Das Kornzinshaus ist eines der ältesten Gebäude in der Hachestadt / Erbaut 1592 / Bestandteil der Syker Burg

Räume zum Brauen, Backen und Lagern des Zehnten

Das Kornzinshaus im winterlichen Ambiente.

Syke - (vog) · Der Schnee liegt wie Puder auf dem Dach und den Gauben. Die Wintersonne lässt die Backsteine rot leuchten. Das Kornzinshaus, das sich sonst eher bescheiden hinter dem Amtsgericht duckt, macht vor blauem Winterhimmel umso mehr auf sich  aufmerksam.

Zu recht. Syke hat nicht mehr viel von historischer Bausubstanz. Das Kornzinshaus zählt mit zu den ältesten Geschichtsüberbleibseln.

Es gehörte zur Syker Burg und wurde 1592 erbaut. Damals hatte es ein Geschoss mehr als heute. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts präsentiert sich das Gebäude um das obere Geschoss weniger.

Im Kern ist es aber das Kornzinshaus von 1592 geblieben. Heute würde man von einem multifunktionalen Haus sprechen. Es gab damals Wohn-, Back- und Brauräume, Bier- und Weinkeller. Und das, wofür auch der Name steht: Kornböden für Getreideabgaben.

Erbauen ließ das Kornzinshaus Herzog Philipp Sigismund, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, Bischof von Osnabrück und Verden als Bestandteil des Syker Schlosses. Dem Welfenherzog gehörte das „Amt Syke“ von 1589 bis 1623.

Ein Zweckbau, diente es doch dem Herrscher als Steuerhaus, als Magazin des Kornzehnten. Den zehnten Teil der Feldfrüchte mussten die Bauern an ihren Herzog abtreten. Ursprünglich wurde bei der Ernte jede zehnte Garbe auf einen Wagen des Grundherrn geladen. Später wurde eine bestimmte Kornmenge zu einem festgelegten Termin dem Gutsherrn oder Zehntmeister übergeben. Der Termin war oft der 11. November (Martini).

Vor den Abgaben in Geld konnten die Bürger ihren Zehnten in Form von Butter, Öl, Eiern oder Leinen entrichten. Möglich war das Ableisten von Steuern auch als Manpower, die so genannten Hand- und Spanndienste.

Das Kornzinshaus diente dem Adel als Lager, entlohnten Graf, Herzog und Co. ihre Beamten und Bediensteten doch auch in Naturalien.

Die Geschichte dieses historischen Gebäudes ist bunt. Die große Halle war sogar einmal für drei Jahre Schauplatz von Gottesdiensten. Das hatte mit der baufälligen Syker Kirche zu tun.

Die musste 1882 abgerissen werden. Die neue Christuskirche wurde am 12. März 1885 eingeweiht. Bis dahin fungierte das Kornzinshaus als Kirchenersatz.

Dass das historische Haus noch steht, ist der Weitsicht einer politischen Mehrheit zu verdanken.

Als das Kornzinshaus selbst baufällig wurde, diskutierte der Kreistag doch ernsthaft den Abriss des historischen Gebäudes. Die Mehrheit sprach sich für eine Renovierung des Hauses aus und quartierte dort die Kfz-Zulassungsstelle ein.

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