Flächen verfügbar

Verein „Unser Bruch“ treibt Planungen für Fahrradweg voran

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Erster Vorsitzender Friedhelm Wiegmann (links) und zweiter Vorsitzender Benjamin Kappe vom Verein „Unser Bruch“ sind zuversichtlich, dass der Bau des Radweges in greifbare Nähe gerückt ist.

Rehden - Von Melanie Russ. Der Wunsch nach einem Fahrradweg entlang der engen Burlager/Düversbrucher Straße von Wagenfeld bis Hüde geht weit zurück, schien aber lange Zeit nicht umsetzbar zu sein. Inzwischen, so sind die Aktiven des Vereins „Unser Bruch“ überzeugt, ist dessen Realisierung – zumindest im Bereich der Samtgemeinde Rehden – in greifbare Nähe gerückt.

In den vergangenen Monaten haben sie einen wesentlichen Stolperstein aus dem Weg geräumt: die Verfügbarkeit der für den Bau erforderlichen privaten Grundstücksflächen. Wie der Vereinsvorsitzende Friedhelm Wiegmann im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet, habe man mit allen Anrainern in dem 3,37 Kilometer langen Bereich der Samtgemeinde über den Verlauf gesprochen. Die zehn betroffenen Grundstückseigentümer hätten zugesagt, Flächen zur Verfügung zu stellen – zum Teil sogar ohne finanzielle Gegenleistung.

Die Flächen, die nicht umsonst zu haben sind, will der Verein im nächsten halben Jahr kaufen. Laut Wiegmann liegen dafür aktuell etwa 20 000 Euro auf dem Konto des Vereins, die nach seiner Einschätzung allerdings nicht ausreichen. Daher soll nun die Spendeneinwerbung intensiviert werden.

Auch die Vermessung der Strecke ist nahezu abgeschlossen. Das Ergebnis soll der Planer Anfang 2019 in einer öffentlichen Versammlung vorstellen. Es habe aber auch im Vorfeld schon Abstimmungsgespräche zwischen Anrainern und Planer zum Streckenverlauf gegeben, berichtet der zweite Vorsitzende Benjamin Kappe. Denn dem Verein sei wichtig, die Planungen im Einvernehmen mit allen Beteiligten voranzutreiben. Im Frühjahr soll auch die Abstimmung mit der Straßenbaubehörde erfolgen.

Planung nach Hannover tragen

Mit der Planung will der Verein anschließend in Hannover vorstellig werden. Ziel ist es, in den vordringlichen Bedarf des Landes für den Radwegebau zu kommen. „Ohne eine Kofinanzierung und eine vorliegende Planung wäre das nicht möglich“, so Kappe. Denn der Bedarf an Radwegen ist groß, das Budget des Landes dagegen überschaubar. Darum sei im Vorteil, wer Flächen und fertige Planungen vorweisen sowie die besondere Bedeutung für die Region darlegen könne, sind Wiegmann und Kappe überzeugt.

Gute Argumente für einen Radweg entlang der Straße, die zum Teil Kreis- und im Bereich Rehden Landesstraße ist, gibt es aus Sicht des Vereins genügend. Die enge, viel befahrene Burlager Straße sei für Radfahrer sehr gefährlich, ein Ausweichen auf Nebenstraßen aber oft nicht möglich, weil zum Beispiel Schützenhalle, Feuerwehrgerätehaus und Friedhof nur über die Landesstraße erreichbar seien.

Zudem wäre der Radweg die direkte, kürzeste Verbindung in Ost-West-Richtung zwischen dem Dümmer und Ströhen mit den Moorwelten und dem Tierpark, was dem unter anderem von der Dümmer-Weserland-Touristik beworbenen Radtourismus in der Region zugutekommen würde. Jung und Alt würden gleichermaßen profitieren, und nicht zuletzt wäre der Radweg ein Beitrag für den ländlichen Raum und dessen Dorfgemeinschaften.

Lokale Beteiligung ist Alleinstellungsmerkmal

Ein Alleinstellungsmerkmal sei auch, dass sich Bürger und Kommunen vor Ort in die Planung und Finanzierung des Radwegs einbrächten, dessen Bau eigentlich allein Landessache sei, erläutert Wiegmann. Dass es sich nicht um ein Anliegen einiger Weniger handelt, zeigt auch die Mitgliedsentwicklung des 2015 mit 64 Personen gegründeten Vereins. Inzwischen habe man mehr als 240 Mitglieder, darunter etwa 50 aus Wagenfeld. Auch einige Gewerbetreibende sowie die Moorwelten und der Tierpark hätten sich dem Verein angeschlossen, so Wiegmann.

Am liebsten wäre es den Aktiven, wenn die gesamte Strecke mit einem Fahrradweg ausgestattet würde. Das hängt allerdings von der Beteiligung der anderen beiden Kommunen ab. Zu Not, so Wiegmann und Kappe, würde man sich eben auf den Bereich der Samtgemeinde Rehden beschränken. Die Gemeinde Wagenfeld habe bereits zugesagt, die Planungskosten für einen etwa 340 Meter langen Verbindungsweg zwischen Burlager Straße und „In den Hundlosen“ zu übernehmen, so Wiegmann. Auch die Samtgemeinde Rehden trägt ihren Teil zu den Planungen bei und hat dafür im Frühjahr 60 000 Euro in den aktuellen Haushalt eingestellt. „Das war ein starkes Signal“, so Wiegmann.

Ob sich auch die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ beziehungsweise die Gemeinde Hüde beteiligen, ist noch offen. Die Anfrage befinde sich momentan in den politischen Beratungen, sagte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe Mittwoch auf Nachfrage. Er werde voraussichtlich in der Ratssitzung am 18. Dezember über deren Ergebnis informieren. Von der Tendenz sei der geplante Fahrradweg eine gute Sache, allerdings stünden in der Samtgemeinde hohe Investitionen im Bereich Kinderbetreuung an, ergänzte er mit Blick auf eine mögliche Mitfinanzierung.

Friedhelm Wiegmann ist zuversichtlich, dass der für 2020 anvisierte Baubeginn – zumindest in einem Teilbereich – realistisch ist. „Alles in allem sind wir auf einem guten Weg.“

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