Dr. Andreas Schlüsche erklärt die Funktionsweise eines Defibrillators

„Im Ernstfall zählt wirklich jede Minute“

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Dr. Andreas Schlüsche aus Rehden zeigt, wie ein sogenannter AED (Automatisierter Externer Defibrillator) aussieht. Im Gegensatz zur Bedienung des älteren Modells mit den roten Kabeln neben ihm, muss ein AED-Anwender nach dem Anlegen der Elektroden nichts mehr tun. Eine Sprachsteuerung sorgt für maximalen Bedienkomfort.

Rehden - Von Marcel Jendrusch. „Die Bedienung ist wirklich einfach. Niemand braucht Angst zu haben, etwas falschzumachen“, sagt Dr. Andreas Schlüsche aus Rehden zur Handhabung eines Defibrillators.

Anlass für den kleinen Ausflug in die Notfallmedizin war ein Antrag von Ratsmitglied Margret Werner (SPD) während der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderats Rehden. Sie möchte, dass die Samtgemeinde einen Defibrillator anschafft (wir berichteten).

Der Antrag schlug Wellen. Zahnarzt Reinhard Fritsch machte auf ein entsprechendes Gerät in seiner Praxis aufmerksam, auch die Volksbank Diepholz-Barnstorf meldete mittlerweile per E-Mail an die Redaktion das Vorhandensein eines Defibrillators in der Rehdener Geschäftsstelle. Dr. Schlüsche und die Rettungswache in Rehden verfügen ebenfalls über die elektrischen Lebensretter.

„Ich finde die Diskussion, die Frau Werner angestoßen hat, gut“, betont Schlüsche. „Die Bürger sollen wissen, wo im Ernstfall ein Defibrillator zu finden ist. Dann zählt wirklich jede Minute.“ Um die notfallmedizinische Versorgung im Allgemeinen brauche sich aber niemand Gedanken zu machen.

In seiner Praxis führt der frühere Bundeswehrarzt den sogenannten AED (Automatisierter Externer Defibrillator) teilweise vor. Schlüsches Modell ist etwa 30 mal 30 Zentimeter groß und wiegt laut Hersteller um die drei Kilogramm. Nach dem Öffnen einer Klappe an der Vorderseite kommuniziert das Gerät mit dem Benutzer mittels Sprachsteuerung und klärt ihn über die nächsten Schritte auf.

Gerät arbeitet

vollautomatisch

Eine schriftliche Anleitung ist zudem auf die Verpackung der Elektroden gedruckt. Diese können nur einmal verwendet werden und müssen nach dem Gebrauch ausgetauscht werden.

„Das Gerät macht nach dem Anlegen der Elektroden alles automatisch“, klärt der Mediziner weiter auf. „Der Herzrhythmus wird von alleine gemessen, die Stärke und die Anzahl der Schocks werden ebenfalls automatisch eingestellt und abgegeben.“

In der Zeit, in der ein AED nicht benutzt wird, ist das Gerät trotzdem nicht untätig. Es führt täglich Selbsttests der Batterie, der internen Elektronik und der Gerätesoftware durch. Dadurch ist gewährleistet, dass es im Ernstfall auch funktioniert.

Andreas Schlüsche findet, dass der Kauf eines AED auch für Privatleute oder Unternehmen sinnvoll sein kann. Gerade im ländlichen Bereich, beispielsweise bei etwas abgelegenen Höfen oder Firmen, dauere es ja immer etwas länger bis ein Krankenwagen das Gelände erreiche. Die Preise für die meisten AED lägen zwischen 1000 und 2000 Euro. „Das ist natürlich auf den ersten Blick ziemlich teuer“, gibt auch Schlüsche zu. „Nach einem erfolgreichen Einsatz wissen die Leute aber, dass sich die Investition in den kleinen Lebensretter ausgezahlt hat.“

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