Gelungene Jahresabschlussfeier des Diepholzer Sprechchores in Barver/Gäste aus Hannover und Rheine mit dabei

Zwei Bildbetrachtungen öffnen Augen und Herzen

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Mit Wort und kleinem Zeremoniell gaben die Kinder der Feier ihr sinnreiches Motiv.

Barver - Erstaunliches trug sich im Festsaal bei Heinrich Kempf in Barver zu. Sprecher aus den Sprechchören Hannover, Rheine und Diepholz – Erwachsene, Jugendliche und Kinder (alle in schmucker Chorgarderobe gekleidet) – sammelten sich zu ihrer alljährlichen „Wort(be)findung“. Für den Sprechchor Hannover war‘s die 25., für die Diepholzer die siebte Feier, und das zweite Mal schon in Barver. Den Auftakt, mit herzlicher Begrüßung, machte Angele Freitag. Im Rückblick sagte die Gründerin des Diepholzer Sprechchores: „Wir wollten dem Sprachzerfall etwas Heilsames entgegenstellen. So gründeten wir den Diep-holzer Sprechchor. Das war vor sieben Jahren.“

Dann kamen die Kinder zu Wort. Begleitet von der Leierspielerin Elvira Jäger gruppierten sie sich rund um den Adventskranz. Mit Wort und kleinem Zeremoiniell gaben sie der Feier ihr sinnreiches Motiv: „Fragen wir uns alle. Denn: Fragen erhellen – sterngleich – den verdunkelten Bewusstseinshimmel! Fragen wir: „Wer?“, „wie?“, „was?“, „wo?“, wer nicht fragt, drischt leeres Stroh“. Gerne griffen die nachfolgenden Redner diese vier Fragen auf. David Koerth, der 16-jährige Jugendliche aus Hannover, fragte in seiner Rede „Wer ist der Künstler Engelbert Georg, unser Sprechchorleiter?“ Thomas Weller, Sabine Häberlin, Heidi Rautenberg und Suse Klaußner bewegten Erhellendes zu „Wer, wie, was und wo?“

Dann war es soweit: Aufführung! Die Sprechkünstler – alle Generationen – bereicherten die Feier mit beschwingten, heiteren, tiefsinnigen und auch festlichen Sprechweisen. Da durfte man staunen über rhythmisch-melodisch und wohlgestaltete Sprache, mehrstimmige Sprechkompositionen, über akrobatisch-virtuosen Rap. Alle diese Werke stammen von Engelbert Georg, sowohl die Sprechweisen, wie auch die Lieder. Somit wurden und werden die Sprechchöre zu Interpreten seiner Werke.

Zuvor aber brachte Rainer Thon die Sprecher mit seinem stimmkräftigenden und Zunge lösenden Sprechtraining (vor aller Augen und Ohr) in die tragende Klangfülle und präzise artikulierte Ausdrucksform. Der nächste Höhepunkt: die Gedichtbeiträge der Kinder. Beachtlich die Verse von Wilhelm Busch, vorgetragen von Anna-Lena aus Barver.

Aufhorchen ließen die aufschlussreichen Moderationen zu der Kunst der Ballade und die anschließende Balladen-Rezitation von David Koerth, in einer Dichtung von Goethe. Weiterer Höhepunkt dann die Poesie-Aktion. Jeder der Gäste durfte sich eine Rose und ein Gedicht vom aufgestellten Poesie-Baum pflücken. Die Aktion konnte beginnen: Manche Stilblüte, Tagebuchaufzeichnungen, kürzere und längere Verse und Gedichte durfte man hören.

Zuletzt öffneten zwei Bildbetrachtungen Augen und Herzen. Für den Sprechchor schuf Engelbert Georg ausdrucksvolle Bildwerke: „Muse minniglich- ein Abendbild“ und „Sprechen und Hören unterm Machandelboom- ein Lebensbild“. Sabine Häberlin las bewährte Architektin fand den goldenen Schlüssel zum Aufschließen dessen, was es da zu sehen gab. Irmhild Richter als Schuldirektorin a.D. verstand es, vor allem die Kinder mit in die Bildbetrachtung hineinzunehmen. Schulkind Frieda Meinecke entdeckte: „Wenn sich die gelbe Sonne mit dem blauen Mond unterhält, dann entsteht Grün.“ „Ja“, so die erfahrende Pädagogin, „und in dem grünen Lebensbaum – Du siehst’s – darin gedeiht und entwickelt sich in vielfältigen Windungen und Wendungen das Leben. Und schau! Der Rote Lebensfaden – hast Du’s entdeckt? Steigt daraus zuletzt als goldener Vogel auf! Kiwitt, kiwitt, watt ein schön Vogel bün ik!“

Großer Applaus und Dankeschön an alle Sprecher, Musiker und Helfer, vor allem aber an den Künstler Engelbert Georg. Elke Tecklenburg und Heimke Feldmann, mit Gitarren und Oboenmusik, gaben zuletzt einen stimmungsvollen Ausklang zu dieser festlich bewegten Feier. Interessenten für den Diepholzer Sprechchor melden sich bei Angele Freitag-Brose, Tel.: 05448/206.

ljm

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