Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Finn-Dinghy-Segler spielte gestern das Wetter nicht mit

Rasmus machte ganz dicke Backen

Die Entscheidung von stellvertretendem Wettfahrtleiter Hendrik Hustert (2.v.l.), den Start der vierten Wettfahrt zu verschieben, wurde auch vom Vorsitzenden der Finn-Dinghy-Klassenvereinigung, Friedrich Müller (2.v.r.), akzeptiert.

Lembruch - (rdu) · Rasmus kann‘s auch anders: Der Meeresgott und Herr der Winde, dem die Segler auf Gedeih und Verderb ausgesetzt sind und den sie – wollen alte Seebären wissen – mit einem „guten Getränk“ besänftigten können, machte gestern ganz dicke Backen.

Zeigte sich Rasmus bei den ersten drei Wettfahrten der Internationalen Deutschen Seglmeisterschaft in der Finn-Dinghy-Klasse auf dem Dümmer am Donnerstag noch recht gnädig - es war zwar kalt, aber die Sonne schien und der Wind wehte mit angenehmen zwei bis vier Stärken - ließ er es gestern richtig krachen.

An Land wurden bis zu acht Windstärken gemessen. Regen peitschte über den aufgewühlten Dümmer, den viele Segler von dieser Seite noch nicht gesehen hatten. Die Wellen überschlugen sich.

Nachvollziehbar deshalb auch - nach reiflicher Überlegung - die Entscheidung, die für elf Uhr geplante vierte Wettfahrt um zwei Stunden zu verlegen. „Aus Rücksicht auf Mensch und Material,“ begründete der stellvertretende Wettfahrtleiter Hendrik Hustert, der gestern für seinen verhinderten Bruder Jan einspringen musste, den Entschluss. Und der wurde auch von der großen Seglerfamilie akzeptiert, zumal die Spitze noch kommen sollte. Er wolle sich noch den Wetterbericht vom Flughafen Diepholz holen. „Da kriegen wir meist recht präzise Wetterberichte,“ lobt Hustert die Meteorologen vom Fliegerhorst.

„Ein geordnetes Segeln ist bei solchen Bedingungen unmöglich,“ war immer wieder zu hören. Auch er zog es vor, sich zum Fachsimpeln bei heißem Kaffee oder Tee in die behaglichen Räume des Segler-Clubs Dümmer (SCD) zurück zu ziehen.

Volles Verständnis für die Entscheidung der Regattaleitung hatte auch der Vorsitzende der Klassenvereinigung der deutschen Finn-Segler, Friedrich Müller, Emden. „Heute haben wir leider etwas heftig Wind!“ Die bisherigen drei Wettfahrten seien optimal gelaufen. Sie seien – wie bei Olympischen Spielen – an einem Stück, also „up and down“, gesegelt werden. Dabei waren die Segler fünf Stunden auf dem Wasser.

Auch um 15 Uhr blieben die Schiffe im sicheren Hafen bzw. an Land. Erneute Startverschiebung – dann die endgültige Absage.

Viel Lob gab‘s gestern vom Vorsitzenden für die „ganz hervorragende Startbootbesatzung“ und die exzellente Organisation sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Getoppt werde alles durch das wunderschöne Ambiente beim Segler-Club Dümmer mit der herrlichen Clubanlage. „Wir fühlen uns hier sehr wohl!“ Erfreut ist Müller auch über die mit 75 Meldungen „ganz tolle Beteiligung“. Auf dem Dümmer seien Spitzensegler aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und sogar aus Tschechien im Einsatz.

Die Titelkämpfe gehen am Sonntag zu Ende. Ein Meister kann aber nur gekürt werden, wenn mindestens vier der neun geplanten Wettfahrten absolviert worden sind.

Nach drei Wettfahrten liegen bei den Titelkämpfen erwartungsgemäß zwei europäische Spitzensegler, Jan und Ulli Kurfeld vom Yachtclub Wismar, an der Spitze. Die Dümmer-Segler Uwe Barthel, Holger Müller (beide SC Dümmer) und Wolfgang Höfener (Seglervereinigung Hüde) belegen die Plätze 19., 30 und 52.

„Rasmus, altes Rübenschwein, gib uns Wind, uns Sonnenschein!“ wünschen sich die Segler für die restlichen Wettfahrten. Aber bitte von beidem nicht zu viel, also möglichst wohl dosiert!

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