„Man muss für den Beruf brennen“

Anna-Lena Welge seit Jahresbeginn neue DRK-Pflegedienstleiterin in Rehden

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Die neue Leiterin der Ambulanten Pflege des DRK in Rehden, Anna-Lena Welge, hat ihren Dienst angetreten. 

Rehden - Von Melanie Russ. Die Fußstapfen, in die Anna-Lena Welge tritt, sind nicht gerade klein. Doch Angst, darin unterzugehen, muss die neue Leiterin des Ambulanten Pflegedienstes des DRK in Rehden nicht haben. Anfang des Jahres hat sie den Posten offiziell von Heidrun Bloch übernommen, doch bereits seit Sommer hatte sie die Möglichkeit, in ihre neue Aufgabe hineinzuwachsen. Nicht nur von Bloch habe sie viel Unterstützung erhalten, sondern auch von deren Stellvertreterin Johanna Reuter, so Welge.

„Es ist wichtig, dass man viele erfahrene Kollegen um sich hat“, sagt die 26-Jährige mit Blick auf das bewährte Team, das ihr zur Seite steht. Ganz unbekannt ist Welge die Einrichtung. Von 2010 bis 2013 absolvierte sie dort ihre Ausbildung. Nach zweijähriger Tätigkeit in einem Seniorenheim in Diepholz kehrte sie 2016 nach Rehden zurück und schloss noch im selben Jahr ihre Palliativweiterbildung ab. Parallel zu ihrer neuen Aufgabe absolviert Welge derzeit eine Ausbildung zur Pflegedienstleiterin, die sie voraussichtlich Anfang nächsten Jahres abschließen wird.

Weil Heidrun Bloch ihr ein gut bestelltes Haus hinterlassen hat, gibt es keine Baustellen, die Anna-Lena Welge sofort angehen müsste. Weiter ausbauen möchte sie den Palliativbereich und nach und nach möglichst alle Pflegefachkräfte in ihrem Team für eine entsprechende Weiterbildung gewinnen. In Kürze werden sechs Mitarbeiter eine entsprechende Qualifikation vorweisen können.

Schwerpunkt wird die Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte sein

Je besser die Pflegekräfte qualifiziert sind, desto länger können sie ihren Kunden ein Leben im eigenen Zuhause ermöglichen. Genau das ist das Ziel, denn der Umzug in ein Pflegeheim bedeute immer auch, sich von vielen geliebten und mit Erinnerungen behafteten Dingen trennen zu müssen, für die dort kein Platz sei, weiß Welge. Diese oft schmerzliche Erfahrung möchten die Mitarbeiter des Ambulanten Dienstes ihren Kunden solange wie möglich ersparen.

Ein weiterer Schwerpunkt Welges wird die Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte sein, denn die Nachfrage, so ist die 26-Jährige überzeugt, wird weiter steigen. Es reicht aber längst nicht mehr, eine Stellenanzeige zu schalten und auf die Bewerber zu warten. „Man muss die Menschen direkt ansprechen, sie vielleicht auch mal zum Probearbeiten einladen“, erklärt Welge.

„Die Pflege muss sich an die Bedürfnisse der Kunden anpassen“

Dass der Beruf, obwohl zukunftssicher, nicht so gefragt ist, wie er sein müsste, liegt nach Einschätzung Welges nicht nur an der Bezahlung. Vielleicht schrecke manchen auch die flexible Arbeitszeit mit Früh- und Abend- sowie Wochenenddiensten ab. Aus ihrer Sicht ist das ein großes Plus, doch viele bevorzugten wohl feste Schichten. Und: Man könne den Beruf nicht ergreifen, nur um eine Beschäftigung zu haben. „Man muss dafür brennen“, ist Welge überzeugt.

Wie sich der Beruf der Pflegefachkraft entwickeln wird, vermag sie nicht zu sagen. Sicher sei, dass er sich ebenso verändern werde wie die Gesellschaft. Die heutigen Senioren beispielsweise sind es nach Welges Erfahrung überwiegend gewohnt, sehr früh aufzustehen. Künftige Generationen schlafen im Alter vielleicht gerne etwas länger. Daran orientiert sich dann auch die Arbeitszeit der Pflegekräfte. Welge: „Die Pflege muss sich an die Bedürfnisse der Kunden anpassen.“

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