Zahlreiche Besucher gucken bei Veranstaltung in die Sterne / Konkurrenz von zeitgleichem Fußball-Länderspiel getrotzt

Public Viewing auf dem Hohen Berg

Das Gucken in die Sterne auf dem Hohen Berg begeisterte Jung und Alt. An den Teleskopen bildeten sich immer wieder Besucherschlangen.

Syke - RISTEDT (bt) · Die Konkurrenz war groß, spielte doch gleichzeitig die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen die Türkei. Aber Public Viewing ist einfach beliebt. Auch, wenn es mal gar nicht um Fußball geht. Und so tummelten sich beim öffentlichen Sternegucken auf dem Hohen Berg zahlreiche Besucher. Die Parkplätze und auch die Zufahrtstraße waren zeitweise vollständig zugeparkt. Auf dem Hohen Berg bildeten sich vor den Teleskopen lange Besucherschlangen. Alle wollten einen Blick auf die Himmelskörper erhaschen.

Helmut Prekel, der selbst mehrere Teleskope aufgebaut hatte, freute sich darüber, dass sich etwa 25 Hobbyastronomen aus der Umgebung an der Veranstaltung beteiligten: „Wir kennen uns untereinander, aber wir veröffentlichen diese Termine auch im Internet unter ‚astronomicum.de‘.“ Das hatte zur Folge, dass selbst aus Wilhelmshaven ein Teilnehmer gekommen war.

„Diese Veranstaltung auf dem Hohen Berg hat einfach Charme“, schwärmte er. Tatsächlich seien die Beobachtungsmöglichkeiten vom Hohen Berg aus besonders günstig. Nicht etwa, weil man den Objekten hier um fast 60 Meter näher ist, sondern weil die Vergrößerungen in Bodennähe ständig flimmern.

Prekel hatte sein größeres Teleskop auf den Andromeda-Nebel gerichtet, während das kleinere auf den Jupiter ausgerichtet war. Der zwei Millionen Lichtjahre entfernte Andromeda-Nebel erschien als milchige Linse. Dafür war auf der Scheibe des Jupiter das nördliche Äquatorialband deutlich zu sehen und dessen vier wie an einer Schnur aufgereihten Monde waren die Stars am Abendhimmel. Prekel strebt an, sich in Zukunft unterein ander noch besser abzustimmen, sodass den Besuchern eine noch größere Vielfalt geboten werden kann.

Frank Schewe hatte ein Riesenteleskop, ein sogenanntes „Dobson“, aufgestellt und einen Doppelsternhaufen im Sternbild des Perseus im Objektiv. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, für den erfahrenen Hobby-Astronomen aber ein Kinderspiel: „Südlich der Cassiopeia in der Kette des Perseus ist er einfach zu finden“, erklärte er. „Er liegt im Abstand von nur 8 000 Lichtjahren ja auch gleich um die Ecke“, fügte er hinzu.

Hobbyastronom Prekel musste sein Teles kop regelmäßig nachjustieren. Einige seiner Mitstreiter hatten das nicht nötig. Sie hatten ihre Geräte „paralaktisch“, also parallel zur Erdachse, montiert und ein kleiner Motor glich einfach ständig die Erddrehung aus.

Auch die Besucher waren von den Sternbildern begeistert. Christoph Plocka aus Syke, der den Aussichtsturm mit montiert hatte, war ebenso gekommen wie Cindy Brösel und Frank Sofka aus Bassum. Die beiden wollen sich demnächst ein eigenes Teleskop kaufen.

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