Tierschutzhof zieht Jahresbilanz

Dickel: Schmuseeinheiten mit dem Ehrenamt bleiben weiter aus

Mit Tierpflegerin Katrin hat es sich ausgekuschelt: Die zweijährige oldenglish Buldoggen-Hündin Peaches gehörte 2020 zu den Glückspilzen und fand nach einer kostenintensiven Operation schnell ein neues Zuhause.
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Mit Tierpflegerin Katrin hat es sich ausgekuschelt: Die zweijährige oldenglish Buldoggen-Hündin Peaches gehörte 2020 zu den Glückspilzen und fand nach einer kostenintensiven Operation schnell ein neues Zuhause.

Tierheime leiden unter der Corona-Pandemie - beziehungsweise unter den Verordnungen, die die Verbreitung des Covid-19-Virus verhindern sollen. Dennoch fällt die Jahresbilanz 2020 des Tierschutzhofes in Dickel gar nicht so schlecht aus.

Dickel – Der neue „harte“ Lockdown zwang auch den Tierschutzhof Dickel seit Mitte Dezember zu einer erneuten Schließung. „Wir sind traurig, dass unsere Tiere seitdem auf die Spaziergänge und Streicheleinheiten ihrer Gassi-Geher und ehrenamtlichen Pfleger verzichten müssen“, sagt Tierheimleiterin Sonja Benke. Dass die Schließungszeit durch den Beschluss von Bund und Ländern am Dienstag in die Verlängerung geht, treffe die Tierschützer umso härter. „Wir nutzen die Zeit, um mit unseren Schützlingen ausgiebige Spaziergänge zu machen und intensive Kuschel- und Schmusezeiten einzulegen“, erklärt die Tierheimleiterin.

Angesichts der Schließung verlaufe ein Kennenlernen zwischen Interessenten und Tieren leider anders als gewohnt. „Interessenten können sich mit den Steckbriefen unserer Tiere auf der Homepage einen ersten Eindruck verschaffen. Bei ernsthaftem Interesse an einer Adoption vereinbaren wir telefonisch einen Termin für ein gezieltes Kennenlernen“, erklärt Benke.

Die Besichtigungen fänden ausschließlich für die ausgewählten Tiere statt. Trotz der Schließung seien die Tierschützer täglich in der Zeit von 14 bis 17 Uhr, auch an den offiziellen Ruhetagen montags und donnerstags, unter Tel. 05445/761 zu erreichen.

Bedauerlicherweise sei es während des Lockdowns nicht möglich, neue ehrenamtliche Helfer und Helferinnen ins Team aufzunehmen. „Wir freuen uns sehr über jede Nachricht, die Interesse an einer ehrenamtlichen Tätigkeit zeigt, können jedoch momentan aus Hygieneschutzgründen keine weiteren Kontaktpersonen integrieren“, erläutert Benke. „Wir hoffen aber, neue helfende Hände begrüßen zu dürfen, wenn ein Ende des Lockdowns und die Lockerungen es wieder zulassen.“

Trotz der Pandemie und infolge dessen eines Jahres mit vielen neuen unbekannten Herausforderungen hätten die Leiterin des Tierschutzhofes und das ganze Team beim Rückblick auf die vergangenen zwölf Monate Grund zur Freude. „460 Tiere haben 2020 bei uns Unterschlupf gefunden – und für die meisten ging es nach einiger Zeit weiter in ein neues Zuhause.“

Insbesondere viele Katzen habe man vermitteln können, „weil viele Menschen mehr Zeit hatten, sich auf vier Pfoten als neue Mitbewohner einzulassen. Rückläufer gab es mit Ende des Lockdowns glücklicherweise keine.“

Im zweiten Lockdown sei das Interesse ein wenig verhaltener gewesen. „Das wird sich nach dem Trubel der Vorweihnachtszeit und den Feiertagen jetzt vielleicht ändern.“

Auch in Sachen Spenden und Unterstützung kann sich der Tierschutzhof für den Landkreis Diepholz und umzu nicht beklagen. „Obwohl die großen Highlights wie die Tage der offenen Tür, unsere Flohmärkte und das Adventskaffeetrinken pandemiebedingt ausfallen mussten, haben uns viele Menschen unterstützt, sowohl in der laufenden Versorgung, bei hohen medizinischen Sonderkosten für Notfälle, bei Aktionen, bei denen es käuflich selbst Gefertigtes zu erwerben galt, und nicht zuletzt mit tollen Weihnachtsaktivitäten“, so Benke. „Uns haben großzügige Spenden erreicht, für die wir unfassbar dankbar sind, und mit denen wir unsere Fellnasen die Festtage ordentlich verwöhnt haben.“

Um das Infektionsrisiko zu minimieren und die Kontaktpersonen auf dem Hof zu reduzieren, habe man schweren Herzens auch dazu übergehen müssen, eine Spendenablage einzurichten, wo Sachspenden für die Tiere im Trockenen kontaktlos abgegeben werden können. „Zu wissen und zu erleben wie viele Menschen trotz Kontaktbeschränkung an uns und unsere Schützlinge denken, erleichtert unsere Aufgabe ungemein“, so Benke.

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