Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 782 Euro/Betrag in Nienburg deutlich höher

Jeder Bürger schuldet dem Landkreis einen Kurzurlaub

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Geld – den Landkreisen fehlt es viel zu oft.

Diepholz - Von Anke Seidel. Einen Kurzurlaub ist jeder Bürger im Landkreis Diepholz dem Landkreis selbst schuldig: Mit diesem Vergleich lässt sich die Pro-Kopf-Verschuldung bildlich beschreiben. Denn rein rechnerisch entfällt auf jeden Bürger ein Schuldenbetrag von 782 Euro – jedoch nur, wenn es um die Gestaltung der Landkreis-Lebenswelt geht. Die Schulden der Städte und Gemeinden sind dabei nicht mitgerechnet.

Das statistische Landesamt hat die Schuldenstände der Landkreise und Kommunen in Niedersachsen analysiert. Diese Erhebung (Datenbasis: 31. Dezember 2014) zeigt: Im Vergleich mit seinen fünf Nachbar-Landkreisen liegt der Landkreis Diepholz an dritter Stelle. Die wenigsten Verbindlichkeiten weist mit einem Betrag von 446 Euro pro Einwohner und Kopf sein Nachbar-Landkreis Vechta auf – gefolgt vom Landkreis Oldenburg mit 491 Euro pro Bürger. Platz vier in diesem nachbarschaftlichen Vergleich belegt der Landkreis Verden mit 851 Euro pro Einwohner, gefolgt vom südlichsten Diepholzer Nachbarn, dem Landkreis Osnabrück mit 1140 Euro pro Bürger und Kopf. Die rote Schulden-Laterne leuchtet in diesem Vergleich im Südosten, sprich im Nachbar-Landkreis Nienburg. Dort ist jeder Bürger dem Landkreis keinen Kurzurlaub, sondern einen zweiwöchigen Badeurlaub schuldig: Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 1311 Euro, meldet das statistische Landesamt.

Im Vergleich zum Vorjahr hatte der Landkreis Diepholz seine Schulden um 1,5 Prozent reduziert, melden die Statistiker. Kein Vergleich zum Landkreis Vechta: Dieser Landkreis hatte seinen Schuldenberg um 8,5 Prozent abgetragen. Noch besser war dabei der Landkreis Oldenburg mit 9 Prozent Schuldenabbau. Der Landkreis Osnabrück verringerte seine Verbindlichkeiten mit 0,5 Prozent nur leicht. Dagegen stiegen sie im Landkreis Nienburg um 0,7 Prozent an – und im Landkreis Verden sogar um 3,2 Prozent.

165,75 Millionen Euro – mit diesem Vertrag stand der Landkreis Diepholz Ende 2014 in der sprichwörtlichen Kreide, so die Statistiker des Landesamtes. Politisch hatte der Abbau des Schuldenbergs seit einem Jahrzehnt Priorität im Landkreis Diepholz. Aber genau das ist seit Ende 2015 Geschichte. Denn den Etat für das Jahr 2016 prägen ein Kreditbedarf von 10,9 Millionen Euro und eine Netto-Neuverschuldung von 5,28 Millionen Euro. Es war ein „Haushalt der Notwendigkeiten“, den die Politiker verabschiedeten, so hieß es während der öffentlichen Debatte. Größter Brocken im Haushalt 2016: Die Ausgaben im Asylbereich mit einer Steigerung von 22 Millionen Euro.

Mit Millionenbeträgen will der Landkreis in diesem Jahr aber auch die Bildungsbedingungen verbessern: 5,6 Millionen Euro fließen in die Haupt- und Realschule Twistringen sowie 4,8 Millionen Euro in das Gymnasium Sulingen.

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