50 Jahre Blau-Kreuz-Gruppe Rehden / Gottesdienst und anschließende Jubiläumsfeier in den Ratsstuben

„Ein fester Bestandteil unserer Gemeinschaft“

Rehdenes ehemaliger Pastor Sebastian Borghardt predigte am Sonntag und erhielt von Hermann Hoffmann einen „Engel“.

REHDEN - „Ich freue mich über die Beteiligung der Vereine und Verbände der Gemeinde. Das zeigt uns, die Blau-Kreuzler sind keine anonyme Gruppe, sondern sind ein fester integraler Bestandteil unserer dörflichen Gemeinschaft.“ Dies betonte Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch in seinem Grußwort anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Blau-Kreuz-Gruppe Rehden am Sonntag in den Ratsstuben.

Bloch gratulierte im Namen der Samtgemeinde und der Mitgliedsgemeinden. Dass die Gruppe am dörflichen Leben teilnehme geschehe nicht von selbst, dazu trage sie aktiv bei. „Das dieses intensiv gelebt wird, ist ein besonderer Verdienst des Vorstandes und auch insbesondere des rührigen Vorsitzenden Hermann Hoffmann“, lobte Bloch.

Der Erfolg der Blau-Kreuz-Gruppe Rehden sei untrennbar mit den Namen Heinz und Waltraud Sommer verbunden. Mit ihnen habe vor 50 Jahren die ehrenamtliche Suchthilfe in Rehden und damit auch im damaligen Landkreis Grafschaft Diepholz begonnen. Er freue sich daher sehr, dass Waltraud Sommer an der Jubiläumsveranstaltung teilnehmen könne – bei sehr guter Gesundheit.

Im Vorfeld der Veranstaltung habe er sich häufiger mit dem Vorsitzenden unterhalten und der habe immer zutreffend betont: In der Gruppe wird einem geholfen, damit man selbst anderen helfen kann, ihr Alkoholproblem zu lösen.

Die Blau-Kreuz-Gruppe Rehden habe in den 50 Jahren ihres Bestehens sehr vielen Alkoholkranken geholfen. „Aber auch die Gesellschaft, wir alle können durch unser Verhalten dazu beitragen, Alkoholkranken zu helfen, von der Sucht loszukommen“, sagte Bloch. Dies treffe nicht nur auf die Betroffenen zu, sondern auch auf deren Ehefrauen und Familien.

Dank für erfolgreiche Arbeit

„Wir, alle, die wir hier sitzen, bedanken uns für 50 Jahre erfolgreiche Arbeit, 50 Jahre erfolgreiche Suchtkrankenhilfe für unsere Nächsten. Das Ganze hat sicherlich insofern auch etwas mit praktizierter Nächstenliebe zu tun“, sagte Bloch.

Zu Beginn der Suchthilfe 1966 sei noch eine andere Zeit gewesen. „Es war kurz vor den 68ern, es war eine Umbruchzeit“, erinnerte Superintendent Klaus Priesmeier. In der Suchthilfe geschehe ganz viel im Verborgenen, „aber sie hat eine unglaubliche Dimension“, sagte Priesmeier. „Wir brechen uns keinen Zacken aus der Krone, wenn wir herzlichen Dank sagen“, ergänzte er. „Heute feiern wir, die Betonung liegt auf heute. Heute ist das Nadelöhr unserer Zeit, heute ist die entscheidende Zeit. Heute entscheide ich immer neu“, unterstrich der Superintendent. Er überreichte an Hermann Hoffmann einige Versbüchlein mit dem Titel „Dass Du Dir glückst“. „Und das wünsche ich jedem von ihnen“, Priesmeier an die 150 Gäste gerichtet.

Unter ihnen Vertreter der Politik, der Erwachsenenbildung, der Fachkliniken, der Suchtberatungsstelle, des Bundes- und Landesverbandes des Blauen Kreuzes in der Evangelischen Kirche, Abordnungen benachbarter und befreundeter Blau-Kreuz-Gruppen, Vertreter örtlicher Vereine, der Banken sowie des Kirchenvorstandes.

„Ganz herzlich heiße ich aber auch noch einmal Pastor Borghardt und seine Frau Helga willkommen und danke für den schönen Gottesdienst, der uns viel Kraft gibt“, sagte Hermann Hoffmann zu Beginn der Veranstaltung. Sein Dank galt auch dem Chor „Gemischt for fun“ sowie Monika Zilke für die musikalische Mitwirkung während des Gottesdienstes und der Feier.

„Wir sind froh und auch stolz, dieses Jubiläum mit so vielen Gästen feiern zu dürfen“, betonte Hoffmann. Das Fest stand unter dem Motto „50 Jahre ehrenamtliche Suchtkrankenhilfe von Mensch zu Mensch“. Für ihn zähle nämlich der Satz: „Jeder sollte etwas – und sei es noch so wenig – für diejenigen tun, die Hilfe brauchen, etwas, das keinen Lohn bringt, aber Freude, es tun zu dürfen.“

Wenn er in die Runde schaue sei er froh, viele neue Gesichter zu sehen. Er sei traurig, dass einige Personen durch Todesfall nicht mehr dabei seien, aber auch traurig, dass einige, bedingt durch Rückfälle, nicht wieder den Weg zurück in ein suchtmittelfreies Leben gefunden hätten. „Das haben wir aber zu akzeptieren, denn es gehört zum Krankheitsbild dazu. Diese Personen sind vielleicht noch nicht soweit und haben ihren persönlichen Tiefpunkt noch nicht erreicht“, vermutete Hoffmann. Das Eingeständnis, seine Sucht als Krankheit anzuerkennen, sei das A und O in der Suchthilfe. J hwb

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