Blaues Kreuz Rehden

Alkoholsucht und Corona: Viele Menschen waren total überfordert

Vorstand und Geehrte des Blauen Kreuz Rehden (v.l.): Hermann Hoffmann, Traute Plenge, Friedhelm Bokelmann, Anneliese Scheland, Helmut Sommer und Dietrich Ehlers.
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Vorstand und Geehrte des Blauen Kreuz Rehden (v.l.): Hermann Hoffmann, Traute Plenge, Friedhelm Bokelmann, Anneliese Scheland, Helmut Sommer und Dietrich Ehlers.

Bei Blau-Kreuz-Gruppe in Rehden ist seit einigen Monaten wieder Normalität eingekehrt. Die persönlichen Treffen wurden schmerzlich vermisst.

Rehden – Selbsthilfegruppen leben vom Austausch, der gegenseitigen Unterstützung von Menschen, die das gleiche Problem teilen und darum genau verstehen, wovon ihr Gegenüber spricht. „Persönliche Treffen“, so sagt Hermann Hoffmann, „sind durch nichts zu ersetzen“. Weil Gruppentreffen aber in der Hochphase der Corona-Pandemie nicht möglich waren, musste der Vorsitzende des Ortsvereins Rehden des Blauen Kreuzes in der evangelischen Kirche im Winter viele Einzelgespräche führen. Seit einigen Monaten hat sie die Situation aber wieder normalisiert, wie er während der Jahreshauptversammlung berichtete.

„Das Jahr 2020 war für alle bedingt durch die Pandemie eine völlig neue Erfahrung“, so Hoffmann. Die alljährlichen gemeinsamen Aktivitäten vielen allesamt aus. „Aber, und dafür danke ich der Kirchengemeinde Rehden-Hemsloh und hier besonders dem Kirchenvorstand ganz herzlich, es konnten immerhin an 44 Freitagen unsere Gruppentreffen stattfinden.“ Für alle seien diese Abende immer noch das Wichtigste in der ehrenamtlichen Suchtkrankenhilfe.

Hoffmann lobte auch das deutsche Gesundheitssystem. „Selbst in der höchsten Coronaphase konnten immer noch Personen zu Entgiftungen beziehungsweise Therapien in Kliniken untergebracht werden.“ Das sei nicht selbstverständlich. „Was ich im zurückliegenden Jahr allerdings für telefonische Hilferufe erhalten habe, war schon außergewöhnlich. Viele Menschen, egal ob Betroffene oder Angehörige, waren mit ihrer Situation coronabedingt total überfordert und völlig hilflos.“ Es sei ein anstrengendes und auch für ihn lehrreiches Jahr gewesen.

Viel war nicht möglich, aber immerhin war Hoffmann wieder bei den Rehdener Konfirmanden zu einer Informationsrunde zu Gast. Das sei immer wieder eine tolle Veranstaltung.

Hoffmanns Fazit nach einem außergewöhnlichen Jahr: „Es gibt gerade für uns als Suchtselbsthilfegruppe weiterhin viel Aufklärungsarbeit zu verrichten, um gerade die Alkoholkrankheit gesellschaftsfähiger zu machen.“

Die Vorstandswahlen:. Hermann Hoffmann wurde für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Schriftführer ist Dietrich Ehlers und 1. Beisitzer Helmut Sommer. Die Kasse prüft Gerda Schwarzmann.

Die Ehrungen: Dietrich Ehlers (2 Jahre), Ralf Evers (5), Waldemar Holzhause (15), Anneliese Scheland und Anita Hoffmann (20), Friedhelm Bokelmann (25), Traute und Herfried Plenge (30).

Die Termine: Am Samstag, 14. August, ist das beliebte Grillen an, am Sonntag, 19. September, soll das 55-jährige Bestehen der Gruppe gefeiert werden.

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