„Standbein der Extraklasse“

Siebenhäuser Molkerei in Rehden erhält unbefristete EU-Zulassung

Unter der Zulassungsnummer DE NI 23000 EG darf Wolfgang Johanning (Mitte) künftig seine Milchprodukte europaweit vermarkten. Mit ihm freuen sich (v.l.) Betriebsleiter Broder Mangelsen, Cornelia Hemker, Cord Bockhop und Hartmut Bloch. - Foto: Benker

Rehden - „Hier ist alles vom Feinsten. Dies ist ein zweites Standbein der Extraklasse. Was an Investitionen geflossen ist, ist schon gewaltig.“ Nur lobende Worte hatte am Donnerstagmittag Cornelia Hemker vom Veterinäramt des Landkreises Diepholz für die Siebenhäuser Molkerei in Rehden parat. 

Gemeinsam mit Landrat Cord Bockhop überreichte sie symbolisch die EU-Zulassungsnummer des Betriebes an Inhaber Wolfgang Johanning: DE NI 23000 EG. Diese Nummer wird sich künftig auf allen Produkten der Molkerei an der Nienburger Straße wiederfinden. Damit ist Johanning berechtigt, seine Produkte EU-weit zu vermarkten.

Geprüft worden war der Betrieb am 20. September durch Dr. Schumacher vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). „Wir haben hier acht Stunden gesessen, geprüft und geschaut. Der Betrieb hat sich hervorragend dargestellt. Betriebsleiter Broder Mangelsen hat alle Vorgaben mit viel Akribie par excellence umgesetzt. Das führte dazu, dass eine unbefristete Zulassung verliehen wurde“, betonte Hemker. Es sei ihr eine persönliche Freude gewesen, den Betrieb seit Beginn des Jahres betreuen zu dürfen.

Die EU-Zulassung basiere auf dem Hygienepaket, dass die EU 2004 erlassen habe. Dies verlange hohe Standards bei den Qualitätskontrollen und eigenen Kontrollen mit einem hohen Maß an Personal-Hygiene. Zudem werde die Technik ständig überwacht und die Rückverfolgbarkeit der Produkte müsse gewähleistet sein.

Nicht in die EU-Zulassung eingebunden sind der Cafebetrieb und die Eisherstellung.

Molkerei muss sich in Zukunft beweisen

„Für die derzeitige Milchkrise kommt unser Projekt zu spät“, meinte Geschäftsführer Wolfgang Johanning. Die Molkerei müsse sich für die Zukunft beweisen. Er habe sich längere Zeit mit der Selbstvermarktung seiner Milch und deren Produkten beschäftigt, um schwankende Milchpreise abzupuffern, gab Johanning einen kurzen Rückblick auf den Weg zur Molkerei. Dabei habe er den historischen Milchstandort – die alte Molkerei – ins Auge gefasst. 

Letztendlich sei er sich mit der Gemeinde über den Kauf einig geworden. Die Abklärung mit den Behörden über das weitere Vorgehen habe sich angeschlossen. „Und wir haben von Anfang an die EU-Zulassung mit angestrebt. Wir wollen für die Qualität unserer Produkt mit unserem Namen einstehen“, machte Johanning deutlich. Die nächste Herausforderung sei nun, den Einzelhandel dafür zu gewinnen, „unsere Produkte mit aufzunehmen“.

„Das ist der richtige Weg“, lobte Landrat Cord Bockhop die Entwicklung des Hofes Johanning mit Milchtankstelle und Molkerei als weitere Standbeine. Die Vermarktung regionaler Produkte nebeneinander sei zu begrüßen, meinte er mit Blick darauf, dass Johanning zum Beispiel auch Kartoffelchips, Fruchtsaftschorlen, Käse und Butter von heimischen Betrieben anbiete. Er beglückwünschte Johanning und zudem die Gemeinde, vertreten durch Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch, zu diesem besonderen Standort. Zugleich wünschte sich der Landrat, dass sich Johanning um das Gütesiegel „Kulinarischer Botschafter“ bewerben möge.

Bloch beglückwünschte Wolfgang Johanning zu dem „beachtlichen Start“. „Gemeinde und Samtgemeinde freuen sich über deinen Mut“, fügte er hinzu.

hwb

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