Bürgermeister und Gemeindedirektoren äußern sich zu Plänen der Kreissparkasse

„Das ist eine Katastrophe für Barver“

Geld bekommen die Barveraner Kunden der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz hier bald nicht mehr: Die Geschäftsstelle an der Straße „Im Timpen“ wird geschlossen. Die Konten werden ab Januar von Wagenfeld aus geführt. - Foto: Jendrusch

Barver/Lembruch - Von Marcel Jendrusch. Die Schließung der Kreissparkassen-Geschäftsstelle in Barver und die Rückstufung der Geschäftsstelle Lembruch zu einer SB-Filiale schlagen in beiden Gemeinden hohe Wellen. Bürgermeister und Gemeindedirektoren drückten gegenüber unserer Zeitung ihren Ärger und ihr Unverständnis aus.

„Das ist eine Katastrophe für Barver“, nimmt Bürgermeister Detlev Osterbrink kein Blatt vor den Mund. „Wir bemühen uns hier seit Jahr und Tag, den Ort attraktiv zu halten, kämpfen beispielsweise um den Erhalt des Grundschul-Standortes, und dann sowas. Was ist denn mit den älteren Einwohnern? Oder Leuten, die nicht immer mobil sind? Die können nicht mal eben nach Rehden oder Wagenfeld zum nächsten Geldautomaten fahren.“

Unterstützt wird Osterbrink von Hartmut Bloch: „Ich bin wirklich enttäuscht“, beschreibt der Gemeindedirektor seine Stimmung. „Das ist eine klare Schwächung des ländlichen Raums. Barver ist eine funktionierende Ortschaft mit einem Lebensmittelgeschäft, einer Tankstelle, Gastronomie und einem regen Vereinsleben. Damit die Struktur des Ortes langfristig erhalten bleibt, ist die Versorgung mit Bargeld unerlässlich.“ Der Gemeindedirektor zeigt zwar ein gewisses Verständnis für den Kostendruck in der Branche, verwies jedoch auch auf die besondere Stellung der Sparkasse als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Als solches müsse die Kreissparkasse in der Fläche präsent sein. Zudem sei das Gebäude erst vor wenigen Jahren umfangreich saniert worden.

Dass die Sparkassen-Kunden in Lembruch mit einem blauen Auge davon kommen, stellt Bürgermeisterin Margarete Schlick nur bedingt zufrieden: „Diese Entwicklung ist nicht gut. Ich bin aber erleichtert, dass Einwohner und Touristen auch weiterhin die Möglichkeit haben, Bargeld vor Ort zu bekommen. Für die Geschäftsleute, sofern diese ihr Konto bei der Sparkasse haben, wird es jedoch komplizierter.“ Diese müssten nun verstärkt mit Geldbomben arbeiten, um Scheine und Münzen zu transportieren und einzuzahlen.

Auch Gemeindedirektor Rüdiger Scheibe ist hin- und hergerissen: „Zunächst mal bin ich froh, dass es noch die Chance gibt, Bargeld zu bekommen. Dies ist vor allem im Hinblick auf die touristische Infrastruktur ungeheuer wichtig.“ Alles in allem sei der Abzug der Angestellten aus Lembruch jedoch als Schwächung des Standortes anzusehen.

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