BSV Rehden landet in hektischer Schlussphase wichtigen Sieg in Drochtersen

Faustschlag gegen Wessel, Tumulte und ein 2:0-Erfolg

Brachte den BSV Rehden gestern Abend in Drochtersen mit 1:0 in Führung und damit auf die Siegerstraße: Innenverteidiger Gazi Siala. -  Foto: Krüger

Drochtersen -  Das war ein ganz wichtiger Sieg im Regionalliga-Abstiegskampf für den BSV Rehden – wenn auch mit einem Geschmäckle am Ende. Dank des Kopfball-Tores von Gazi Siala vor der Pause und eines umstrittenen Treffers von Joseph Boyamba in der Nachspielzeit setzte sich die Mannschaft von Trainer Fabian Gerber gestern Abend beim Tabellenvierten SV Drochtersen/Assel mit 2:0 (1:0) durch.

Vor allem der Schlusspunkt erhitzte die Gemüter gefährlich: Boyamba schnappte sich einen Schiedsrichterball, zog über links auf und davon, umspielte Torwart Siefkes und schoss ins leere Tor zum 2:0. Die Folge: Rudelbildungen, aufgebrachte Fans, ein Faustschlag gegen Rehdens Innenverteidiger Michael Wessel und ein erboster Coach Maaßen, der die Pressekonferenz platzen ließ. „Normalerweise spielt man so einen Ball ins Aus oder zum Gegner“, räumte BSV-Sportvorstand Michael Weinberg ein, „aber Joseph ist noch jung und hat sich gedacht: Jetzt mach’ ich ihn rein.“

Das furiose Ende eines mäßig gestarteten Spieltags: Der Mannschaftsbus steckte im Acht-Kilometer-Stau auf der A 1 und rollte erst eine Dreiviertelstunde vor dem angesetzten Beginn am Kehdinger Stadion vor. So begann die Partie eine Viertelstunde später.

Danach dauerte es noch 15 Minuten, ehe die Gäste vor 690 Zuschauern überhaupt den ersten Torschuss abgaben – per Freistoß durch Viktor Pekrul. Bis dahin fand Rehden gegen die sehr hoch vereidigenden SV-Reihen kaum Anspielstationen. Außer einem knapp vorbei gesetzten Rechtsschuss des viel zu freien Florian Nagel (20.) und einem ebenfalls haarscharf vorbei geschossenen Ball von Kevin Krottke (27.) ließ die BSV-Defensive allerdings auch nichts zu. Im Angriff hatten die Schwarz-Weißen hingegen einen schweren Stand – allen voran Abu Bakarr Kargbo, der bei Nikola Serra bestens aufgehoben war. Auch Zehner Kevin Artmann konnte sich zunächst nur selten nach vorn einschalten, da er viel im defensiven Mittelfeld gefordert war.

Umso überraschender Rehdens Führung wie aus dem Nichts: Einen Freistoß Pekruls von der linken Seite köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Gazi Siala in die Maschen – 0:1 (38.)! SV-Trainer Enrico Maaßen war bedient und schickte noch vor der Pause den einstigen Rehdener Stürmer Alexander Neumann von der Bank zum Aufwärmen. Er kam mit Anfang des zweiten Durchgangs rein.

Das brachte zunächst wenig, Kargbo hingegen hätte nach einem zu kurzen Rückpass von Serra treffen müssen, schoss aber über das leere Gehäuse (68.).

Maaßen schöpfte wenig später sein Wechselkontingent aus, Drochtersen bemühte sich, doch der BSV stand hinten sicher, kämpfte mit Mann und Maus um jeden Ball – und konterte gefährlich. Die Schlussphase war umkämpft, Marcel Stutter zog sich bei einem Kopfball-Duell eine Platzwunde zu, der eingewechselte Ramiz Pasiov musste behandelt werden – und dann geschah das, was für reichlich Zoff sorgte. Doch die Freude über drei Punkte dürfte Wessels Schmerz nach dem Schlag gelindert haben.

Aus Drochtersen berichtet Cord Krüger

Mehr zum Thema:

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

BVB besiegt Titelfluch - DFB-Pokaltriumph im vierten Anlauf

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

Dortmund holt den Pott! Bilder vom Sieg gegen Frankfurt

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

„Auba-cooler Elfer!“ Die Pressestimmen zum BVB-Sieg

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

G7-Gipfel: Scheitern in letzter Minute verhindert

Meistgelesene Artikel

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Freistatt feiert Jahresfest – und 150 Jahre Bethel

Abitur in Leeste: „Eine gute Vorbereitung auf die Welt“

Abitur in Leeste: „Eine gute Vorbereitung auf die Welt“

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Sportpark-Feuer: Jugendstrafen mit Bewährung 

Ganz sachte „angebuckt“: Hopmanns sind seit 60 Jahren verheiratet

Ganz sachte „angebuckt“: Hopmanns sind seit 60 Jahren verheiratet

Kommentare