Polizei setzt stärker als in der Vergangenheit auf eine Vernetzung mit Vereinen, Organisationen und Schulen

„Präventionsarbeit ist Chefsache“

Thomas Kues und Johann-Dieter Oldenburg

Weyhe - (sie) · Die Beamten des Weyher Polizeikommissariats fühlen sich sehr wohl in ihrem angemieteten Gebäude. Mehr als zehn Jahre ist es her, seit sie von der Wache am Leester Henry-Wetjen-Platz zur Alten Poststraße an die Stelle gezogen sind, wo einst das Stammhaus der Landwehr-Mühle befand. Seit fünf Jahren leitet Polizeirat Thomas Kues das Kommissariat. Zusammen mit dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Johann-Dieter Oldenburg, zog er Bilanz.

Derzeit versehen 65 Beamte ihren Dienst – exakt so viele wie vor dem Umzug in das angemietete Gebäude. Doch im Gegensatz zu früher würden alle Beamte nur noch im gehobenen Dienst sein. Als Vorteil habe sich die vor wenigen Jahren eingeführte Budgetierung erwiesen, sagt er. „Wir können selbst entscheiden, was wir für Sachmittel ausgeben“, erklärt Thomas Kues. Eine Herausforderung sei es, mit der Technik Schritt zu halten. Kues gibt ein Beispiel: Gab es früher bei Lastwagen eine Tachoscheibe, auf der Polizisten Geschwindigkeiten ablesen konnten, müsste man heute Bordcomputer auslesen. Die Intervalle, in der die Polizei neue Technik beschaffen müsste, werden immer kürzer.

Neun Beamte arbeiten von 7 bis 20 Uhr auf der Wache in der Nähe des Stuhrer Rathauses. In der übrigen Zeit seien sie im Gemeindegebiet mit einem Streifenwagen, koordiniert von der Wache in Leeste, unterwegs. Eine entsprechende Organisation macht es möglich, dass jeweils eine Streife durch Stuhr und Weyhe rollt. In der Regel verstärkt am Wochenende ein weiterer Wagen das Team. Die Arbeit in Weyhe, sei deshalb eine Herausforderung, weil ältere und erfahrene Kollegen, so Johann-Dieter Oldenburg, mit jungen Beamte von der Polizeiakademie im größten Kommissariat im Kreis zusammenarbeiten. Obwohl die Uniform nicht mehr oliv-grün, sondern dunkelblau ist und eigentlich Distanz signalisiere, stehe die Polizei in der Mitte der Gesellschaft. Kues: „Wir sind für fast alles erste Ansprechpartner, weil wir 24 Stunden erreichbar sind. So sollten wir einem Bürger, dessen Waschmaschine kaputt gegangen ist, einen Rat geben. Natürlich haben wir geholfen.“ Eine Mutter bat die Beamten, bei ihrem Jungen ein Machtwort zu sprechen, weil er nicht zur Schule gehen wollte, führte Johann-Dieter Oldenburg die Beispielliste fort.

Die Aufgaben der Polizei habe sich innerhalb von einem Jahrzehnt gewandelt. „Präventionsarbeit ist Chefsache“, sagt Thomas Kues. „Wir sind gut vernetzt mit Schulen, den Gemeindeverwaltungen, dem Präventionsrat, den Streetwatchern und Nachtwanderer sowie Sportvereinen.“ In den kommenden Jahren werde diese Arbeit zunehmen, prognostizierte Kues. Das Streetwatcher-Projekt sei ein Ergebnis dieser vernetzten Arbeit, ergänzt Kues. Er sprach sich in diesem Zusammenhang gegen Videoüberwachungen aus. Allerdings hat Thomas Kues Sorgen. Er rechnet mit einer zunehmenden Angriffsbereitschaft auf Polizisten. Zwar seien die Fälle in Stuhr und Weyhe, in denen Widerstand gegen Beamte thematisiert worden ist, mit sieben Anzeigen (2008) gering, doch immer mehr Menschen neigen dazu, den rhetorisch geschulten Polizeibeamten nicht mehr zugänglich zu sein.

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