Serie HAUSGESCHICHTE(N)

Familie Frey saniert ehemaliges Gasthaus Schild in Barver

Die ehemalige Gaststätte Schild in Barver.
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Laut Jahreszahl am Giebel wurde das Gebäude der ehemaligen Gaststätte Schild in Barver 1889 errichtet.

Hildegard Frey, ihr Lebensgefährte Ionel Popa und die beiden Töchter sanieren seit Oktober vergangenen Jahres das etwa 130 Jahre alte Haus in Barver, das einst das Gasthaus Schild-Zöllmer war.

Barver – „Wir haben uns sofort verliebt“, erinnert sich Hildegard Frey an den Tag, als sie und ihre Familie das etwa 130 Jahre alte Haus an der Straße „Im Timpen“ in Barver besichtigten, das manch einem noch als Gasthaus Schild-Zöllmer in Erinnerung sein wird. „Es ist ein Haus mit Charakter“, findet sie. Nachdem es längere Zeit leer gestanden hatte, sind Frey, ihre beiden Töchter und ihr Lebensgefährte Ionel Popa im Oktober vergangenen Jahres eingezogen und seither mit der umfassenden Sanierung beschäftigt.

„Wir machen alles selbst“, erzählt Hildegard Frey. Genügend Fachwissen ist vorhanden, denn ihr Lebensgefährte ist Innenausbautechniker und der Freund ihrer Tochter Installateur. Energetisch wird das Gebäude auf den neuesten Stand gebracht, in den Grundzügen soll der Charakter des Alten aber erhalten bleiben. Das sei auch den Vorbesitzern sehr wichtig gewesen, weshalb sie das Haus lange nicht verkauft hätten, so Frey. Alt und neu in Harmonie vereint, lautet das Credo. Und so stehen auch ein Klavier und ein paar Möbel aus dem Altbestand des Hauses wie selbstverständlich neben modernem Mobiliar.

Die Bausubstanz sei gut, sagt Hildegard Frey. „In dieses Haus wurde wirklich immer investiert. Und was hier verbaut wurde, ist auch hochwertig.“ Fünf Zimmer, zwei Küchen und ein Bad sind bereits modernisiert und ein Großteil der Fenster ersetzt, drei Zimmer, ein Bad, der riesige Flur und der gesamten Außenbereich stehen noch an. Die Fassade mit dem verputzten Klinker soll erstmal erhalten bleiben. Bis Ende des Jahres sollen alle wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein.

Hildegard und Lillieth Frey lieben die Kombination aus alt und neu.

Auf das Schmuckstück in Barver war die Familie auf der Suche nach einem größeren Domizil gestoßen. Sie hatte zuvor in zwei Wohnungen in Diepholz gelebt. „Aber mitten in der Stadt zu wohnen, war auf Dauer nicht das Richtige“, berichtet Hildegard Frey.

„Dass das Haus früher eine Gaststätte war, wussten wir.“ Aber was das Gebäude alles erlebt hat, haben die neuen Besitzer erst aus dem Buch „Kneipenkultur Geestmoor“ erfahren. Demnach ist die Gaststätte vermutlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. In einem Einnahmebuch der Gemeinde Barver von 1867 gibt es beispielsweise Hinweise auf Tanzveranstaltungen in der Gaststätte Schild. Sie verfügte bereits damals über einen Saal in der ersten Etage.

Um 1880 brannte die Gaststätte nieder, das heutige Gebäude wurde 1889 errichtet. So jedenfalls lässt es die Jahreszahl auf dem Giebel vermuten, die erst kürzlich zum Vorschein kam, als die neuen Eigentümer den Pflanzenbewuchs von der Fassade entfernten. 1904 wurde hinter dem Haus ein neuer Saal errichtet.

Dessen Ruine steht – umwachsen von hohem Gras – noch immer. Ein wenig surreal wirken die Türrahmen mit der verblassten Aufschrift „Garderobe“ darüber und etwas Mauerwerk drumherum, die mitten im Grünen stehen, und die Reste der Wandmalereien, die hier und da die Jahrzehnte überdauert haben. Was daraus wird, ist laut Frey noch offen.

Etwas surreal wirken die mitten im Grünen stehenden Türrahmen.

Zur Gaststätte gehörte seit dem 19. Jahrhundert auch ein Kegelhaus, das nach dem Brand ebenfalls wieder aufgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wurde. Außerdem waren eine Bäckerei, ein kleiner Hökerladen und ein Schießstand Teil des Anwesens.

Manch einen kleinen Schatz, der von der Geschichte des Hauses erzählt, haben die neuen Besitzer schon gefunden. Im kleinen Keller lagerten allerlei Liköre und Schnäpse, im alten Stall jede Menge Utensilien aus der Gaststätte und vermutlich auch noch die ein oder andere Kuriosität, die aber auf ihre Entdeckung warten muss, bis die Sanierung des Wohnbereichs abgeschlossen ist. Hildegard Frey: „Es erfüllt uns mit Stolz und auch mit Freude, ein Haus mit so einer Geschichte zu besitzen.“

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