Familien-Partei setzt neue politische Schwerpunkte 

Eltern stärken: Erziehungsgehalt statt Krippenbetreuung

Carsten Krehl will die Familien-Partei im Landkreis Diepholz etablieren. Fünf Mitglieder hat der Rehdener dafür schon gewonnen.

Rehden - Von Anke Seidel. Als Vater von zwei fast vierjährigen Jungen – Zwillinge – weiß Carsten Krehl, welche Rahmenbedingungen Kinder und Familien brauchen. Aber als Ratsmitglied der SPD-Fraktion in seinem Heimatort Rehden hat er fünf Jahre lang auch erfahren, wie kommunale Entscheidungen getroffen werden. „Der Bezug zur Basis fehlt“, sagt der 43-Jährige.

Vor zwei Jahren hat er die SPD verlassen. Sie habe sich „wegentwickelt“ von den klassischen sozialdemokratischen Werten, begründet Krehl seine Entscheidung – und ist nun bei der Familien-Partei aktiv. Die Gründung des Ortsverbands Diepholzer Land hat sich der 43-Jährige zum Ziel gesetzt. Krehl, Regionalmanager eines großen Pharma-Unternehmens, möchte den Bürgern im Landkreis „eine echte Alternative zu den etablierten Parteien bieten“. Fünf Mitglieder hat er bereits gewonnen – und wünscht sich mindestens 20 Mitstreiter aus dem gesamten Landkreis Diepholz, um einen Kreisverband gründen zu können: „Spätestens bei den Kommunalwahlen 2021 wollen wir flächendeckend antreten, möglichst auch schon zur Landtagswahl 2018.“

Eine Forderung der Familien-Partei: Das Erziehungsgehalt. Genau das soll Müttern und Vätern die Chance geben, sich selbst intensiv um ihre Kinder zu kümmern – sprich eine Alternative zur Krippe bieten und vor allem den Anreiz schaffen, sich für ein Kind zu entscheiden. 1 500 Euro monatlich soll dieses Gehalt ab der Geburt betragen – und bis zum zwölften Lebensjahr des Kindes auf 300 Euro sinken. Ein Rechenmodell: „Wichtig an der Diskussion sind nicht unbedingt die genauen Zahlen. Wichtig ist das Erkennen der Notwendigkeit, die Entwicklung eines Gespürs, dass so ein Erziehungsgehalt tatsächlich fehlt und eine gute Sache wäre“, argumentiert die Familien-Partei.

Weil Carsten Krehl hofft, dass sie auch im Landkreis Diepholz kräftig an Fahrt aufnimmt, war eine Sonderzugfahrt von Diepholz nach Sulingen ein Symbol dafür – und mehr: „Sie wurde auch von der Familien-Partei gesponsert“, sagt Krehl. Der Familienvater wünscht sich, dass die Bahnverbindung zwischen Diepholz und Sulingen künftig wieder zum Öffentlichen Personennahverkehr gehört. Denn genau der sei wichtig für Familien – und nicht weniger eine Geburtshilfestation oder ein Geburtshaus im Landkreis Diepholz.

Für Familien sei es extrem schwierig, wenn eine Mutter mit kleinen Kindern zur Geburt eines Geschwisterchens eine Klinik nutzen müsse, zu der man 45 Minuten mit dem Auto fahren müsse. Dass es im Landkreis Diepholz keine Geburtsmöglichkeit gibt sei „umso unverständlicher, weil der Landkreis überdurchschnittlich viele Geburten zu verzeichnen hat“.

Kindern Werte vermitteln – wie den respektvollen Umgang mit der Natur und mit Tieren – ist dem zweifachen Vater enorm wichtig. Deshalb ist der Gewässerschutz für ihn ein aktuelles politisches Thema. „Über die Situation am Dümmer ist viel zu lange gesprochen worden und viel zu wenig passiert“, sagt der Rehdener. Er wünscht sich ebenso einen tierischen Wandel – weg von der Massentierhaltung und hin zu einer nachhaltigen Tierhaltung, bei der Kinder wieder Schweine auf den Weiden beobachten können. Ein weiteres Thema der Familien-Partei, die übrigens schon seit 1981 besteht, ist die Schulpolitik. Wer sich engagieren möchte, kann sich per E-Mail an Carsten Krehl wenden.

familienparteidh@gmail.com

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