Fragen der Redaktion

Bürgermeister-Bewerber Magnus Kiene: „Bürgernähe und Bürgerbeteiligung“

Magnus Kiene (parteilos) möchte die Nachfolge von Hartmut Bloch antreten und kandidiert für das Amt des Rehdener Samtgemeindebürgermeisters.
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Magnus Kiene (parteilos) möchte die Nachfolge von Hartmut Bloch antreten und kandidiert für das Amt des Rehdener Samtgemeindebürgermeisters.

Rehden – Ein Kandidat steht bei der Kommunalwahl am 12. September auf dem Stimmzettel zur Wahl für das Amt des Rehdener Samtgemeindebürgermeisters – Magnus Kiene. Im Interview beantwortet er Fragen, die die Redaktion ihm gestellt hat.

Warum wollen Sie Bürgermeister der Samtgemeinde Rehden werden?

Die Samtgemeinde Rehden ist meine Heimat - ich kann mir nichts Spannenderes vorstellen, als die Entwicklung der Kommune mitzugestalten, in der ich lebe! Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Samtgemeinde für alle Einwohnerinnen und Einwohner so lebenswert wie möglich zu gestalten. Ich komme aus der Verwaltung, habe hier viele wertvolle Erfahrungen sammeln können und möchte nun eine Verwaltung leiten. Mein Ziel: Die positive Entwicklung unserer Samtgemeinde gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, mit den politischen Akteuren und mit dem Team aus der Verwaltung fortzuführen!

Sie sagen, Bürgernähe und Bürgerbeteiligung sind Ihnen besonders wichtig: Wie wollen Sie die Einwohner der Samtgemeinde ganz konkret einbinden? Planen Sie beispielsweise regelmäßige Bürgerinformationsabende oder Bürgersprechstunden oder die Bereitstellung von Ratsunterlagen im Internet?

Neben den persönlichen Gesprächen geht es darum, das Online-Angebot der Verwaltung zu erweitern. Der Haushaltsplan sowie Unterlagen zu den öffentlich zu beratenden Themen der politischen Gremien könnten z. B. auf der Homepage der Samtgemeinde zugänglich gemacht werden. Außerdem möchte ich eine Möglichkeit für die Einwohnerinnen und Einwohner schaffen, Meldungen und auch Ideen über die Homepage der Samtgemeinde unkompliziert weiterzugeben. Die Samtgemeinde ist bisher nicht in den sozialen Medien vertreten. Die dortige Reichweite kann zusätzlich zu der Homepage genutzt werden, um öffentliche Veranstaltungen und Aktionen zu bewerben, aber auch Informationen, wie über Baustellen, zu geben.

Bürger stärker einbinden, wie beim geplanten Ausbau einer Gemeindestraße in Wetschen oder eines Spielplatzes in Rehden – hier konnten sich Bürgerinnen und Bürger konkret einbringen. Das finde ich wichtig und ich möchte diese Art der Beteiligung fortführen. Zusätzlich schwebt mir vor, regelmäßige Bürgerversammlungen anzubieten. Das persönliche Gespräch bleibt mir wichtig!

Stichwort Baugebiete: Sollte künftig generell über Vergaberichtlinien sichergestellt werden, dass Einheimische eine größere Chance haben, eines der insbesondere in Rehden und Wetschen begehrten Grundstücke zu ergattern?

Baugrundstücke in unserer Samtgemeinde sind sehr gefragt. Vor diesem Hintergrund sind Vergaberichtlinien sinnvoll. Hierbei kann beispielsweise berücksichtigt werden, dass jemand aus der Samtgemeinde kommt oder hier arbeitet. Weiterhin habe ich in den vielseitigen Gesprächen der letzten Wochen auch den Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich der Vergabeverfahren wahrgenommen. Einige Kommunen im Landkreis Diepholz praktizieren bereits Punktesysteme. Ob und wie solche Regelwerke in der Samtgemeinde Rehden angewandt werden können, muss mit den politischen Vertreterinnen und Vertretern erarbeitet werden.

Für junge Familien, die ein Haus bauen wollen, gibt es attraktive Förderprogramme. Sollten Samtgemeinde/Gemeinden auch für ein Angebot an niedrigpreisigen Wohnungen, Senioren- oder Mehrgenerationen-Wohnprojekten sorgen, sei es durch eigene Investitionen oder den gezielten Verkauf von Grundstücken an Investoren, die entsprechende Projekte umsetzen?

