Feierstunde zum Abschluss des Stromkonzessionsvertrages mit Stadtwerken

Gewinne dienen der Wertschöpfung vor Ort

Stadtwerke-Geschäftsführer Waldemar Opalla (vorne links) und Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch (vorne rechts) tauschten die unterschriebenen Verträge im Beisein von Stadtwerke-Mitarbeitern und Kommunalpolitikern aus.
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Stadtwerke-Geschäftsführer Waldemar Opalla (vorne links) und Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch (vorne rechts) tauschten die unterschriebenen Verträge im Beisein von Stadtwerke-Mitarbeitern und Kommunalpolitikern aus.

Rehden - „Es ist heute ein schöner und historisch wichtiger Tag in der über 100-jährigen Geschichte der Stadtwerke“, frohlockte Waldemar Opalla, Geschäftsführer der Stadtwerke EVB Huntetal, am Dienstagabend im Sitzungssaal des Rehdener Rathauses. Anlass war eine kleine Feierstunde zum Abschluss des Stromkonzessionsvertrages zwischen Samtgemeinde Rehden und Stadtwerken.

Durch diesen Vertrag räumt die Samtgemeinde den Stadtwerken ab 1. August das Recht ein, die Stromnetze zu bewirtschaften, und erlaubt, öffentliche Straßen und Plätze für die Verlegung neuer Versorgungsleitungen zu nutzen. Die Kommune erhält dabei im Gegenzug eine Konzessionsabgabe. Der Kontrakt gilt für die nächsten 20 Jahre.

Noch bis morgen läuft der Konzessionsvertrag Strom der Samtgemeinde mit den RWE. Im Vergabeverfahren setzten sich die Stadtwerke gegenüber den RWE durch.

Als Bewertungsgremium fungierte der Samtgemeinderat, der sich, wie an dem Abend verlautete, in zahlreichen Sitzungen mit dem Thema beschäftigte, dabei häufig kontrovers, aber stets fair diskutierte. Am Verfahren waren Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch und Ratsherr Heino Mackenstedt nicht beteiligt, weil sie Mitglieder im Stadtwerke-Aufsichtsrat sind.

Wie Bernhard Haas, Allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters, erklärte, habe das Gremium Kriterien erarbeitet, die maßgeblich für die Vergabe gewesen seien. In zwei Hauptpunkten hätten die Stadtwerke deutlich vor den RWE gelegen. Welche das waren, wollte Haas auf Nachfrage aus „Gründen der Rechtssicherheit“ nicht sagen. Die Konzessionsabgabe sei jedoch bei beiden Bietern identisch gewesen.

Von der eigentlichen Netzübernahme würden die Bürger der Samtgemeinde nichts spüren. Sowohl für Stromkunden der Stadtwerke als auch von anderen Anbietern ergäben sich keine Änderungen. Der jeweilige Verteilnetzbetrieber müsse das Netz gesetzlich diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen. Eine Bundesbehörde wache über Ordnungsmäßigkeit und Netznutzungsentgelte. Stromlieferverträge von Kunden würden unabhängig vom Netzbetreiber ihre Gültigkeit behalten.

Auch für Einspeiser von regenerativ erzeugtem Strom gäbe es keine finanziellen Änderungen. „Wir nehmen den EEG-Strom genauso auf und berechnen ihn nach denselben Sätzen“, sagte Opalla.

Allerdings erhalten Einspeiser Abrechnungen von den Stadtwerken nach der Übernahme. Die entsprechenden Daten und Verträge würden dem neuen Konzessionsinhaber von den RWE zur Verfügung gestellt. Jedoch würden sämtliche Einspeiser auch von den Stadtwerken noch angeschrieben. „Kunden und Lieferanten müssen nichts unternehmen“, sagte Opalla.

Noch keine Einigung

über Kaufpreis

Aber noch ist es nicht soweit. RWE und Stadtwerke müssen zunächst Einigung beim Kaufpreis erzielen. Bis zur Klärung bleibt RWE Eigentümer und wird das Netz auch solange bewirtschaften. Wie von den Stadtwerken verlautete, würden die August-Abrechnungen bei den Einspeisern noch von den RWE erfolgen. „Mit dem Konzessionsvertrag in der Hand werden wir sehr zügig in die Kaufpreisverhandlungen einsteigen, um möglichst schnell auch Eigentümer zu werden“, kündigte Geschäftsführer Opalla an.

Laut Stadtwerken und Samtgemeinde haben die Bürger einige Vorteile durch den Wechsel. Gewinne, die das Unternehmen erwirtschafte, würden nicht nach Essen fließen, sondern in der Region bleiben und der Wertschöpfung vor Ort dienen. „Als Gesellschafter hat die Samtgemeinde die Möglichkeit, die Geschäftspolitik mitzubestimmen“, erklärte Opalla ferner. Zudem seien die Stadtwerke durch Kunden-Center und Beratungsbüros nah am Kunden und der Kommunalpolitik.

Auch eine bessere Koordination auf Baustellen und bei Leitungsverlegungen sei möglich, da die Stadtwerke, neben Wasser und Gas, nun auch die Konzession Strom inne haben. „Alles liegt in der Hand der Stadtwerke. Wenn es ein Problem gibt, wenden wir uns immer an den richtigen Ansprechpartner“, erklärte Haas die sogenannten „Synergieeffekte“. Auch bei Hausbauten ergäben sich Vorteile. Wasser-, Strom- und Gasversorgung könnten „in einem Rutsch“ erledigt werden.

hkl

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