Kirchweyher Ex-Moderator Falko Weerts zu Gast bei Ludger Abeln / Einzig verbliebene niederdeutsche Sendung

„Plattdeutsch hat keine Lobby im TV“

Erinnert sich gern an seine Sendungen im NDR-Fernsehen: Seit fünf Jahren ist Falko Weerts vom Bildschirm verschwunden.

Weyhe - KIRCHWEYHE (pe) · „Du bist doch der von ‚Talk op Platt‘“: Diesen Satz hört der Kirchweyher Falko Weerts fünf Jahre nach seiner letzten Sendung immer wieder. Eine dauerhafte Rückkehr auf den Bildschirm schließt der 69-Jährige für sich aus, würde sich aber über einen höheren Stellenwert des Plattdeutschen im Fernsehen freuen.

Weerts begrüßt, dass seine Sendung „Talk op Platt“, die er von 1994 bis 2006 moderierte, eine passende Nachfolge gefunden hat: Seit einem Jahr moderiert Ludger Abeln sonntagvormittags den „Plattdüütsch“-Frühschoppen. Abeln mache seine Sache sehr gut, lobt Weerts.

Aber den Termin für die Sendung habe der Norddeutsche Rundfunk denkbar ungünstig gestaltet. „Wer schaut am Sonntagvormittag schon in die Röhre?“, fragt der Moderator und Autor. Plattdeutsch fehle leider die Lobby in der Fernsehlandschaft, bedauert er.

Wie eine Sprecherin des Norddeutschen Rundfunks bestätigt, hat der Sender vom Frühschoppen abgesehen alle bisherigen Sendungen in niederdeutscher Sprache aus dem Programm genommen.

Hin und wieder strahle der NDR plattdeutsche Ausgaben der beliebten Serie „Neues aus Büttenwarder“ aus, allerdings stets als Sondersendung, heißt es beim Norddeutschen Rundfunk in Hamburg.

Immerhin hat Abeln seinen Kumpel Falko Weerts für den Stammtisch am Sonntag, 6. März, eingeladen. Der NDR sendet dann aus Emden, der Geburtsstadt Weerts‘. „Mal sehen, vielleicht schnacke ich ein bisschen mit“. Wie auch immer, ein möglicher Auftritt bleibt ein seltenes Gastspiel. Eine eigene Sendung wolle er nicht mehr moderieren, unterstreicht der heutige Kirchweyher.

Der studierte Kaufmann kam 1969 aus Ostfriesland aus beruflichen Gründen nach Weyhe.

Ab Mitte der 1990er-Jahre konzentrierte er sich auf seine Rolle als Moderator.

Nach Ende des „Talk op Platt“ hat sich der gebürtige Ostfriese auf das Schreiben verlegt. Unter anderem gibt er die Literaturzeitschrift „Tiefland“ heraus.

Plattdeutsch hat der Emder bei seiner Großmutter sprechen und lieben gelernt. „Es ist nicht die Sprache der einfachen, ungebildeten Leute. Sie ist direkt und tiefgründig“, sagt Weerts.

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