Weiterer Vortrag zum Gesseler Goldschatz am 19. April im Syker Theater / Bürgermeister will Fund für Syke vermarkten

Mit der Pipeline in die Vorgeschichte

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Dank des Gesseler Goldes ist Syke mit einem Schlag überregional bekannt geworden – und hat womöglich endlich das Alleinstellungsmerkmal gefunden, nach dem Politik, Wirtschaft und Verwaltung jahrelang vergeblich gesucht haben.

Syke - Von Michael Walter - Unter dem Titel  „Goldene Zeiten“ plant die Stadt Syke gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege  eine große Informationsveranstaltung über den Gesseler Goldschatz.

Forum dafür wird am Donnerstag, 19. April, um 19 Uhr das Syker Theater.

Anlass dafür ist das überraschend große öffentliche Echo, das der Goldfund im Zuge der Pipeline-Bauarbeiten gefunden hat. Sogar die internationalen Ausgaben des „National Geographic“ hätten darüber berichtet, sagt Bürgermeister Dr. Harald Behrens nicht ohne Stolz. Daher habe er auch sofort das Angebot der Landesarchäologen angenommen, nach dem ersten Vortrag des Ausgrabungsleiters Bernd Rasink im Kreismuseum (wir berichteten) eine weitere Vortragsveranstaltung durchzuführen.

Gold statt grün: Das Syker  Logo in einer neuen Variation.

Die soll ihr Publikum gewissermaßen auf dem Rücken der Pipeline in die Vorgeschichte entführen: Mit mehreren Vorträgen, deren Höhepunkt die Vorstellung des Gesseler Fundes darstellt, mit der Langfassung des Films, den Rasink im Kreismuseum als Kurzfassung gezeigt hat und einer ausführlichen „Fragestunde“ zum Ende.

Referenten sind Niedersachsens oberster Denkmalschützer Dr. Stefan Winghart, Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann, Projektkoordinator Bernd Rasink und Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf.

Eintrittskarten gibt es ab sofort beim Bürgerbüro im Syker Rathaus.

Bürgermeister Dr. Harald Behrens genießt die Aufmerksamkeit, die der spektakuläre Fund aus der Bronzezeit für Syke erzeugt hat. Er ist der festen Überzeugung, Syke könne auf Dauer davon profitieren.

Funde aus der Römerzeit gebe es vergleichsweise viele. „Aber das hier ist etwas ganz anderes. Das ist besonders.“ Tatsächlich könne der 3400 Jahre alte Gesseler Goldschatz genau das Alleinstellungsmerkmal sein, nach dem  Politik, Wirtschaft und Verwaltung schon seit Jahren vergeblich für das Stadtmarketing gesucht hätten. „Wir wären doch bekloppt, wenn wir das nicht nutzen würden“, glaubt Behrens. Er hat auch schon einen ersten Vorstoß dazu entwickelt: Indem er zusammen mit einem Werbe-Fachmann das offizielle grüne Syke-Logo buchstäblich vergoldet hat. Und statt des relativ nichtssagenden alten Slogans „Stadt im Grünen“ heißt es alternativ: „Hier sind Sie goldrichtig!“

Der Bürgermeister verfolgt dabei eine zweigleisige Strategie: Sein kurzfristiges Ziel ist, den Original-Schatz in absehbarer Zeit für eine Ausstellung nach Syke zu holen.

Langfristig kreisen seine Gedanken um die Fundstelle, deren genaue Lage die Archäologen noch immer geheim halten (schließlich könnte da ja noch mehr  liegen…). Dort sieht Behrens in Gedanken bereits ein Museum entstehen. So wie in Kalkriese am wahrscheinlichen Ort der Varus-Schlacht ein Museum an der archäologischen Fundstelle gebaut wurde, das nun nicht nur über die Funde vor Ort informiert, sondern auch allgemein über die römische Expansion nach Germanien. So ähnlich könnte ein Museum über den Fund in Gessel hinaus gehen.

Den Aufwand dafür hält Harald Behrens angesichts der Einmaligkeit und der wissenschaftlichen Bedeutung des größten Goldfunds in Europa für allemal  gerechtfertigt.

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