Familie Tönniges öffnet grünes Paradies für interessierte Besucher / Anfang mit Bio-Gemüsebeet

Einblick in Wetscher Wohlfühlgarten

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Hier lässt es sich leben: Familie Tönniges aus Wetschen öffnete am Sonntag zum ersten Mal ihren Garten für Besucher. Diese zeigten sich von dem 2000 Quadratmeter großen Areal begeistert.

Wetschen - Die Oase, die sich am Gänseweg 4 im Wetscher Bruch inmitten von intensiv genutzten Feldern mit vorwiegend Maisanbau versteckt, ist viel mehr als ein Garten. Das Stückchen Lebensideologie, zweites Wohn- und Esszimmer sowie „Auftank-Oase“, gehört der Familie Tönniges, die am Sonntag erstmals ihr 2000 Quadratmeter großes Grundstück für die Öffentlichkeit geöffnet hatte und in staunende Augen schaute.

„Ist das toll“, „Ist das bezaubernd“, Ist das wunderbar“ oder „Vielleicht sind wir zu akkurat?“, waren nur einige der Bekundungen der über 200 Gäste. Diese konnte Sohn Linus genau nachverfolgen, denn sie wurden auf einem Schwartenbrett am Eingang per Kreidestrich gezählt. Was sich hinter dem schmalen Eingang im Garten des ehemaligen Resthofgebäudes den Gästen bot, war eine märchenhafte Traumoase in Grün, mit blauen Stunden und greifbaren, praktischen Umsetzungen zu einem fast autarken Leben.

Seit 23 Jahren lebt die Familie Tönniges, Mutter Marion und Vater Kai-Uwe, mit ihren vier Kindern in Wetschen, und hat sich diesen Rückzugsort von der hektischen Welt gebaut. Praktisch, kreativ, lyrisch und menschlich.

Im Gespräch mit Marion Tönniges wird deutlich, wie wichtig der Familie ein gutes Umfeld ist, um Kinder gefestigt und nachhaltig geprägt in die weite Welt zu entlassen. Tochter Birte, die bald in Dortmund studiert, weiß sicher: „Ich werde mich nach unserem Zuhause sehnen, bestimmt jedes mögliche Wochenende hier auftanken.“

Jedes der Familienmitglieder hat im Laufe seines Lebens an Haus und Garten mitgewirkt. „Erst kamen die Kinder, dann wurde das Haus renoviert, dann erst der Wandelgarten“, erzählt Marion Tönniges. Der Gemüsegarten war aber sofort nach dem Einzug bepflanzt, denn die Eltern wollten gesundes, ungespritztes Gemüse mit den Kindern essen.

Heute nach Jahrzehnten ständigen Bauens, Anbauens, Veränderns und kreativen Gestaltens ist die Familie fast autark. Mit solarthermischen Elementen wird warmes Wasser erzeugt, mit Fotovoltaik Strom. Ein Biomeiler ist im Versuchsstadium, in ihm werden gehäckselter Strauch- und Heckenschnitt verwertet und die Verrottungswärme zur Wärmegewinnung  genutzt.

„Als wir herzogen, gab es nur das Haus mit Backhaus und die Eichen, keine Hecken, sonst nichts“, erinnert sich Marion Tönniges. Wenn einer den so genannten „Grünen Daumen“ verdient hat, dann wohl Familie Tönniges, die zudem gastfreundlich ist. Sie bieten den Gästen, die aus dem Staunen nicht herauskommen, Kaffee und Kuchen und Gegrilltes. Ohne viele Worte, denn die stehen bei Tönniges an den Wänden: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“ heißt es am Eingang. Die Familie scheint ihr Leben nach dem festgeschriebenen Motto „Jedes Kalenderblatt ist ein Wertpapier, dessen Wert wir selbst bestimmen“, zu leben.

Im Garten sind kleine, ganz unterschiedliche Räume entstanden. Nischen mit Mauern und Fenstern, Lauben, ein Aquädukt, ein Bioschwimmteich, ein Bienenhotel und ein Weingewächshaus sind nur einige Beispiele. Sitzecken bieten tolle Ausblicke auf die weiten Felder hinter der grünen Oase. „Wir haben auch Rückschläge beim Bauen erlebt, aber nie aufgehört nach vorne zu denken“, resümiert die Familie und freut sich schon auf die nächste Jahreszeit: „Im Herbst wird es hier im Garten ruhiger, er zeigt ein neues Bild, bis im Frühling die Karten neu gemischt werden“.

sbb

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