Die Samtgemeinde fördert bereits das Zusammenleben von Jung und Alt sowie den Erwerb von vorhandenen Altimmobilien. Bezahlbare Mietwohnungen sind gefragt und einige Projekte sind in der Vergangenheit umgesetzt worden. Hier muss die Samtgemeinde definitiv „am Ball bleiben“ und sich auch weiterhin für bedarfsgerechte Wohnformen vor Ort einsetzen.

Neue Baugebiete bedeuten auch mehr Kinder. Der Bau einer weiteren Kita in Wetschen ist bereits angedacht. Wie sieht es mit der Weiterentwicklung der Grundschule aus? Wird nach Ihrer Einschätzung in den nächsten fünf Jahren eine Erweiterung erforderlich sein und sollte dann der Rehdener Standort oder eher die Außenstelle Wetschen gestärkt werden?

Für eine realistische Einschätzung fehlen mir heute noch die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten. Grundsätzlich würde ich eine Stärkung nach dem Bedarf vor Ort abhängig machen, das heißt, wenn es in absehbarer Zeit einen höheren Bedarf in Wetschen geben sollte und dieser auch auf längerer Sicht besteht, sollte auch dieser Standort gestärkt werden.

Sie sagen, Sie möchten dem Klimawandel entgegenwirken. Können Sie konkrete Beispiele dafür nennen, wie Sie dieses Ziel in der Samtgemeinde umsetzen möchten? Z.B. durch PV-Anlagen auf eigenen Gebäuden, Vorgaben für neue Baugebiete oder kommunale Förderprogramme?

Klimaschutz kann auf vielfältige Weise umgesetzt werden und Maßnahmen müssen gut durchdacht und mit dem nötigen Know-How erarbeitet werden. Die Prüfung weiterer gemeindeeigener Gebäude hinsichtlich Energieerzeugung ist sicherlich ein Punkt. Auch die Nutzung von Förderprogrammen und die Etablierung von Aktionen, wie z. B. die Abfallsammelaktion, Stadtradeln o. Ä. halte ich für wichtig. Generell möchte ich die Verwaltung hier noch mehr in eine Vorbildfunktion bringen.

Ehrenamtliche sind wichtige Stützen der Gesellschaft, sei es in Vereinen, sozialen oder kirchlichen Einrichtungen. Wie stehen Sie zu einer Förderung von Ehrenamtlichen etwa durch Ehrenamtskarten, die Finanzierung von Lehrgängen und Ähnliches? Sollte sich die Samtgemeinde hier stärker engagieren oder besteht aus Ihrer Sicht kein Bedarf?

Ohne unsere Ehrenamtlichen geht nichts! Sie übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, investieren viel Zeit und Herzblut für die Menschen in der Samtgemeinde. Und das neben ihrer regulären Arbeit und dem Familienleben. Die Förderung des Ehrenamts ist daher für mich selbstverständlich. Wie diese aussehen soll, sollte aber mit den Ehrenamtlichen selbst erarbeitet werden. Eine Ehrenamtskarte kann ich mir vorstellen, wenn sie auch einen entsprechenden Nutzen findet und nicht nur „nett gemeint“ ist. Das Rathaus soll wie bisher verlässlicher Ansprechpartner sein und die Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlich Tätigen öffentlich kommunizieren und ihre Arbeit unterstützen.

Vita

Magnus Kiene ist 44 Jahre alt, verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Wetschen. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel hat er zunächst im Ausbildungsbetrieb gearbeitet, den Wehrdienst abgeleistet und war anschließend mehrere Jahre als Fahrlehrer bei der Bundeswehr tätig.

Nach erfolgreich abgeschlossenem dualen Studium zum Diplom-Verwaltungsbetriebswirt beim Landkreis Diepholz war er in verschiedenen Bereichen der Kreisverwaltung tätig, übernahm die Leitung der Kreiskasse und ist seit 2018 als Verwaltungsleiter im Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz tätig. Weiterhin ist er stellvertretender Leiter dieser Organisationseinheit. Zudem ist Kiene langjähriges Mitglied des Katastrophenschutzstabs des Landkreises Diepholz und engagiert sich ehrenamtlich für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

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