Baustart im Frühjahr

Symbolischer erster Spatenstich für Bürgerradweg an L345 in Rehden

Alle Beteiligten des geplanten Bürgerradwegs an der L345 trafen sich zum symbolischen ersten Spatenstich.
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Alle Beteiligten des geplanten Bürgerradwegs an der L345 trafen sich zum symbolischen ersten Spatenstich.

Nach jahrelangem „Bohren“ ist der Verein „Unser Bruch“ fast am Ziel: Im Frühjahr 2022 soll der Bau des Bürgerradwegs an der L345 in Rehden beginnen. Den symbolischen ersten Spatenstich gab‘s schon jetzt.

Düversbruch – Die Sonne wärmte die kühle Luft, Gänse flogen munter schnatternd am blauen Himmel vorüber, doch das war nicht der Grund, warum Friedhelm Wiegmann an diesem herrlichen Herbstmorgen entspannt lächelnd vor dem Landhaus Nüßmann in Düversbruch stand. Er freute sich auf den Moment, auf den er und seine Mitstreiter im Verein „Unser Bruch“ seit vielen Jahren hingearbeitet haben: den ersten Spatenstich für den Bürgerradweg entlang der L345 (Burlager Straße). Ein symbolischer zwar nur – der Baubeginn ist für Frühjahr 2022 geplant –, aber ein unmissverständliches Zeichen: Es gibt kein Zurück.

Alle Vorarbeiten für den Baustart sind erfüllt: Der Feststellungsbeschluss liegt vor, die Flächen sind gekauft, und seit Mitte des Monats laufen die Ausschreibungen. Die Baukosten – laut Rehdens Samtgemeindebürgermeister Hartmut Bloch wegen der explodierenden Preise im Baugewerbe von rund 800.000 Euro auf gut eine Million Euro angestiegen – wird das Land aus seinem Bürgerradwegeprogramm tragen. Die Planungskosten (120.000 Euro) zahlt die Samtgemeinde Rehden. Die Gemeinde Wagenfeld beteiligt sich mit 10.000 Euro. Der Verein „Unser Bruch“ trägt die Kosten für den Flächenerwerb.

„Das war eine Geschichte, die uns alle stark gefordert hat“, blickte Bloch gestern beim Spatenstich auf die Bemühungen des Vereins und der Rehdener Verwaltung zurück, die die gesamte Planung verantwortete.

„Sie haben uns eine Menge Arbeit abgenommen“, sagte Uwe Schindler, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg. Sein Geschäftsbereich beschäftige sich derzeit mit mehr als zwölf Radwegen im vordringlichen Bedarf. Neben der zeitaufwendigen Planung sei es für sie schwierig, an die Flächen für die Radwege zu kommen. Viele seien nichtwillens, ihr Land für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, wenn eine Behörde anfrage. Im Gespräch von Nachbar zu Nachbar seien die Menschen eher dazu bereit.

Den Wunsch nach einem Radweg gab es laut Friedhelm Wiegmann schon in den 90er-Jahren, weil alle wichtigen Anlaufpunkte in Düversbruch wie Schützenhaus, Dorfplatz und Gasthaus direkt an der schmalen und viel befahrenen Landesstraße liegen. Als 2011 zwei Radfahrer bei einem Verkehrsunfall starben, habe das die Bemühungen ins Rollen gebracht, so Wiegmann. „Das war kein Selbstläufer. Es musste viele Leute überzeugt werden.“ Von der anfänglichen Skepsis – auch im Bruch selbst – ließ sich der Verein aber nicht beirren. „Ihr habt ständig gebohrt“, erinnerte Hartmut Bloch. Mit ihrer Hartnäckigkeit gelang es den Aktiven schließlich, die Räte der Gemeinden Rehden, Wetschen und Hemsloh sowie den Samtgemeinderat von ihrem Vorhaben zu überzeugen.

Von dieser Hartnäckigkeit kann auch der CDU-Landtagsabgeordnete Marcel Scharrelmann ein Liedchen singen. Wann immer er Friedhelm Wiegmann bei Veranstaltungen begegnet sei, habe dieser ihn auf den Radweg angesprochen. So hatte er das Vorhaben immer im Hinterkopf und wurde sofort hellhörig, als aus dem Wirtschaftsausschuss des Landtages die Idee der Förderung von Bürgerradwegen kam. Im Sommer 2019 vermittelte er ein Gespräch mit Berend Lindner, Staatssekretär im Wirtschafts- und Verkehrsministerium in Hannover, bei dem Vereinsvorstand und Samtgemeindebürgermeister für das Vorhaben werben konnten und die erfreuliche Nachricht erhielten, dass sie bei der Mittelvergabe ganz oben auf der Liste stehen würden. Denn während sich andernorts nach Bekanntwerden des Bürgerradwegeprogramms gerade erst Vereine gründeten, war „Unser Bruch“ schon mitten in den Planungen.

Für den Verein ist Scharrelmann voll des Lobes. Andernorts scheitere es manchmal schon am Finden eines Vorstands, der bereit sei, Spendengelder zu akquirieren. Auch Landrat Cord Bockhop, der das Projekt mit seinen Kontakten nach Hannover unterstützt hatte, zeigte sich von den Brüchern beeindruckt. Sie hätten nicht nur gefordert, sondern es auch selbst in die Hand genommen. „Dafür möchte ich mich im Namen des Landkreises bedanken.“ Ihr Engagement sieht er als Beispiel, das auch anderswo im Landkreis Schule machen könnte – zum Beispiel bei der Verlängerung des Radwegs in Richtung Dümmer, setzte Bockhop wie auch die anderen Redner einen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Lemförde. Die Samtgemeinde hatte sich lange schwer damit getan, den Bürgerradweg auf ihrem Gebiet fortzusetzen. Inzwischen gibt es aber auch dort entsprechende Planungen und Gespräche mit den Flächeneigentümern.

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