanking.

Eingeschlagen habe er diesen Weg vor etwa drei Jahren, als der Druck der Varroamilbe besonders hoch gewesen sei. „Für die Völker wird viel Zeit gebraucht, die konnten wir nicht mehr einbringen.“ Auch die Familie sei gewachsen, verweist der junge Familienvater auf seine drei Kinder, ein, drei und fünf Jahre alt. „Jetzt sehen die Bienen wieder besser aus und auch wir sind wieder glücklicher.“

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